
Steh- oder Sitzpinkler? Die große Fragen in mischgeschlechtlichen Toiletten. Hier hat die Emanzipation voll und ganz zugeschlagen, auch wenn mir der eine oder andere Mann noch ein „Stand up for your rights“ entgegenschmettert. Ich wollte mal schauen, wie weit der Wandel vorangeschritten ist und habe eine der letzten Männerdomänen infiltriert: Die Herrentoilette. Ich war schockiert. Sogar Pissoirs sind hier bestuhlt. Da fehlen mit jetzt die Worte.
Archiv für die Kategorie ‘Kurz kluggeschissen’
16. August 2010
Die letzten Geheimnisse der Männer
von Dora Asemwald
23. Juli 2010
Ein Leben ohne Hund …
von Dora Asemwald
Das Auto als Medium für Botschaften aller Art ist ja bekannt. Hier ist jemand auf den Hund gekommen: „Ein Leben ohne Hund ist ein Irrtum!“. 91,1% aller Haushalte in Deutschland leben ohne Hund, laufen also einem riesigen Irrtum auf! Vielleicht ist aber auch der innere Schweinehund in der Rechnung mit inbegriffen. Dann wär ich d’accord. Kaum auszumalen was wäre, wenn wirklich jeder einen äußeren Hund hätte. Ein Großteil der 9.638.000 Nichtirrenden lässt seinen Köter jetzt schon in jedes Eck kacken.
Loriot war übrigens in der Hundefrage etwas spezifischer: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“
Ich setzt noch einen drauf: „Ein Leben ohne Katz ist für die selbige!“
15. Juli 2010
Lebendig
von Martin Elbert
Ein “lebendes Buffet” oder auch ein “lebendes Früchte Buffet” ist freilich nix neues. Aber auf diesem Flyer ist mir zum ersten mal aufgefallen, dass man “lebendes Früchte Buffet” auch auf eklige Art und Weise umdeuten kann. Vielleicht lebt es ja wirklich? Kann ja sein, in der schwülen Hitze der Nacht bilden sich sicherlich schnell diverse Kleinstiere und machen die Früchte lebendig…
05. Juli 2010
Erfaulenzter Tag
von Dora Asemwald
In einem Anfall von klimabedingter Arbeitsvermeidungstaktik war ich mal wieder auf der Straße unterwegs. Und prompt prangte die perfekte Rechtfertigung vor meinen Augen: Das Recht auf Müssiggang erfaulenzen! Dieser Aufforderung, die jemand in der illegalen Präfacebooktechnik des Postens mit der Sprühdose veröffentlichte, komme ich gerne nach.
Was habt ihr noch für Rechtfertigungen auf Lager wenn ihr im Bad Berg statt hinter einem Berg Arbeit liegt?
Übrigens: Erfaulenzen wird von der Blogrechtschreibabteilung nicht als bekanntes Wort anerkannt. Vielleicht muss sich diese (Un-)Tätigkeit noch weiter etablieren um die Aufnahme in die Liste der Wörter die okay sind zu schaffen.
23. Juni 2010
Wurstgrilltruppe
von Dora Asemwald
Fußballgucken und Grillen sind gute Freunde. Damit ich das potenzielle Endspiel der deutschen Nationalelf nicht auf leeren Magen verkraften muss hab ich mich bei einem befreundeten Großgrillbesitzer eingeladen. Bei der Wurstaquise bin ich über oben dargestellte Exemplare gestoßen, Modell „Viel totes Tier für wenig Geld“. Der zweite Blick auf den militaristischen Markenname aus dem Hause Lidl machte mich aber stutzig: Gebirgsjäger. Für heerestechnisch unbewanderte: Gebirgsjäger sind die leichte Infanterie der Gebirgstruppe unseres Landes. Ein Haufen hartgesottener Jungs die sich ihrer Namenspatenschaft von Wurstwaren vielleicht gar nicht bewusst sind. Ich hab mal weiter geguckt, vielleicht steckt ja System dahinter: Dosengemüse aus dem Hause Panzergrenadier, Prepaid-Karten von Fernmeldetruppe oder Hygieneartikel von ABC-Abwehrtruppe hab ich aber nicht gefunden.
Ich hab mir dann doch einen toten Fisch von der Spanierin um die Ecke geholt, der hat keinen Markenname der mich verwirren könnte.
14. Juni 2010
Rote Karte für Nörgler
von Dora Asemwald
Die WM hat angefangen und alle drehen hohl. Ich habe die Wahl: Nörgeln oder mithohldrehen. Ich dreh mit, auch wenn ich ansonsten dem Fußball indifferent gegenüber stehe. Das sehen viele so. Selbst Burschen die ansonsten ihre Gefühle im tiefsten inneren Keller vergraben halten gehen aus sich raus, jubeln und weinen, lassen alles raus, was sonst so gut unter Verschluss gehalten wurde. Fußball macht’s möglich. Gesellschaftspessimisten echauffieren sich, wittern typisch Deutsches, fordern man möge doch das ganze Jahr den Gefühlen freien Lauf lassen und so weiter und so fort. Stopp! Wenn ich mich schon echauffiere, dann doch bitte über den Schiri oder die Holländer oder so. Ich will weinende Männer sehen! Ich will kollektives Glück! Ich will mit wildfremden Menschen auf der Straße feiern und mich einfach nur freuen. Ich will NICHT jammern, echauffieren, nörgeln, den Untergang der Kultur anmahnen. Ich will aber auch nicht andauernd von Vuvuzelas vollgetrötet werden. Von mir aus können sie die elendigen Lärmtrichter verbieten. Da bin ich jetzt wohl wieder typisch deutsch, aber ich finde alles mal wieder typisch deutsch zu finden ist mal wieder typisch deutsch.
11. Juni 2010
Schuster, wo sind deine Leisten?
von Dora Asemwald
Wie manchen hier bereits bekannt faszinieren mich Schaufenster. Der Charme eigensinniger Orthographie, Grammatik und Sinn die dem Laufpublikum feilgeboten werden erwärmt stets mein Herz. Ich bin da schwer zu überraschen. Schuhmachermeister Dambacher in Stuttgarts berühmter Fressgasse hat es geschafft. “Wo bin ich? Identität in Raum und Zeit in Stuttgart”, so stehts auf seiner Scheibe. Philosophische Fragen wo ich Leder, Leisten und Schuhwerk vermute. Vielleicht kann ich wenn ich meine Schuhsammlung mal wieder um ein Paar maßgefertigte Stiefel erweiter’ meine brennendsten Fragen zu meiner Identität, meiner Ontogenese und dem ganzen Sinn gleich miterörtern lassen? Ich hab da einen Trend verschlafen. Handwerk und Philosophie, warum nicht? Schuhmacher beschäftigen sich mit Identität, Elektriker treibt die Metaphysik um und Maurer gehören der Schule der radikalen Konstruktivisten an. Ich bin mal gespannt was da als nächstes kommt.
01. Juni 2010
Museum der rausgestellten Dinge
von Ingmar Volkmann
Wir sind ja hier so was wie die ehrenamtlichen Blogwärter (Kruzifix, was ist denn das für ein Plural: Blockwart – Blockwärter? Blogwart – Blogwärter?) des Stuttgarter Internets und kümmern uns um Ordnung, Sauberkeit und moralische Reinheit. Nennen Sie uns ruhig die Wolfang Schusters des Worldwideweb!
Seit einiger Zeit beobachten wir einen Verfall der Sitten in Bezug auf die Wegwerfkultur: Statt alten Schmodder wie zum Beispiel einen nicht mehr fahrbereiten Golf III beim Sperrmüll rauszustellen, wird der persönliche Ballast einfach vor die Tür gestellt, versehen mit so euphorischen Mitteillungen wie „Gratis!“, „Zum Mitnehmen“ oder „voll umsonst und für lau, echt jetzt!“
Das mag für die Wegschmeißer supidupi sein, wir haben für die Verrohung der Privatmüllsitten indes einen anderen Vorschlag: Wenn Orhan Pamuk in Istanbul ein Museum der Unschuld einrichten darf, in dem er Gegenstände einer verflossenen Liebe ausstellt, fordern wir ein Museum der Stuttgarter Gratis-Gegenstände, in dem all die lieben Mitbewohner ihren Schmodder abstellen können, den sie sonst vor die Haustüre kippen würden.
Wenn man das Ganze gescheit kuratiert, gewinnt man in 20 Jahren mit Sicherheit tolle sozio-historische Erkenntnisse über die 10er-Jahre, oder wie heißt der Nachfolger der Nullerjahre eigentlich, dieses Jahrzehnt, dass wir vor kurzem mit Lena und ohne Horst Köhler begonnen haben?
27. Mai 2010
Sparen lernen mit Brezel.me (1)
von Dora Asemwald
Selbst in unserem Redaktionspalast im Brezel-Tower hören wir bisweilen den in Mode gekommenen Ruf: SPAREN! Haben wir auch getan. Nur noch Linienflüge für Lustreisen, zwei der Redaktionsbrezelschmierer wurden sogar entlassen. Wir sind Schwaben, da kennen wir uns aus. Aber auch andere leuchtende Beispiele findet man in unserer schönen Stadt:
Königstraße, Eldorado des Handyhandels. Hier wetteifern Händler um die meisten und konfusesten Tarife, Angebote und Pakete. Tag für Tag neue Angebote, besser, individueller und billiger. Das will Kund getan sein. Über die Werbemittelhersteller könnte man in diesem Blog unter unserer Rubrik „Reich werden“ viel schreiben. Oder man nimmt sich ein Beispiel an der Plakatkunst eines der führenden Anbieter der Mobilfunkbranche, der sich an Stuttgarts Shoppingmeile niedergelassen hat. Man nehme: Ein Farbtintenstrahldrucker, Kopierpapier, die Rückseite eines alten Plakates, einen Prittstift, einen Praktikanten und einen Rechner, der Word und Schriften kann. Fertig ist die Laube. Langfristig nutzbar, da angebotsneutral und schön bunt ist das Ergebnis.
25. Mai 2010
Dieb der Woche
von Martin Elbert
So wird das nix, mit G-Town Stuttgart. Ein Bandit zum Drücken.
Reuiger Dieb gibt Geld zurück
Bad Cannstatt: Bei einer Veranstaltung am Freitag (21.05.2010) am Römerkastell durch die „Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation“ anlässlich „WM-Fieber 2010“ fand im Außenbereich ein Fußballturnier statt.
Über den Tag verteilt kamen ca. 700 Besucher. Gegen 17.20 Uhr wurde festgestellt, dass aus einer Kasse 60 Euro entwendet worden waren. Nachdem von „Radio Energy“ diesbezüglich eine Lautsprecherdurchsage gemacht wurde, fand man das Geld in einer anderen Stückelung auf einem Stuhl wieder.
Dabei befand sich ein Zettel mit der Aufschrift „Tut mir leid“.
22. Mai 2010
Daheim ist’s am Schönsten
von Erik Raidt
Auch wenn es mir schwerfällt, Tobias Recht zu geben: aber “The Dome” scheint mir nach der Schweinegrippe, BSE und dem Schmuddelwinter 2009/2010 wirklich die schlimmste Plage zu sein, die Stuttgart in den vergangenen Jahrzehnten überlebt hat. Das Gute ist: wenn wir so etwas durchstehen, sind wir gegen alles abgehärtet.
Beispielsweise gegen das Casting zum Baden-Württembergischen Bäuerinnenkalender 2011, das die hippen Jungs von der Veranstaltungsgesellschaft “In Stuttgart” gestern über die Bühne gebracht haben. 30 Kandidatinnen aus den Weiten unserer schwäbischen Prärie haben sich dabei vorgstellt. Dabei fielen sehr schöne Sätze.
- Also so ohne Bikini könnte ich mir niemals vorstellen
- Kannst Du Deine lila Strähne vor dem eigentlichen Shooting rauswaschen?
- Das werden bestimmt total ästhetische Fotos
- Guck mal ganz natürlich!
- Und jetzt: strahlen, strahlen, strahlen!
- Der alte Pferdestall isch knapp am Einstürzen.
Na, und welche Bäuerin hätten’s jetzt gern im Kalender?
19. Mai 2010
Politik kann so schön sein
von Erik Raidt
Lieber Stefan Mappus,
Baden-Württemberg muss man sich als ein glückliches Bundesland vorstellen. Ganze Landstriche jenseits von Reutlingen sprechen eine Sprache, die dem Hochdeutschen in etwa so nahe kommt wie das Finnische und trotzdem muss keiner zum Sprachtest. Wir leisten uns einen Fernsehsender, dessen Programm so einschlaffördernd wirkt wie das Schäfchenzählen. Und wir haben Männer, die Politik schöner machen. Männer wie Sie. Männer wie ihren Widersacher Claus Schmiedel (unteres Bild). Jetzt haben Sie die ersten hundert Tage Ihrer Regentschaft überstanden. Für mich haben Sie von Anfang an Pflöcke in die Landschaft gerammt. Unvergesslich bleiben mir die wunderbar einfühlsamen Homestorys über Sie und ihre Ehefrau. Darüber, dass Sie selbst zum Staubsauger greifen. Als ich diese Zeilen las, wusste ich, dass in Ihnen der Fortschritt haust. Ihre Gegner tuscheln hinter Ihrem Rücken, dass Sie der Bulldozer aus Pforzheim seien. Für mich sind das billige Neider, Menschen, die nichts von Weisheit und Schönheit verstehen, auch nicht von jener der Stadt Pforzheim. Jetzt haben Sie rechtzeitig vor dem Ablauf Ihrer politischen Schonfrist gefordert, dass die Atomkraftwerke länger laufen sollen und Ihrem Parteikollegen Röttgen kräftig ins Bein gebissen.
Lieber Stefan Mappus, Ihr Motto war eben schon immer: spalten statt versöhnen. Ich wünsche Ihnen eine ganz lange Restlaufzeit. Schenken Sie uns noch viele schöne Momente. Schenken Sie uns Ihr zartes Lächeln, das so viel über Ihr einfühlsames und heiteres Gemüt verrät.
18. Mai 2010
Hunde und andere Pressemitteilungen
von Ingmar Volkmann
Der schönste Aspekt des Journalistenberufs? Die unendliche Flut an sinnentleerten Presse-Mitteilungen, die ohne Vorwarnung durch den Posteingang jagen. Der Sanitärfachbetrieb Schneider und Söhne aus Rohracker hat jetzt auch bei Facebook „Immer ein offenes Rohr für Sie“, der Bund der Heimatvertriebenen lädt zu einer schlesischen Breakdance-Vorführung ins Haus der Heimat nach Bad Cannstatt und Superstar DJ Pate No 1 bittet zur weltexklusiven „Fuck me I’m famous und hab bei Sly Stallone in der Garageneinfahrt aufgelegt“-Party nach Heslach in die Buddha Lountsch.
Die schönste Meldung der vergangenen Tagen kam aber aus Gerlingen. Wir zitieren tief bewegt: „Im Sommer diesen Jahres werde ich in Stuttgart die erste Hundemodenshow veranstalten. Wir werden natürlich kräftig Werbung machen und durch VIP-Einladungen für ein großes Publikum sorgen. Wenn ihrerseits Interesse besteht, wäre ein kleiner Bericht natürlich sehr toll.“ Gezeichnet: Samantha Porsche M.
Liebe Frau 911er: Wir zählen bereits jetzt die Tage bis zum Stelldichein der gut frisierten Terrier. Wo soll die Veranstaltung denn stattfinden? Wir schlagen die A1-Brache hinter dem Hauptbahnhof vor, da haben die Wauzis genügend Auslauf, die dänischen Doggen genügen Raum für ausschweifende Schmink-Sessions und Harald Glööckler kann sich backstage ganz in Ruhe ein fetziges Outfit für Fiffi überlegen.
Diese dufte Dackel-Modenschau lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Bitte schicken Sie uns doch ein paar dieser coolen Vip-Einladungen mit Halsband, wir schlagen dann mit Nachbars Rasta-Lumpi auf.
Herzlicher Gruss,
Ingmar Golf III V.




















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