Archiv für die Kategorie ‘Stuttgarter Legenden’

23. August 2010

Brezel am Zaun

von Christiane Wild

Da kann der Tobias noch so viel von Betriebsferien faseln, es täuscht halt nicht darüber hinweg, dass keinesfalls wir ALLE Urlaub haben. Klar, der Tobias hat Urlaub – wie so oft, möchte man sagen, aber er hat ihn sich ja auch irgendwie verdient und so. Behauptet er jedenfalls.

Manche Brezeln sind aber trotzdem da. Und die trifft man an den denkwürdigsten Orten. Da wo was los ist. Im Herzen der Stadt. Am Zaun. Mittendrin.

Oben bleiben, kleine Brezel und lass dich nicht anknabbern!

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18. August 2010

Lokalheldenlesung

von Ingmar Volkmann

Der einzige Mensch, den ich kenne, aus dem je etwas geworden ist, obwohl er bei der Stuttgarter Zeitung gearbeitet hat, ist Jörg Rohleder. Bevor mich die Kollegen in Möhringen gleich erschlagen, folgt die Entschuldigung auf dem Fuße. Kleiner Scherz, gell, Spaß muss sein, und hat diese Woche auch noch einen knorken Aufhänger. Besagter Rohleder stellt am Donnerstag nämlich seinen ersten Roman in Stuttgart vor, das beste Popliteratur-Werk, das ich seit langem gelesen habe.

Rohleder hat seine Karriere wie gesagt einst bei der Stuttgarter Zeitung gestartet, um dann beim angeblichen Nachrichtenmagazin Focus zu volontieren. Über den Umweg Vanity Fair ist der Kollege schließlich beim Musikexpress gelandet, wo er heute Mitglied der Chefredaktion hat.

Jörg ist sozusagen mein heimliches Vorbild, er hat alle noch lebenden Philosophen dieser Erde interviewt, den Dalai Lama, Bill Gates und Sven Väth. Seine größte Leistung war es aber, bei der StZ die verpönte Clubkultur ins Feuilleton zu schmuggeln. Bis Ende der 90er hatte man in Möhringen nur die 100-jährigen Abonennten im Blick, dank Jörg gab es plötzlich Ausgehtipps für Menschen unter 90 im Blatt.

Diese Woche nun ist wie gesagt sein erster Roman erschienen. Der Erstling „Lokalhelden“ dreht sich um das Aufwachsen und Abstürzen in Stuttgart und Region in den 90ern. Das Büchle ist sehr hübsch geworden und funktioniert auch ohne Bezug zu Stadt sehr gut. Wer aber wie der Autor in der witzigsten Dekade des letzten Jahrhunderts im Kessel aufgewachsen ist, wird sich freuen wie blöde ob der vielen Szenen, die einem bekannt vorkommen.

Donnerstag liest Jörg ab 23 Uhr im Club Schräglage ein wenig aus seinem Werk, anschließend legt Schowi zum Buch passende Club-Sounds auf. Den Freitag darf man sich bei dem tollen Sommerwetter dann getrost freinehmen.

Jörg Harlan Rohleder  Lokalhelden, Piper,  288 S., € 16,95

Lokalheldenlesung bei der Party Treff, 19.8. 23 Uhr, Schräglage, S-Mitte
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06. August 2010

DAS IST EIN BEFEHL!

von Ingmar Volkmann

Huch, so eine Überschrift in Versalien macht doch gleich jede Menge Eindruck. Das sollte es in diesem Fall auch, denn heute sprechen wir keine höflichen Einladungen aus, heute BEFEHLEN WIR DIE TEILNAHME AN DER MORGIGEN KICKERS-BENEFIZ-VERANSTALTUNG „Hurra, wir kicken noch!“ im Theaterhaus. Denn, Ihr ahnt es vielleicht, Benefiz ist nicht der Name des neuen Kickers-Stürmers, hier geht es viel mehr um einen guten Zweck. Das Eintrittsgeld kommt nämlich den finanziell immer noch darbenden Blauen zu Gute.

Fürs liebe Geld bekommt man im Theaterhaus morgen Abend ab 20:15 Uhr jede Menge geboten. Anja Binder singt ähnlich bezaubernd wie auf obigem Foto, Nils Heinrich macht Comedy, die Band Wild Country tritt als musikalische Cowboy-Gang für die Kickers ein, René Mathussek stellt wunderliche Sachen mit einem Ball an und Initiator Joe Bauer trägt in gewohnt lebensbejahender Manier schlecht gelaunt seine Texte vor.

Der Doppelpass zwischen Kickers und Kultur geht bereits in seine zweite Runde, die Premiere der Show „Hurra, wir kicken noch“ im vergangenen Jahr war ausverkauft und fand deutlich größeren Anklang als die durchschnittliche Qualität eines Kickers-Heimspiel.

Also: Fragt euch nicht, was euer Verein für euch tun kann sondern fragt euch mal schön, was Ihr für euren Verein tun könnt. Ab ins Theaterhaus. SONST FANGEN WIR WIEDER MIT DIESEN AGGRESSIVEN GROßBUCHSTABEN AN. ODER SCHICKEN EUCH ZUM NÄCHSTEN EURO-LEAGUE-QUALI-SPIEL DER ROTEN. Dann doch lieber Theaterhaus statt ein neuerliches Molde, oder?

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28. Juli 2010

Eva, wo bist du?

von Ingmar Volkmann

Ariane hatte es kürzlich an dieser Stelle vermeldet, ich heul noch immer heimlich in mein Bier, weil Eva ihren Römerhof im Stuttgarter Süden geschlossen hat. Im September soll gegenüber von der Markuskirche ein neues Restaurant aufmachen, kürzlich kam ich am Umzugslaster vorbei, der alle schweren Stühle, tollen Kelche und das übrige Inventar des Römerhofs wegkutschiert hat.

Laut Schaukasten macht Eva bald ein neues Restaurant auf der bekannten schwäbischen Party-Insel Ibiza auf. Weiß zufällig jemand, wohin es Eva und ihre Urquell-Kelche genau verschlagen hat?

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27. Juli 2010

Schmidt, the Hammer!

von Ariane Holzhausen

Sonntag haben wir die Baustelle getanzt. Das lag nicht an irgendwelchen Drogen. “Tanz die Baustelle” – so lautete das Motto der Schauspielhaus-Abschiedsparty. Und das sah so aus: Im Saal wird “Der Prinz von Dänemark” gespielt, die Zuschauer – mehr als 800 – hocken auf dem Boden, weil die Sitze ja schon rausgerissen wurden (Foto oben), und während der Vorstellung wird kühles Dosenbier aus der Schubkarre verkauft. So schön kann Theater sein.

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21. Juli 2010

Ab ins Autohaus

von Tobias Köhler

Nur noch ein paar Tage, dann macht das Staatstheater dicht. Nicht für immer, aber für ein Jahr. Denn das Schauspielhaus wird rundherum aufgehübscht. So lange spielt das Geschehen in der ehemaligen Mercedes-Benz-Niederlassung in der Türlenstraße.

Vorher geht’s aber nochmal rund: Am Sonntag, 25. Juli, ab 16.30 Uhr, versteigert das Schauspielhaus sozusagen Haus und Hof. Genau genommen Teile der Bestuhlung, Kostüme, Requisiten, etc. – und Highlights  wie zwei Plätze auf der Bühne für die letzte Vorstellung von “Der Prinz von Dänemark”.

Die Brezel.me-Redaktion weiß schon genau, worauf sie bieten wird: auf ein paar Tonnen Brot, Fleischkäs’ und Remstal-Äpfel aus diversen Volker-Lösch-Inszenierungen. Schließlich ist ein gutes Vesper das wichtigste.

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15. Juli 2010

Degerlocher Wetterleuchten

von Ingmar Volkmann

Junger Spitz, war das ein Kracher gestern Abend. 1:1 endete das Stadtderby Kickers gegen VfB, ein wunderbarer Anlass, um zu testen, wie viele Fußball-Phrasen man in elf Zeilen unterbringen kann: Ein Klassenunterschied war nicht zu erkennen. Tempofußball hüben wie drüben – um es mit meinem großen Idol Heribert Faßbender zu sagen. Ein frühes Tor hätte dem Spiel gut getan, Enzo Marchese erzielte die Führung der Kickers mit einem fulminanten Sonntagsschuss (an einem Mittwochabend!) in der 37. Spielminute, im direkten Gegenzug erzielte Patrik Funck mit einem abgefälschten Schuss den Ausgleich. Für kurze Zeit verwandelte sich das Schafskäse-Stadion in einen Hexenkessel. Die Zuschauer sahen anschließend viel Leerlauf im Spiel des VfB, die Spieler hatten wohl Felix-Magath-Gedächtnis-Beine, also bollenschwere Stampfer vom Trainingslager.

Einziger Höhepunkt in der zweiten Halbzeit war die Durchsage von Stadionsprecher Frank Pfauth, Polizei und Feuerwehr hätten Starkregen, Starkhagel, Starkwind und sonstige biblische Plagen angekündigt, man solle ich bitte gefälligst entsprechend verhalten. Und während wir auf der Gegengerade noch grübelten, wie entsprechend verhalten bei Hagel genau ausschaut (Hinter Joe Bauer verstecken? Einen VfB-Fan aufspannen? Mit Karl-Heinz Ratzer gemeinsam den Regen verlachen?), flüchtete die halbe Haupttribüne bereits. Selbstverständlich nicht, um Frauchen ins Trockene zu bringen, sondern um den Cayenne noch schnell in die Garage zu fahren.

Alles in allem war es ein herrlicher Abend voll Grasnarben-Fußi, Stadionwurst, ehrlichen Bieren und einem ordentlichen Gewitter. Ich freu mich schon auf nächstes Jahr.

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14. Juli 2010

Wie David 1989 den Erich stürzte

von Tobias Köhler

Es muss ja nichts mehr gesagt werden – aber zu zeigen haben wir noch einiges. Unser “Wir trafen Hasselhoff”-Video, zum Beispiel. Oder unsere fette Bilderstrecke vom irrwitzigsten Event des Jahres. Also reinklicken!

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13. Juli 2010

Hasselhoff-Warm-up

von Ingmar Volkmann

YouTube Preview Image

Heute ist der Tag des Herrn: David Hasselhoff liest, signiert und isst Burger bei Hugendubel. Los geht das Spektakel um 16 Uhr. Zur Einstimmung auf dieses Highlight das vielleicht beste Video der Musikgeschichte, eine Reminiszenz an Dada, ein LSD gewordener Bilder-Reigen, ein visueller Spaziergang in den Wahnsinn: „I can’t stop this feeling“, starring David „Hoogachacka“ Hasselhoff. Zum Genießen!

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09. Juli 2010

Paulchen, reim dich!

von Tobias Köhler

Pulpo-Paulchen aus Oberhausen entwickelt sich zum Publikumsliebling auf Brezel.me. Die Brezel.me-Fans auf Facebook reimen wie die Wilden – durch die Bank liebevolle – Morddrohungen gegen den Kraken, der eigentlich nur den Fehler gemacht hat, die Niederlage von Jogis Jungs korrekt vorherzusagen. Wir haben die besten Pulpo-Poeme zusammengestellt.
  • Kraken im Magen beantworten keine Zukunftsfragen. (Martin)
  • Bei Kraken aufm Teller geht’s auch nicht viel schneller. (Klaus)
  • Hängt der Kraken erst am Haken, ist Schluss mit Vorhersaken. (Mathias)
  • Fliegen tief die Schnaken, gibt’s frittierte Kraken. (Sabine)
  • Es duftet schon – vom Essenstisch – verführerisch – der Tintenfisch. (Tobias)
  • Oktopusse gibts wie Sand am Meer – aber leider keine deutschen Weltmeister meehr. (Heike)
  • Tintenfisch zum Mittagessen – Krake gibt es zum Dessert – Pulpo wird danach gegessen – Oktopus noch hinterher. (Tobias)
  • Tintenfisch und Krakentier sind nun nicht mehr sicher hier. (Klaus)

Wer setzt noch einen drauf?

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09. Juli 2010

Don’t hassel the Hoff!

von Tobias Köhler

Stuttgart gerät in Ekstase! Über Facebook verbreitet sich die gute Nachricht wie ein Lauffeuer: nächsten Dienstag (16 Uhr) kommt David “The Hoff” Hasselhoff zur Signierstunde zu Hugendubel in die Königstraße.

Selbstverständlich wird Brezel.me mit einem Großaufgebot an Reporter vor Ort sein, um auf allen Kanälen vom Auftritt des großartigsten Bademeisters aller Zeiten zu berichten.

Zur Vorbereitung empfehlen wir den Konsum aller “Baywatch”- und “Knight Rider”-Staffel. Und die Lektüre von Samy Molchos Standardwerk “Körpersprache” – um die Handzeichen des Meisters richtig deuten zu können.

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08. Juli 2010

Nach der WM ist vor den Kickers…

von Ingmar Volkmann

… so oder so ähnlich lautet eine alte Fußballweisheit von Sepp Herberger, dem Jogi Löw des 20. Jahrhunderts. Bevor wir alle nach dem Wochenende in ein Loch fallen so tief wie das Angriffsspiel der Spanier, schlagen wir statt dessen allerfeinsten Live-Fußball zur Vorbereitung auf die nächste Buli-Saison vor.

Nächste Woche Mittwoch stellt sich nämlich live die Gewissensfrage: Biste blau oder rot? Immer noch blau nach vier Wochen WM, werden die einen antworten, rot vor Neid auf dieses schöne kleine Stadion auf der Waldau antworten dagegen alle Bad Cannstatter. Guido „Diego“ Buchwald, der Arne Friedrich der Neunziger, kann sich auf dem Plakat auch nicht so recht entscheiden und bemüht, wie das der gewöhnliche Fußballer eben gerne so vor der Ecke im Strafraum macht, den größten deutschen Vorstopper aller Zeiten, Johann Wolfgang von Goethe (Eintracht Frankfurt): „Zwei Seelen wohnen, ach in meiner Brust, eine blaue und eine rote, weil beide Vereine ich so stark finde in diesem Stutengarten.“ (Faust, Nachspielzeit).

Wer sich auch nicht so recht entscheiden kann oder einfach nur nach einem guten Vorwand für eine gescheite Stadionwurst sucht, schreibt einfach eine Mail an brezel.me, Stichwort blauoderrot. Wir verlosen zweimal zwei Stehplatzkarten.

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04. Juli 2010

Älles Gute

von Ingmar Volkmann

Im Namen von Christian „Dritte Wahl“ Wulff, Angie „wenigstens in Südafrika habe ich Spass“ Merkel und OB Dr. Wolfgang Schuster gratulieren wir an dieser Stelle dem Thomas Müller unter den Stuttgarter Blogs, www.kessel.tv, zum zweiten Geburtstag.

Wie Thomas Müller kam der Internet-Blog „for true Swabian Gangsters und Hustlers“ vor zwei Jahren aus dem Nichts, um der hiesigen, Achtung, grausames Wort, Blogosphäre, sehr schnell das Fürchten zu lehren.

Während man sich anfangs in Sachen Besucherzahlen an Wacker Burghausen orientieren konnte, wird der Turnschuh-, Gastro- und Philosophie-Blog heute beinahe täglich von den Spionen von Real Madrid beobachtet, weil längst Champions-League-Potential. Würde mich nicht wundern, wenn eines Tages ein Medienunternehmen aus der Steinzeit, also ein Verlag, der noch mit Printprodukten sein Geld verdient, den Internet-Blog für einen dreistelligen Millionenbetrag kaufen würde.

Brezel.me-Autor und Superstar-DJ Martin Elbert treibt mit einigen Mitstreitern ordentlich Schabernack, erklärt der Gemeinde, wie sie wochenends der Restrealität entfliehen kann und ist sich auch sonst für keinen Hirnfurz aus Heslach zu Schade. Äußerst spannend an Kessel.tv ist im Übrigen die Publikumsbeteiligung: Wo brezel.me maximal von drei Leuten öffentlich beschimpft wird, diskutieren bei kessel.tv mitunter 150 Leute über die wichtigen Dinge im Leben. Wir gratulieren.

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30. Juni 2010

Ice Ice Baby

von Tobias Köhler


Es gibt Dinge, ohne die man sich sein Leben nicht vorstellen kann. Der legendary Eismann ist einer davon. Wenn wir wochenends in unserem Schrebergärtchen vor den Toren der Stadt herumfläzen, wartet die ganze Bande nur auf eines: dass der Eismann zweimal klingelt.

Wenn er das denn tut, naht sich wenig später ein Gefährt, das schon alt war, als wir noch jung waren. Ein VW-Bus, geschätzt Baujahr 1960. Vorne fährt der Meister selbst. Hinten drinne thront eine praktisch durchweg übellaunige Matrone über einer sehr überschaubaren Anzahl von Eiscontainern aus dem Großmarkt. Mehr als sechs Sorten sind meistens nicht zu haben. Wie lange die da schon herumkutschiert werden, weiß auch keiner. Wir haben die Karre deshalb früher die “Salmonellenschleuder” genannt. Und trotzdem immer ordentlich zugelangt.

Denn die Eiskugeln sind für heutige Verhältnisse sensationell billig: 60 Cent pro Stück.

Und wie das an den dieser Tage plötzlich wieder gehäuft auftretenden Sonnentagen so ist – da sind uns die jämmerlichen Böbbel vom fahrenden Eismann im Gärtle tausend Mal lieber als die – zugegeben sehr leckeren – Designerkugel vom “Old Bridge” in der Bolzstraße.

Wir wünschen uns, dass es dem fahrenden Eismann noch lange so geht wie dem VW Käfer: er läuft und läuft und läuft…

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15. Juni 2010

Materialien zur Mittagspause X

von Ingmar Volkmann

Wir haben immer noch Hunger. Diese Woche ganz besonders, denn einer der besten asiatischen Vesper-Plätze im Städtle feiert Fünfjähriges: das Noodle No. 1 am Wilhelmsplatz.

Ich bin in Sachen Gastronomie ja etwas schwierig. Wo bei anderen nur das Auge mitisst (tut das eigentlich weh, so eine Ente süß-sauer durchs Auge?), isst bei immer die Sympathie mit dem Gastronom mit. Wenn ich den Wirt mag, geh ich lieber hin, als wenn der Wirt ne Schabrake ist.

Klingt einfach, macht bestimmt jeder so, bei mir ist es aber so neurotisch, dass ich in bestimmte Läden nicht gehen kann, obwohl Kaffee, Kuchen, Pizza, Rotwein, Gin Tonic und Schnäpse astrein sind, aus biologischem Anbau, artgerechter Kurzen-Haltung und vom einzigen Gin-Brenner, der seinen Gin in einer vom Vatikan geweihten Badewanne brennt. Wenn der Wirt ein Schmock ist und mit seinem Gelaber nervt, kann ich nicht hin. Schlechtes Karma schlägt großen Hunger und Durst.

Ins Noodle gehe ich deshalb extra gerne, weil die Wirtin Fanny ziemlich zauberhaft ist, immer nett, immer ein ehrliches Lächeln am Start, ihr Ingwer-Tee macht mich stark und je nach Wetterlage bade ich in Entensuppe (Nummer 13) oder der Singapur-Platte.

Zum Fünfjährigen am 17.6. hat sich Fanny was Besonderes ausgedacht: Es gibt ein spezielles Menü und ein Teil der Einnahmen geht direkt an ein Waisenhaus, das sie regelmässig in ihrer vietnamesischen Heimat besucht. Spachtel ordentlich und tue Gutes dabei, was willste mehr?

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