Archiv für die Kategorie ‘Stuttgarter Legenden’

19. Oktober 2010

Guru-Fernsehen (X)

von Tobias Köhler

Wie geil ist das denn? Auf Bild.de haben wir’s heute Morgen gelesen: Nächstes Jahr kommt “Thomas G. Hornauer – Der Film” ins Kino. Naja, heißen tut er offiziell “Der Gründer”, aber es wird um unseren geliebten Fernsehguru gehen.

Weil es nicht einmal Brezel.me möglich ist, diesen Wahnsinn zu toppen, hier im O-Ton der Texttrailer:

Gerhard Hornbacher ist ein schmieriger Pornoproduzent, der sich im Schwulen- und Drogenmilieu bewegt. Eines Nachts konfrontiert er auf seinem Dach den Antorianer Torok, der dort mit seiner Fliegenden Untertasse gelandet ist. Hornbacher kann den Außerirdischen überwältigen und erlangt die Macht über dessen Beam- und Formwandler-Technologie, von der er sich einen enormen Reichtum erhofft.

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12. Oktober 2010

Der S21-Baukasten

von Tobias Köhler

Den Abriss des Nordflügels gibt’s schon von Lego Logo. An der Schlacht im Schlossgarten sind die Baustein-Designer noch dran.

Thanx an @baranek, Quelle: Parkschützer

08. Oktober 2010

111Elf

von Ingmar Volkmann

Als inoffizielles Sprachrohr der Stuttgarter Kickers im Internet vermelden wir hiermit das Highlight fürs Wochenende. Der beste Verein der Welt aus Stuttgart lädt morgen zu einem Festakt auf die Waldau: Anlässlich des 111-jährigen Geburtstags der Blauen spielt die Kickers-111Elf um 15:30 Uhr gegen Viktoria 98 Berlin. Das Spiel ist die Revanche für das verlorene Endspiel um die Deutsche Fußball-Meisterschaft aus dem Jahre 1908. Seinerzeit waren die Blauen mit 0:3 in Berlin unterlegen – natürlich völlig unverdient, wie sich der Redaktions-Älteste Tobias Köhler erinnert, der damals live im Stadion war.

Die Aufstellung der Kickers-111Elf ist ein feuchter Traum der Fußballgeschichte, auf dem Platz stehen unter anderem Claus Reitmaier, der auch mit seinen 88 Jahren noch locker in jeder zweiten Buli-Mannschaft den Kasten sauber halten könnte, Frauenfußball-Experte Guido Buchwald (Foto), Karl Allgöwer, mit dessen Namen die Sportredakteure immer lustige Wortspiele getrieben haben („Knallgöwer“, Wasen-Karle usw.) sowie der unvergleichliche Joe Bauer im Sturm.

Alles in allem also ein wahrer Fußball-Leckerbissen, wie wir Experten gerne zu sagen pflegen, und in Zeiten von Stuttgart 18 in Bad Cannstatt auch endlich mal wieder Grund zum Lachen für alle Freunde des gepflegten Hochgeschwindigkeitsfußballs im Kessel. Heute Abend bestreitet die Deutsche Nationalmannschaft übrigens das offizielle Vorspiel zum Kickers-Jubiläum in einem Auswärtsspiel in Berlin gegen ein Fußball-Entwicklungsland. Unsere Prognose: 6:1 für Deutschland, drei Tore durch Toni Kroos.

www.111elf.de

08. Oktober 2010

Ja, also, ich bin die Laura

von Tobias Köhler

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Bierköniginnen auf KlinikTVStuttgart.

Das Thema: ein Klassiker. Der Sender: ein Klassiker.

Gewidmet Natalie, im Hinblick auf ihren potenziellen künftigen Arbeitgeber ;-)

28. September 2010

Stadtbekannte Zwillinge

von Erik Raidt

Was ich am Wasen liebe? Sein unerreichter Trashfaktor. Einer der Evergreens ist der Schädel auf der “Geisterschlange”, gefolgt von Indiana Jones-Palästen und Fahrgeschäften die wahlweise mit Pamela Anderson, Rocky oder Arnie dekoriert sind. Bad Taste, Deine Heimat ist Bad Cannstatt.

Obwohl. Da gibt es im Januar auch eine wunderbare Touristikmesse, die seit der Erfindung der Pauschalreise mit der ägyptischen Pappmache-Sphinx für Fernweh wirbt.

Der Schädel und die Sphinx – zwei Schönheiten, von Geburt an getrennt.

21. September 2010

And the Oscar goes to…

von Ingmar Volkmann

… Brezel.me-Mastermind und StZ-Online-Chef Tobias Köhler. Die Jury-Bewertung für den Film zum 65-jährigen StZ-Jubiläum im Wortlaut:

„In Zeiten, in denen die Filmindustrie entweder auf 3D oder auf sprechende Animations-Tiere setzt, zeigt das ruhige Autoren-Kino der StZ den richtigen Weg an: Entschleunigung, ein tolles Zusammenspiel zwischen Soundtrack und Sprache sowie eine seit langem nicht mehr zu bewundernde Tiefenschärfe zeichnen das so genannte „Neue Möhringer Kino“ aus. Den Oscar für den besten männlichen Hauptdarsteller erhält Tobias Köhler für seine Darstellung des Online-Chefs, bei der er gewohnt sicher Versatzstücke des Method Actings zitiert. Beste weibliche Hauptdarstellerin: die Stehkonferenz. In ihrem Understatement spielt sie alle anderen Redaktionskonferenzen des Tages an die Wand.“

Köhler selbst stellt die cineastische Perle derweil auf den Filmfestspielen in Venedig vor, wo der Kurzfilm außer Konkurrenz läuft. Die StZ hatte ihr 650-jähriges Bestehen am Wochenende mit einer schönen Sonderausgabe gefeiert.

17. September 2010

Stellenausschreibung

von Ingmar Volkmann

Soeben frei geworden: Der Job des Jahres. Das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, ein Verband, den keiner kennt und das beliebteste Unternehmen der Region, die Deutsche Bahn, besetzen ab sofort folgende Stelle:

Projektsprecher gesucht. Sie sind gut drauf, gut im Schwätzen, nervenstark, haben keine Angst vor tiefen Gruben und größeren Menschenansammlungen? Dann sind Sie genau unser Typ! Falsch machen können Sie nichts, Ihr Vorgänger hat es vorgemacht. Anfragen von Fernsehanstalten, Radio-Journalisten und sonstigen Schmierfinken können Sie getrost ignorieren. Falls Sie mal Rat brauchen, auf keinen Fall im Rathaus anrufen. Bevor Sie umfallen, bitte die SPD kontaktieren, die können das ganz gut.

Montags haben Sie grundsätzlich frei, Frauen mit Silberblick rauben Ihnen den Atem und wenn die guten Argumente überwiegen, verstehen Sie nur Bahnhof.

Bei gleicher Qualifikation mehrerer Bewerber werden Bulldozer- und Baggerfahrer bevorzugt. Ihre Bewerbung senden Sie bitte mit Bahncard an das Brezel-Ressort.

13. September 2010

Blaues Auge in Mexiko, Teil II

von Ingmar Volkmann

Ob es daran lag, dass zu wenig Brezeln im Publikum saßen, oder an der langen Kampf-Pause der Tigerin oder an der Höhenluft, der ungewohnten? Stuttgarts stärkste Frau, Alesia Graf, hat ihren WM-Kampf in Mexiko Samstagnacht verloren. Wir zitieren:

„Alesia Graf hat den leidenschaftlich geführten Kampf eindeutig nach Punkten verloren. Die einjährige Box-Pause hatte bei der doppelten Weltmeisterin eindeutig Spuren hinterlassen. Der Kampf wurde bereits in den ersten Runden entschieden. In der 1. und 2. Runde musste sie Niederschläge einstecken. Alesia hat sich wieder in den Kampf zurückgekämpft, konnte aber die bärenstarke Mexikanerin nicht entscheidend treffen. „Für mich war dieser Kampf ein großes Erlebnis. In der weltgrößten Stierkampf-Arena gegen die stärkste Boxerin in meiner Gewichtsklasse anzutreten, war eines der beeindruckendsten Erlebnisse in meiner Box-Karriere”, sagte die Boxerin gleich nach dem Kampf. Die stark emotionale Stimmung und die Atmosphäre in der Arena machten deutlich, welchen Stellenwert der Box-Sport bei dem mexikanischen Publikum einnimmt. Der Kampf wurde in 90 Ländern live übertragen, Deutschland hatte kein Interesse.“

Direkt nach ihrer Rückkehr tritt Graf übrigens einen neuen Job an: Künftig moderiert sie die Kommentare im Brezel-Forum. Wer Mist postet, bekommt es mit ihrer linken Geraden zu tun.

10. September 2010

Blaues Auge in Mexiko

von Ingmar Volkmann

Die stärkste Frau der Stadt ist eindeutig Alesia Graf (im Bild re.). Ich hab ja ein bissle Angst vor der Tigerin, weil sie so hart zuschlagen kann. Wenn die richtig sauer ist, kann die bestimmt einen ganzen Bahnhof kaputt hauen. Macht sie aber zum Glück nicht.
Stattdessen kloppt sie sich morgen in Mexiko. Vor angeblich 50.000 Menschlein. Das ist ziemlicher Wahnsinn, denn ihr Boxstall Universum ist so pleite wie Sindelfingen und hat in letzter Zeit keinen Kampf mehr für die Wahlstuttgarterin organisiert. Dann organisiert man halt mal eben was auf eigene Rechnung in Mexiko City. Das Graf-Lager ist dementsprechend nervös wie Schuster bei ner Montagsdemo, die Fakten im Schnelldurchlauf, wir zitieren:
„Alesia ist von viele Fans in Mexiko herzlichst empfangen, so viele Autogramme verteilt sie in Deutschland nicht / Anna-Maria Torres ist eine sehr starke und die beste Boxerin in Mexiko, der Kampf wird hart! / der Boxkampf wird in 90 Ländern übertragen, Deutschland hatte kein Interesse, kam wohl auch kurzfristig, die Deutschen brauchen eine lange Planungsphase, das geht in vielen anderen Ländern anders / Anna-Maria Torres hat gestern im TV-Sender FOX ausgesagt, dass für sie Alesia die viel bessere Boxerin ist, als Regina Halmich war“
Was man halt so sagt vor dem wichtigsten Kampf der Karriere. Wäre ja gerne als Brezel-Sonderkorrespondent nach Mexiko geflogen, leider zeigte sich die StZ wie immer knausrig bei der Spesenabrechnung. Der heimliche Box-Blog-brezel.me berichtet Montag aber dennoch davon, wie viel blaue Augen Alesia ihrer Gegnerin verpasst hat.

23. August 2010

Brezel am Zaun

von Christiane Wild

Da kann der Tobias noch so viel von Betriebsferien faseln, es täuscht halt nicht darüber hinweg, dass keinesfalls wir ALLE Urlaub haben. Klar, der Tobias hat Urlaub – wie so oft, möchte man sagen, aber er hat ihn sich ja auch irgendwie verdient und so. Behauptet er jedenfalls.

Manche Brezeln sind aber trotzdem da. Und die trifft man an den denkwürdigsten Orten. Da wo was los ist. Im Herzen der Stadt. Am Zaun. Mittendrin.

Oben bleiben, kleine Brezel und lass dich nicht anknabbern!

18. August 2010

Lokalheldenlesung

von Ingmar Volkmann

Der einzige Mensch, den ich kenne, aus dem je etwas geworden ist, obwohl er bei der Stuttgarter Zeitung gearbeitet hat, ist Jörg Rohleder. Bevor mich die Kollegen in Möhringen gleich erschlagen, folgt die Entschuldigung auf dem Fuße. Kleiner Scherz, gell, Spaß muss sein, und hat diese Woche auch noch einen knorken Aufhänger. Besagter Rohleder stellt am Donnerstag nämlich seinen ersten Roman in Stuttgart vor, das beste Popliteratur-Werk, das ich seit langem gelesen habe.

Rohleder hat seine Karriere wie gesagt einst bei der Stuttgarter Zeitung gestartet, um dann beim angeblichen Nachrichtenmagazin Focus zu volontieren. Über den Umweg Vanity Fair ist der Kollege schließlich beim Musikexpress gelandet, wo er heute Mitglied der Chefredaktion hat.

Jörg ist sozusagen mein heimliches Vorbild, er hat alle noch lebenden Philosophen dieser Erde interviewt, den Dalai Lama, Bill Gates und Sven Väth. Seine größte Leistung war es aber, bei der StZ die verpönte Clubkultur ins Feuilleton zu schmuggeln. Bis Ende der 90er hatte man in Möhringen nur die 100-jährigen Abonennten im Blick, dank Jörg gab es plötzlich Ausgehtipps für Menschen unter 90 im Blatt.

Diese Woche nun ist wie gesagt sein erster Roman erschienen. Der Erstling „Lokalhelden“ dreht sich um das Aufwachsen und Abstürzen in Stuttgart und Region in den 90ern. Das Büchle ist sehr hübsch geworden und funktioniert auch ohne Bezug zu Stadt sehr gut. Wer aber wie der Autor in der witzigsten Dekade des letzten Jahrhunderts im Kessel aufgewachsen ist, wird sich freuen wie blöde ob der vielen Szenen, die einem bekannt vorkommen.

Donnerstag liest Jörg ab 23 Uhr im Club Schräglage ein wenig aus seinem Werk, anschließend legt Schowi zum Buch passende Club-Sounds auf. Den Freitag darf man sich bei dem tollen Sommerwetter dann getrost freinehmen.

Jörg Harlan Rohleder  Lokalhelden, Piper,  288 S., € 16,95

Lokalheldenlesung bei der Party Treff, 19.8. 23 Uhr, Schräglage, S-Mitte

06. August 2010

DAS IST EIN BEFEHL!

von Ingmar Volkmann

Huch, so eine Überschrift in Versalien macht doch gleich jede Menge Eindruck. Das sollte es in diesem Fall auch, denn heute sprechen wir keine höflichen Einladungen aus, heute BEFEHLEN WIR DIE TEILNAHME AN DER MORGIGEN KICKERS-BENEFIZ-VERANSTALTUNG „Hurra, wir kicken noch!“ im Theaterhaus. Denn, Ihr ahnt es vielleicht, Benefiz ist nicht der Name des neuen Kickers-Stürmers, hier geht es viel mehr um einen guten Zweck. Das Eintrittsgeld kommt nämlich den finanziell immer noch darbenden Blauen zu Gute.

Fürs liebe Geld bekommt man im Theaterhaus morgen Abend ab 20:15 Uhr jede Menge geboten. Anja Binder singt ähnlich bezaubernd wie auf obigem Foto, Nils Heinrich macht Comedy, die Band Wild Country tritt als musikalische Cowboy-Gang für die Kickers ein, René Mathussek stellt wunderliche Sachen mit einem Ball an und Initiator Joe Bauer trägt in gewohnt lebensbejahender Manier schlecht gelaunt seine Texte vor.

Der Doppelpass zwischen Kickers und Kultur geht bereits in seine zweite Runde, die Premiere der Show „Hurra, wir kicken noch“ im vergangenen Jahr war ausverkauft und fand deutlich größeren Anklang als die durchschnittliche Qualität eines Kickers-Heimspiel.

Also: Fragt euch nicht, was euer Verein für euch tun kann sondern fragt euch mal schön, was Ihr für euren Verein tun könnt. Ab ins Theaterhaus. SONST FANGEN WIR WIEDER MIT DIESEN AGGRESSIVEN GROßBUCHSTABEN AN. ODER SCHICKEN EUCH ZUM NÄCHSTEN EURO-LEAGUE-QUALI-SPIEL DER ROTEN. Dann doch lieber Theaterhaus statt ein neuerliches Molde, oder?

28. Juli 2010

Eva, wo bist du?

von Ingmar Volkmann

Ariane hatte es kürzlich an dieser Stelle vermeldet, ich heul noch immer heimlich in mein Bier, weil Eva ihren Römerhof im Stuttgarter Süden geschlossen hat. Im September soll gegenüber von der Markuskirche ein neues Restaurant aufmachen, kürzlich kam ich am Umzugslaster vorbei, der alle schweren Stühle, tollen Kelche und das übrige Inventar des Römerhofs wegkutschiert hat.

Laut Schaukasten macht Eva bald ein neues Restaurant auf der bekannten schwäbischen Party-Insel Ibiza auf. Weiß zufällig jemand, wohin es Eva und ihre Urquell-Kelche genau verschlagen hat?

27. Juli 2010

Schmidt, the Hammer!

von Ariane Holzhausen

Sonntag haben wir die Baustelle getanzt. Das lag nicht an irgendwelchen Drogen. “Tanz die Baustelle” – so lautete das Motto der Schauspielhaus-Abschiedsparty. Und das sah so aus: Im Saal wird “Der Prinz von Dänemark” gespielt, die Zuschauer – mehr als 800 – hocken auf dem Boden, weil die Sitze ja schon rausgerissen wurden (Foto oben), und während der Vorstellung wird kühles Dosenbier aus der Schubkarre verkauft. So schön kann Theater sein.

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21. Juli 2010

Ab ins Autohaus

von Tobias Köhler

Nur noch ein paar Tage, dann macht das Staatstheater dicht. Nicht für immer, aber für ein Jahr. Denn das Schauspielhaus wird rundherum aufgehübscht. So lange spielt das Geschehen in der ehemaligen Mercedes-Benz-Niederlassung in der Türlenstraße.

Vorher geht’s aber nochmal rund: Am Sonntag, 25. Juli, ab 16.30 Uhr, versteigert das Schauspielhaus sozusagen Haus und Hof. Genau genommen Teile der Bestuhlung, Kostüme, Requisiten, etc. – und Highlights  wie zwei Plätze auf der Bühne für die letzte Vorstellung von “Der Prinz von Dänemark”.

Die Brezel.me-Redaktion weiß schon genau, worauf sie bieten wird: auf ein paar Tonnen Brot, Fleischkäs’ und Remstal-Äpfel aus diversen Volker-Lösch-Inszenierungen. Schließlich ist ein gutes Vesper das wichtigste.