Archiv für die Kategorie ‘Mord und Totschlag’

19. Januar 2012

Kleine Rabauken

von Martin Elbert

(Bild tut nichts, bzw. wenig zur Sache.)

Guns, Gin and Robbery. Ist die heutige Jugend krasser? Man weiß es nicht. Die zwei sinds auf jeden Fall.

PP Stuttgart / Fahrzeugembleme gestohlen – zwei Schüler tatverdächtig

Stuttgart-Ost: Die Polizei hat zwei 14-jährige Schüler ermittelt, die in den vergangenen Wochen von mindestens 35 Fahrzeugen verschiedener Marken die Embleme abgerissen haben.

Auf die Spur der zwei Buben kamen die Beamten, weil die Schüler am 10. Januar mit erlaubnisfreien Softair-Waffen aus einer Wohnung im Stuttgarter Osten auf ein vorbeifahrendes Auto geschossen hatten. Der Autofahrer erstattete Anzeige und rief die Polizei. In der Wohnung trafen die ermittelnden Beamten die zwei Schüler an. Bei der Suche nach der Waffe im Beisein der herbeigerufenen Mutter fanden die Beamten nicht nur zwei Softair-Waffen, sondern auch 35 offensichtlich gestohlene Fahrzeugembleme. Beide Schüler waren offensichtlich alkoholisiert.

Die Buben räumten ein, seit Mitte Dezember 2011 in den Stadtteilen Gaisburg und Ostheim die Fahrzeugembleme verschiedener Marken gestohlen zu haben.

Bei der Polizei sind bislang lediglich zwei Anzeigen wegen solcher Diebstähle eingegangen.

Die Polizei ermittelt nun gegen die Jugendlichen wegen der Schüsse auf das Auto und des Diebstahls der Embleme. Ferner prüft sie auch, ob die Eltern eines der Schüler  gegen ihre Fürsorge- und Erziehungspflichten verstoßen haben.

Der Jugendsachbearbeiter sowie Beamte des Jugenddezernats übernehmen die weiteren Ermittlungen.

Autofahrer, denen im Zeitraum seit Mitte Dezember 2012 in den angeführten Stadtteilen Autoembleme gestohlen wurden, werden gebeten, sich beim Polizeirevier 5 Ostendstraße unter der Telefonnummer 8990-3500 zu melden.

07. November 2011

Der Fahrer trug Bluejeans

von Martin Elbert

(Achtung, die 3-er BMW-Fahrer kommen)

3-er BMW-Fahrer leiden bekanntlich unter einem notorisch schlechten Ruf. Daran wird auch folgende Meldung nichts ändern können.

PP Stuttgart / Steinpoller und Auto gerammt – Zeugen gesucht

Stuttgart-Mitte: Der Fahrer eines dunklen BMW der 3-er Reihe hat am Donnerstag (03.11.2011) gegen 23.40 Uhr mit seinem Wagen beim Linksabbiegen von der Lange Straße in die Kronprinzstraße Steinpoller aus der Verankerung gerissen und anschließend einen am Straßenrand geparkten Pkw Ford Fiesta gerammt. Am Ford Fiesta entstand ein Schaden von rund 2 500 Euro.

Ständig Gas gebend fuhr er auf der Gegenfahrbahn der Kronprinzstraße weiter, einen der herausgerissenen Steinpoller schleifte er bis zum Kronprinzplatz mit. Dort hielt er kurz an, stieg aus, sah sich den Schaden an seinem Wagen an und fuhr daraufhin wieder weiter. (Ey scheiße Alta, meine tiefgelegte Karre!)

Der Fahrer war etwa 20 Jahre alt, trug eine Bluejeans, ein graues Oberteil und eine Baseballkappe. Sein BMW muss beschädigt sein.

Wer den Vorfall beobachtet hat und Hinweise zu dem Auto oder dem Fahrer geben kann, wird gebeten, sich mit der Verkehrspolizei unter der Telefonnummer 8990-5200 in Verbindung zu setzten.

15. Juni 2011

EHEC-Brille

von Martin Elbert

Okay, okay, über EHEC soll man sich nicht lustig machen. Schlimme Sache, das, und definitiv schlimmer als Stromausfall in S-West, wie gestern Abend passiert, zumindest in meinem Block. Aber da Brezel.me seit kurzem der neu Kack-Blog ist, hab ich zufällig passend dazu im Westen diese Klobrille entdeckt. Eine herrenlose Klobrille auf der Straße macht von vornerein stutzig, verpackt in einer Tüte mit dem Aufdruck “Obst macht fit!” wirkt sie zu EHEC-Zeiten besonders kurios. Den Rest kann man sich dann mal selber ausmalen…

19. Mai 2011

Elchtest

von Martin Elbert

Scheiße Mann, ich hab´s ja wirklich echt nicht so mit Plüschtieren, eigentlich gar nicht. Gut, ich drehe auch keine Youtube-Tutorials über Schminke, in denen die Youtuberinnen gerne ihre Plüschtier-Galerie hinter sich aufbahren wie einen Altar. Das einzige Plüschtier, dass ich wirklich gerne hätte, wäre ein echter Plüschtier-Ingmar, an den ich mich abends rankuscheln kann.

Heute früh schaue ich aus meinem Fenster und was ich da sah, hat auch mir fast das Herz zerrissen: In der Allesreinwasnichtpapierundglasisttonne lag dieser Plüsch-Elch, halb erwürgt vom Deckel der Mülltonne – und hat dabei immer noch gegrinst, scheinbar nichts ahnend welches Schicksal ihn bald erheilt.

Mann Leute! Mensch Nachbarn! Ihr stellt doch sonst immer jeden Kram auf den Gehweg und schreibt blöde Zettel dazu (“Zum Mitnehmen!”), warum nicht dieses schöne Tier? Hätte sich bestimmt noch jemand gefreut. Aber vielleicht war es auch ein Erinnerungsstück, das man endlich los haben wollte, weil eben so viele Erinnerungen drin stecken. Wer weiß das schon.

Ich erinnerte mich jedenfalls spontan auch an den berühmten A-Klasse-Elchtest. Kennt den noch jemand? Die damals in den Mitte 90er neue A-Klasse umgekippt bei so einem Fahrtest der eben Elchtest heißt. Oder Wildschwein-Test oder Rehtest. Scheiß Schwerpunkt und so. Davon hat Harald Schmidt mehrere Wochen gezerrt. War ehrlich gesagt schon bisschen witzig.

Nun, die A-Klasse gibt es trotzdem immer noch, dieser Elch wird bald abgeholt. Ich weine eine Träne für ihn.

18. Mai 2011

Parkraummanagement

von Ingmar Volkmann

Wie parkt es sich eigentlich mittlerweile im Westen? Ich trau mich da ja nie hin, ist mir viel zu hipp, der Stadtteil. Wenn ich aber einflussreiche StZ-Mitarbeiter mit Wohnsitz West auf das neue Parkraummanagement anspreche, kriegen die vor lauter Schnappatmung keinen Ton raus.

Falls es also immer noch nicht so rund läuft/parkt: Als besonderen Service von brezel.me vervielfältigen wir gerne das obige zärtliche Schreiben – für den Nachbar, den persönlichen Lieblingsfalschparker, die S-Klasse von nebenan, für den LKW vor der Wohnungswand, kurz: für alle West-Parker der Herzen.

03. Mai 2011

Walpurgisnacht

von Martin Elbert

(So gings ab aufm Killesberg in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die Bürger demonstrierten für einen Ersatzfeiertag, weil der 1. Mai dieses Jahr auf einen Sonntag gefallen ist. Bild dapd.)

1. Mai. Die Älteren unter uns kennen das noch. Autos mit Toilettenpapier umwickeln, Gartentörle aushängen oder Mülleimer umkippen. Mai-Scherze muss man nicht verstehen. Gemacht haben wir es trotzdem als kleine Bengel.

Noch weniger verstehe ich wiederum diese Bollerwagen-Tradition. Glaub so ne Land-Geschichte. Am 1. Mai ab morgens neun Uhr mit einem Kaschten Bier durch die Gegend eiern und sich dabei volllaufen lassen. Eventuell singt man noch ein paar Lieder, am  Tag der Arbeit. Geile Message, da wir heute nicht arbeiten, hauen wir uns die Rübe weg. Profis machen das schon in der Nacht und genießen den Tag bzw. streicheln ihren Kater.

In Kreuzberg und im Schanzenviertel wird am 1. Mai traditionell gerne mal etwas angezündet oder eine Scheibe eingeschlagen. Ist so ein Trend aus den 80ern. Bin ich zu jung für um das zu verstehen. Allerdings musste ich daran, als ich heute früh die Polizeipressmeldung mit der Überschrift “Vorkommnisse im Rahmen der Walpurgisnacht” denken. Na nu dachte ich mir schon, was geht ab? Straßenschlachten in Sillenbuch, brennende Autos  am Vogelsang, zerstörte Clublounges auf der Theo? Awa, nix dergleichen:

“Problemlos verlaufen ist die diesjährige Walpurgisnacht aus polizeilicher Sicht. Gegenüber einem „normalen“ Wochenende war kein erhöhtes Einsatzaufkommen zu verzeichnen.”

Das ist doch mal ein schöner Zweizeiler. Alles friedlich hier, wissen wir ja. Oder auch nicht: Eine Woche dafür mussten rund 90 Cops ausrücken. Massenschlägerei vor einer Disco. Vielleicht ist da jemand mit dem Datum durcheinander gekommen.

02. Mai 2011

Verfolgungswahn

von Marc Hippler

Leute, irgendetwas stimmt hier nicht. Wir fühlen uns beobachtet. Jemand ist hinter uns her. Zwielichtige Gestalten lungern vor dem Brezel-Tower herum. Das Licht flackert. Steckt etwa Grace van Cutsem dahinter?

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Wir haben Angst.

Solltet Ihr nichts mehr von uns hören: Es war toll mit Euch!

19. April 2011

Klägliche Schlingel

von Martin Elbert

Drei Sachen, erstens: Am Ostermontag kommt der nächste Stuttgarter Tatort. Spielt im Umfeld der Wagenhallen, die “nicht den grauen Männern zum Opfer fallen dürfen”, so der Klappentext auf TV-Movie. Harter fiktionaler Tobak, die Realität sieht rosiger aus. Die Wagenhallen haben letztes Jahr einen Mietvertrag für fünf Jahre bekommen. Yeah.

Zweitens: Früher haben wir als Teenies die Preisbepper in der Lerche vertauscht, also manchmal wenn wir mutig waren. Also aufm Album für 16,50 Mack das Preisschild von der Maxi von 8,50 Mack draufgeklebt. Hatten es ein paar DJ-Eulen am Wochenende von. Hat die Kassiererin nie gecheckt. Waren ja keine Bon Jovi Platten sondern Rap.

Drittens hat mich die Beppertausch-Geschichte an folgende Cop-Story vom Wochenende erinnert, da simmer wieder beim Tatort. Ich weiß, ich wiederhole mich: Aber ich bin verliebt in den Menschen, der diese Pressemitteilungen schreibt, dieser Schlingel.

Schnaps ergaunert

Vaihingen: Beim Versuch, sich eine Flasche Wodka zu ergaunern, sind zwei 16-Jährige am Schwabenplatz ertappt worden.

Die Jugendlichen hatten am Freitag (15.04.2011) gegen 17.00 Uhr in einem Supermarkt einer Mitarbeiterin an der Info-Theke vorgegaukelt, sie hätten im Supermarkt etwas „vergessen“. Da sie eine Flasche Wodka dabei hatten fragten sie die Dame, ob sie diese mit in den Markt nehmen dürften.

Die Frau versah daraufhin die Flasche mit einem Siegel, um sie als bezahlte Ware zu kennzeichnen und erlaubte den Jungen so die Mitnahme in den Markt, nicht wissend, dass die beiden Schlingel ihre Flasche nur mit Wasser gefüllt hatten.

Im Geschäft tauschten die beiden dann ihre mitgebrachte Schnapsflasche gegen eine „Richtige“ um, klebten das Siegel darauf und versuchten dann, den Supermarkt durch die Kassen zu verlassen.

Da sie jedoch von den Ladendetektiven beobachtet worden waren, scheiterte dieser Versuch kläglich. Die beiden wurden zur Polizeiwache in der Balinger Straße gebracht, wo eine Anzeige aufgenommen wurde. Im Anschluss wurden sie von ihren Eltern abgeholt.

28. März 2011

Stories from Konschtanz City

von Martin Elbert

Krasse Wende beim Brezel-Blog: Berichten jetzt nicht mehr aus Stuttgart sondern live aus Konschtanz (Foto: dpa). Da passiert nämlich fast mehr als im Kessel, musste ich gestern Abend mal wieder feststellen. Zumindest muss man eingestehen, dass der Bodensee-Tatort derzeit in den Punkten Spannung und Themen einen kleinen Vorsprung gegenüber dem Stuttgarter hat.

Neulich erst (gefühlt vor zwei Sonntagen, diese Tatort-Verteilung ist manchmal schwer zu verstehen) hat Klara Blum einen Serienmörder gejagt, der seine Opfer fast so skurril erledigte wie einst zu besten Twin-Peaks-Zeiten der finale Gegenspieler von Agent Cooper. Fire walk with me, gelöscht mit feinstem Bodensee-Wasser.

Gestern mehr so Psychologie. Obwohl die Sachlage dieses Mal von Anfang an klar war – strenge Richterin, spezialisiert auf Sexualdelikte, tötet beim Joggen in Notwehr einen vermeintlichen Vergewaltiger – mussten sich Superwumme Klara Blum und der nicht so ganz uncoole Perlmann durch ein Dickicht aus Falschaussagen und bizarren Sexspielchen schlagen, in einer weiteren Hauptrolle das gute alte Internet.

Da macht schon mal ein schicker Kreispolitiker im gut sitzenden Anzug und schnittigen A6 auf einer SM-Plattform einen Termin zu sogenannten Rape-Treffen aus, einer gespielten Vergewaltigung. Das Thema Homosexualität hat man auch gerade noch so irgendwie eingebaut, nicht zu vergessen das Grundthema: Wie stellt man nach einem falschen Gerichtsurteil wieder seine Reputation her? Als Hausmeister an der Uni z.B..

Zugegeben, viel Content auf einmal, manches auch etwas haarsträubend, aber im Faktor haarsträubend hat ja Frau Burda letzte Woche noch mehr den Vogel abgeschossen. Zudem hat der Regisseur des gestrigen Bodensee-Tatorts wohl ganz gerne die großartige Serie “Lie To Mie” auf Vox angeschaut, in der der unfassbar gute Hauptdarsteller Tim Roth stoisch anhand der Mimik Lügen aufdeckt. Versucht man jetzt auch in Konstanz. Klappt bedingt.

Das insbesondere stark ausgearbeitete Duell zwischen Blum und der Richterin kam gut an: Laut Spiegel Quote von 9,64 Millionen Zuschauer. Das ist nen Wort.

Wer die geile Show nicht gesehen hat, kann das in der ARD Mediathek nachholen.

24. März 2011

Endlich! Heute Abend: Brigitte Nielsen bei SOKO

von Martin Elbert

OMG bin ich aufgeregt: Heute Abend kommt die Folge 40 der SOKO Stuttgart mit, törö!, Brigitte Nielsen. Dem alten Brigitte-Fan Köhli (hat nen Abo der beliebten Frauenzeitschrift) hing schon im Sommer 2010 die Zunge am Boden bei dieser wahnsinnigen Meldung.

Und es wird noch wahnsinniger: Die SOKO Folge heißt tatsächlich: “Stuttgart ist sexy!” Alta! Muss ich sofort an Wowi denken. Reich und sexy, heißt das dann vielleicht bei uns. Eine der wirtschaftsstärksten Regionen der Erde. Und jetzt auch noch sexy! Endlich! Goil. Hab nen Ständer.

Den kriegt man eigentlich bei Gina Wartenberg, mega Rollenname, so heißt nämlich die Gitte heute Abend, fast nicht mehr. Der Jurastudent Robert Meier scheinbar aber schon. Der ist vom Balkon geflogen und die Ermittlungen ergeben schnell, dass er nicht nur rumjuriert sondern auch als Callboy rumhurt. Und Gina war eine Kundin und ist prompt hochgradig verdächtig. Spannung pur! Mittlerweile fast mehr als in jedem Tatort.

Hier kann man ein paar Bilder vorab auf sich wirken lassen.

SOKO Stuttgart, 24.3., 18:00 Uhr, ZDF

Die Folgen können auch bequem in der ZDF Mediathek angeschaut werden.

Update: Ab 18 Uhr berichten wir mit verschwitzten Händen live auf Twitter!

31. Januar 2011

Promi SOKO

von Martin Elbert

(Foto dpa)

Auf nix ist mehr Verlass. Auf den VfB sowieso nicht und gestern Abend kam auch kein “richtiger” Tatort, sondern ein vielgelobter Schimanski. Zumindest wurde er im Spiegel gelobt. Okay, eigentlich ist es ja der Tatort schlechthin, so mit Schimanski, hab trotzdem allerhand Zeug nebenher erledigt und war nicht konzentriert bei der Sache. Irgendwie werde ich mit Götz-Tatorten in diesem Leben nicht mehr warm.

Dafür bin umso mehr unten mit Macho-Jo, Quotenbusen Anna Badusi, Mutter Martina Seiffert und natürlich mein ganz persönlicher Held, der PC-Nerd, Rico Sander, von der SOKO Stuttgart. Haben sogar mittlerweile einen Wiki-Eintrag.

Die längst weltbeste Serie geht langsam in den Status “Dauerbrenner” über. Die dritte Staffel ist unter Dach und Fach, Ehrensache und morgen ist offizieller Drehbeginn und dauern planmässig bis November an. Hab übrigens neulich mal SOKO Lemgo oder so gesehen. Püh! Die können ja nix gegen das durchstrukturierte Stuttgarter Team!

Trat oder tritt noch (keine Ahnung, hab kürzlich zwei, drei Folgen verpasst) in der zweiten Staffel die schon lange nicht mehr attraktive Brigitte Nielsen auf, konnte man auch für den dritten Reigen Personal verpflichten, das man unter anderem vom perfekten Promi-Dinner kennt.

Zum Beispiel spielt in der Folge “Lavendeltod” (Tatwaffe ein Lavendelstrauß aus dem Garten meiner Mutter) Karoline Eichhorn eine Bestseller-Autorin, deren Assistentin ermordet wird. Karoline Eichhorn musste ich jetzt aber erst mal googlen um dazu ein Gesicht zu bekommen, ah, die ischs also!

(Foto dpa)

Das absolute Highlight wird höchstwahrscheinlich aber die Folge “Kennedys Tod” mit Ex-VfB-Profi Hansi Müller und Wilson Gonzales Ochsenknecht! Oleole! Super Hansi, ole! Der mehr oder weniger sympathische Jungschauspieler Wilson spielt den jungen Kicker Tobias, der in einem Mordfall in Fußballkreisen ins Visier der SOKO gerät. Hansi Müller mimt schätzungsweise einen, ähm, Fußballrentner. Vielleicht wird auch nochmals das Länderspiel Italien : Deutschland von 1982 nachgespielt. Die zweite Revange und so.

Hochkarätige Ansammlung an Menschen, die man immer wieder gerne auf der Mattscheibe sieht. Oder auch nicht. Mag weder Wilson noch Müller, der sass erst neulich recht hölzern im Sportstudio rum und hat, passend zu seinem Job, Fußballrentner-Weisheiten von sich gegeben. In einer Fernsehserie kann ich mir den noch weniger vorstellen als den talentierten wie engagierten Theater-AGler Ingmar V.. Aber wer weiß, vielleicht ist das ja der Durchbruch für ein zweites Standbein. Oder die letzte große Rolle in seinem Leben.

17. Januar 2011

Chuckeline, die Werbepuppe

von Peter Meuer

Das Spielzeug-Business ist ein knallhartes Geschäft. Niemand weiß das besser als das Team des Internationalen Spielzeugsalons, der ungefähr alle 13 Tage in Böblingen stattfindet. Damit die kauffreudigen Massen weiterhin die Messe stürmen, statt zuhause Starcraft II zu spielen oder auf Duke Nukem Forever zu warten, hat die PR-Abteilung des Spielzeug-Salons nun ein neues Model engagiert. Vergangene Woche erreichte uns die Pressemitteilung samt Foto (honorarfrei – ein Reizwort für Journalisten!):  Zur ihrem etwa 666-jährigen Jubiläum habe die Spielzeugbörse endlich einen Werbeträger, der in unseren viel zu virtuellen Zeiten eine neue Dinglichkeits-Offensive einleitet.

Ihre Ausstrahlung ist eher herb. Ihr Haar steht wirr und weiß. Eine Narbe teilt ihr Gesicht. US-Militärs haben ihre Augen in der Hochphase des kalten Krieges entwickelt. Besonders auffällig ist aber ihr Mund: Sie hat nämlich keinen. Sie ist eine Mischung aus Medusa, CIA-Agentin, Powerpuff Girl und Stephanie zu Guttenberg.

Es ist offensichtlich: Chuckeline, die Werbepuppe, ist das perfekte Kinderspielzeug. Sie ist das visuell-emotionale Äquivalent zu Ruf! Mich! An! Ihre Botschaft: Spiel! Mit! Mir!

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16. November 2010

Gemischte Streifen

von Christiane Wild

Viel wurde an dieser Stelle in den vergangenen Tagen von Mord und Totschlag und Tatort und Soko und so geschrieben. Heute Morgen meldete sich dann mal die echte Polizei zu Wort. Für die Pressemitteilung gibt es einen bunten Grund: Das grüne Outfit hat ausgedient (siehe Foto, man beachte die entspannte Körperhaltung der beiden Polizei-Models). Blau ist das neue Grün. Das wusste man schon irgendwie.

Der Polizei war es jetzt aber offenbar ein Bedürfnis zu erwähnen, dass nicht alle Beamten die neuen Klamotten gleichzeitig bekommen. “Deshalb wird es sicher noch einige Zeit gemischte Streifen in grün/blau” geben”, heißt es.

Ganz schön bunter Haufen, nich wahr.

15. November 2010

Alpha 0.7

von Martin Elbert

(Bild dpa)

Gestern war Stuttgart-Fernsehtag. Die Dora hat ja den Tatort schon etwas auseinandergenommen, auch das Mutterblatt, bzw. der Autor, fand ihn eher ebenfalls eher fad, genauer gesagt die Thematik zu brav umgesetzt.

Ich sag: Ging. Konnte man anschauen. Witzig waren die stark wechselnden Schneeverhältnisse in den drei, vier Ermittlertagen. Von arktisch bis Tauwetter war da alles dabei. Und nicht zu vergessen die längst berühmten Blaulicht-Einsätze, dieses Mal z.B. über die Zeppelinstraße, vorbei am Haus von Willi Weber und im nächsten Schnitt in einem Bunker angeblich in Mühlhausen zu sein – hat einfach was.

Gestern war aber noch mehr Stuttgart geboten: Im Dritten startete um 22:40 Uhr der Sechsteiler Alpha 0.7, wie auch schon die Chefs mal berichtet haben, mit jede Menge bekannten deutschen (Jung)-Schauspielern, denen ich nie einen Namen zuweisen kann, außer dass die Blonde links Frau Mühe heißt. Die und ihre Kollegen haben im Sommer übrigens mal auf meine Musik getanzt in der Suite, so nach den Dreharbeiten. Habs bloss in dem Moment bloss nicht geblickt, dass die da waren.

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Genug angegeben: Alpha 0.7 spielt im Jahr 2017 in Stuttgart und Stuttgart 2017 sieht irgendwie genauso aus wie Stuttgart 2010. Auch ein Minicooper ist dann noch das Auto in the place to be, nur die Navi ist so mehr crazy. Und überall sind Kameras, Gesichter werden gescannt und prompt einem Datensatz zugeordnet. Big Brother Stuttgart halt.

Johanna Berger nimmt einen neuen Job in einer Firma an, die einen neuen Job in einer, hmmm, Überwachungstechnikfirma (?) anfängt. Name vergessen. Die Firma wiederum stellt am selben Tag einen neuen Scanner vor, der das Hirn auf vorhandenes Verbrechenspotential überprüft. Die Vorstellung wird prompt von Anti-Überwachungs-Aktivisten gecrashed. Weiterhin ist tags zuvor ein bekannter Hirnforscher bei einem Autounfall ums Leben gekommen und Johanna ist in ihren Alpträumen am Unfallort gewesen.

War alles in allem bissle viel auf einmal gestern Abend, aber durchaus spannend. Freu mich jedenfalls auf nächsten Sonntag. Wer die erste Folge verpasst hat, kann sie auch auf dem ARD-Youtube-Channel anschauen – oder halt hier:

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Das besondere an der Produktion ist übrigens, dass Alpha 0.7 die erste fiktionale Serie ist, die im TV, Internet und Hörfunk ausgestrahlt wird.

14. November 2010

Tatort Bärensee

von Dora Asemwald

Foto: SWR/Stephanie Schweigert

Jetzt haben wir ja grad festgestellt dass Taschendiebstahl in Stuttgart nicht so en vogue ist. Bei Mord ist das jedoch anders – wenn schon nicht statistisch dann zumindest im Krimi, sei es am Tatort oder bei der Soko. Grad eben gab’s mal wieder eine Leiche für Lannert und Bootz, am verschneiten Joggerparadies Bärensee. Gleich der erste Verhörte führte sich verdächtig auf. Mir kam der Bursche auch verdächtig vor, sah er doch Kriminaldirektor Kaiser von der Soko verdammt ähnlich. Kein Wunder, denn der wird ebenfalls von Karl Kranzkowski gespielt.

Von Stuttgart gab’s wenigstens was zu sehen, aber auch eine Bar aus Baden-Baden und ein Karlsruher Gymnasium wurden einfach hier her verfrachtet. Das ganz große Problemthemenfass wurde aufgemacht: Illegale Einwanderung, Abschiebung, Schulsystem, Schwarzarbeit, verbotene Liebschaft, Kindsentführung und polizeiliches Gemauschel um Anstand oder Recht. Jedoch eins haben sie dabei ein bisschen vernachlässigt: Spannung. Dafür gab’s bemitleidenswerte Kinder, weinend. Und die passende Diskussion bei Anne Will folgte auf den Fuß.

Wer’s verpasst hat und von mir nicht abgeschreckt wurde: http://www.ardmediathek.de