Archiv für die Kategorie ‘Kurz kluggeschissen’

23. Januar 2012

Sexy Sanitärtechnik

von Martin Elbert

Sex scheint halt doch immer wieder zu sellen. Am Freitag bin ich zu meinen Friseur am Vogelsang geradelt. In unmittelbarer Nähe des Bismarckplatzes stand obiger Lieferwagen und ich dachte mir als erstes: Fett, heutzutage auch jeder schon Werbung für den Swingerclub seines Vertrauens. Attraktives lachendes Pärchen, ah ha Wasserspielchen und so schön kann swingen sein.

Falsch. Doch nur eine Flaschnerei aus Tübingen, die scheinbar in die Gas-Wasser-Scheiße-Nummer etwas mehr Eroddigg bringen möchte. Ob man so mehr Kunden bekommt weiß ich nicht, ist aber letztendlich auch egal: Scheißen müssen die Leute immer.

01. Dezember 2011

Bitte nicht vor der Eingangstüre rauchen

von Martin Elbert

Stuttgart ist eine internationale Stadt. Wird auch immer wieder gerne im Rathaus betont. Stimmt. Mein Bekanntenkreis ist z.B. sehr international, zwar leichtes Balkan-Übergewicht, aber immer noch sehr international.

So wird auch die schwäbische Ordnung international. Muss sein. Ordnung. Und international. Gut so. Beim Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) hatte man vor lauter Internationalität wohl irgendwann so eine lange Latte an Übersetzungen für “Bitte rauchen sie nicht direkt vor der Eingangstüre, danke”, dass man das Verbotsschild unten dran bäppen musste. Sieht zwar bisschen provisorisch aus, wirkt aber wiederum sehr sympathisch. Und das sind wir ja auch, ein sympathische Stadt. Man könnte sich nur überlegen, die deutsche Variante ganz am Schluss zu bringen.

29. August 2011

Pflichtkurs für Rocker

von Dora Asemwald

Schon The Who haben erkannt: Nach dem Konzert wird demoliert. Richtige Rockstars machen Kleinholz aus ihren Gitarren. Um auch als Anfänger auf der Bühne verwegen rüberzukommen sollte man besser einen ordentlichen Gitarren-Crash-Kurs besuchen. Nach ein paar Basisübungen an der Luftgitarre darf man dann auch mal echtes Holz auf die Bretter hauen!

23. August 2011

Goldener Windbeutel

von Martin Elbert

YouTube Preview Image

Gestern Abend hat sich tatsächlich einer schwitzend über das Wetter beschwert. “Ich zieh nach Norwegen”, stöhnte er. Wir haben ihn einfach ignoriert. Was soll man auf so ein Scheißgelaber auch sagen? Hat er dann glaub gemerkt, dass der Spruch bei einer Woche Sommer im Jahr nicht angebracht war.

Brezel.me, so sagt schon der Name, ist ja eigentlich ein Food-Blog. Ernährungseinträge gab es schon lange nicht mehr hier. Man soll ja bei so einem Wetter nicht allzu schwer essen. Wer aber denkt, dass eine Milchschnitte eine leichte Mahlzeit ist, täuscht wie obiges Video beweist. Sie besteht zu circa 60 Prozent aus Fett und Zucker. Auch lecker. Deswegen haben ein paar findig-windige Ernährungschecker der tollen Firma Ferrero kürzlich den Goldenen Windbeutel überwiesen für die “dreisteste Werbelüge des Jahres 2011″. Wer gratulieren will klickt hier drauf und ich hol mir jetzt das erste Eis des Tages.

11. August 2011

Lektorat im öffentlichen Raum

von Ingmar Volkmann

Wiederstandfohtoo: Volkmann

Berufskrankheit Korrekturzwang. Bin zwar selber eine orthographische Niete, habe aber nach einer Dekade Laufbahn als Schmierfink immer einen Rotstift dabei, zumindest emotional, um Kommata zu ergänzen, üble Schnitzer anzumerken und sonstige Rechtschreibfehler bloßzustellen.

Bei Graffiti, Streetart und weiteren schriftlichen Ansagen in der Öffentlichkeit geht Inhalt sicherlich vor Form, ich kann trotzdem nicht anders und gründe hiermit das Lektorat im öffentlichen Raum. Besonders witzige Fälle von Orthographie-Unfällen bitte an uns, ich kaufe mir jetzt den größten Rotstift der Welt und starte meine Mission mit dem freundlichen Aufruf zur Revolution im Schwabtunnel, der richtig geschrieben bestimmt noch mehr Anhänger finden würde.

20. Juni 2011

Döner 3.0

von Tobias Köhler

Meine ganz großen Dönerzeiten sind ja rum. Früher habe ich locker drei Stück in der Woche in mich reingestopft. Das war so in der zwölften, dreizehnten Klasse.

Inzwischen steht bald das 20-jährige Abitreffen an und ich komme allenfalls auf einen Döner pro Monat, auch meine Experimentierfreude in Sachen Dönerbudenhopping hat deutlich nachgelassen. Ich bin meinem Innenstadtdöner ziemlich treu.

Brutalstmögliche Überraschung also, als ich in meiner Heimatstadt Fellbach auf diese unfassbare modische Weiterentwicklung des klassischen Dönerkonsums gestoßen bin:

Die “Neue Generation” des Döners! Next Generation quasi!
Sie kommt als so ne Art Chicken McDöner daher, als Döner 3.0, als Traum in Tüten bzw. in der Box.

Der Fortschrifft macht vor nichts halt.

03. Juni 2011

Nach der Wahl ist vor der Wahl

von Dora Asemwald

Liebe CDU,
wir sehen ja ein, dass es nach 58 Jahren schwer fällt, den Platz zu räumen. Aber die Wahl ist jetzt schon die eine oder andere Woche rum und die nächste kommt erst in fünf Jahren. Also bitte: Hängt das Plakat ab, bevor es vollkommen grün überwuchert wird.

12. April 2011

Hochzeit gucken

von Martin Elbert

(Foto AP)

Alter Schwede, wie man in Plieningen öfters noch sagt, gibt Sachen die verstehe ich einfach nicht. Schönheitswettbwerbe zum Beispiel oder: Traumhochzeit gucken. Oben im Bild, wer kennt sie nicht (links Boris Becker, rechts Maybritt Illner) heiraten bekanntlich irgendwann dieses Jahr. Glaub demnächst, aberwasweißdennich. Lese nicht das Goldene Blatt wie der Köhli.

Jedenfalls wird darum ein Mega-Brimborium gemacht. Kann mich noch gut dran erinnern: Als die Mutti von dem Bengel, Gott habe Diana selig, 1981 oder 82 geheiratet hat, war das so ähnlich. Kam den ganzen Tag in der Glotze. War Mega-Event, obwohl ich mit Vier überhaupt noch nicht wusste, was ein Event ist. Meine Mama war wohl froh, dass ich ein paar Stunden beschäftigt war. Und ja, ich kann mich tatsächlich trotz Kindergarten-Alters an das erste mediale Ereignis der 80er erinnern und nein, meine Mutti hat mich nicht absichtlich vor dem TV geparkt. War Scherzchen. Bin gut erzogen worden und konnte mich durchaus mit Lego selbst unterhalten.

Lange Rede kein Sinn, ich finde mit Vier kann man Hochzeit gucken, aber welche normale Mensch geht am hellichten Tag ins verschissene Cinemaxx-Kino und guckt sich da die ARD-Übertragung dieser dämlichen Hochzeit an? Und zahlt dafür vielleicht sogar noch Eintritt? Und selbst wenn kein Eintritt: Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen, dass das jemand macht. Aber man unterschätzt ja schwer den einfachen Goldene Blatt-Leser. Köhli ist bestimmt dort.

16. März 2011

Hallo Berlin! Hallo Moskau!

von Marc Hippler

Wir wissen zwar nicht, was Berlin, Mailand, Paris, New York und Moskau zu besprechen haben. Unsere Bad-Cannstatt-Korrespondentin hat uns aber soeben mitgeteilt, dass ein Treffen dieser Metropolen in Stuttgart unmittelbar bevorsteht! Wenn da mal nicht die Parkplätze knapp werden.

24. Februar 2011

Wanne bitte da lassen

von Martin Elbert

Aus unserer sehr losen Reihe “Zeugs vor die Türe” stellen, heute ein ganz besonderes Beispiel für das Stuttgarter Gutmenschentum, zumindest im Westen. Da habe ich nämlich heute früh diese Wanne entdeckt.

Süss dachte ich mir, steht bestimmt “Urinal zum Mitnehmen” auf dem Zettel. Aber nein, die schönste blaue Wanne, die ich je in meinem Leben gesehen habe, war gefüllt mit Kleiderbügel!

Kann man´s lesen? “Die Bügel können mitgenommen werden, die Wanne bitte da lassen.” Süss oder? Daraus lernen wir a) dass es in der Westside einen Kleiderhakenmangel gibt und b) dass wir doch sehr brave Bürger sind. Wobei, wäre mir das Wännchen nachts begegnet, wenn ich ausm Club heimgetorkelt wäre, hätte ich wahrscheinlich frühjugendlich Fubes mit gespielt oder geklaut und mir im Stile eines abgebrühtes MacGyvers einen Whirlpool mit Wellenbad und Riesenrutsche ins Badezimmer gebaut.

15. Februar 2011

Böses Internet

von Martin Elbert

Mal ehrlich, wann habt ihr zu letzt folgendes Gespräch geführt?

“Und, was ging am Wochenende?”

“Du, easy, musste die 25 Promille von der Betriebsfeier am Donnerstag abbauen. Haben uns ein paar DVDs ausgeliehen und nen G´mütlichen g´macht.”

Also den Satz mit DVDs habe ich glaub seit 300 Jahren nicht mehr gehört. Ich selbst war eh noch nie so der DVD-Ausleiher, kommt ja irgendwann doch alles in der Glotze. Hingehen, gucken, gewünschter Film nicht da, am Montag wieder zurückbringen, das war mir schon immer etwas zu viel Stress. Aber geht ja einfacher heute.

Erst hat die DVD die Videokassette gefressen, jetzt frisst sie das Internet. Wie war das? Je neuer der Datenträger, desto kürzer seine Halbwertszeit? Und die Schallplatte lebt noch!

Gut, wissen wir natürlich alle, dass es DVD-Ausleihfabriken heutzutage schwer haben. Und auch, dass das Internet sowieso an allem schuld ist. Bloss wenn man das vermeintliche Elend so “in echt” sieht und man anstatt auf irgendwelche Automaten auf ein BILD-Zeitungs-Puzzle schaut, dann weiß man, yep, das ist also das böse Internet.

Lag in dem Fall aber vielleicht auch an dieser eher schäbigen Cinebank in der Hasenbergstraße, West. Schätze mal ein hochqualitatives Haus wie die 451 kann auch kein Download oder Stream der Welt vernichten.

Ach, wie geht´s eigentlich der Pornoindustrie?

08. Februar 2011

West-Rebellen

von Martin Elbert

Es gibt Dinge, die spalten. David Guetta finden die einen voll gut, z.B. Tobias K., die anderen voll doof. Momentan gibt es aber eine Sache, da sind sich die meisten einig, zumindest mal die Betroffenen: Die neue Parkplatzregelung im Stuttgarter Westen, die ab 1. März gilt, ist absoluter Dreck. Humbug. Verarsche. Technokraten-Kacke. Wenn ich das schon höre, Parkraumanagement! WTF! Wohnt denn keiner von den Herren Stadträte im Westen, ja holtidipolter! 30,70 Euro im Jahr für nix! Ja, gehts noch?! Gut, mir fast bumms, hab aktuell sowieso kein Auto. Fühle aber mit euch!

Kein Mensch glaubt daran, dass sich dadurch irgendwas ändert und Parkflächen frei werden. Falls ja: Knutsche ich mit Cosimo und diesem verrückten Typen da, dieser Fernsehguru da, den der Köhli so gerne postet. Heute früh übrigens auf der Post getroffen, natürlich im Westen, hat da aber keinen Post gemacht, höhö. Will aber jetzt wieder richtig Gas geben, hat er versprochen. Ohje ohje.

Aight. Der Westler ist an sich, Wildnis hin oder her, ist ein friedlicher Mensch. Trotzdem lässt er nun, völlig berechtigt, seine Aggressionen wegen diesem Schwachsinn aus. Die ersten Opfer sind schnell gefunden und zwar fegen immer häufiger diese Mäntel aus Plastik auf den Straßen umher, die eigentlich um die Parkuhrsäulen gehören.

Info-Management, kurz und knackig geschrieben, habs mal durchgelesen. Versteht jeder, kapiert aber trotzdem keiner. Abartig. Bin auch am überlegen, ob ich mir so eine Ummantelung ins Wohnzimmer stelle. Oder mir damit einen Atombunker baue. Wer sammelt die Dinger eigentlich alle ein, wo kommen die hin und werden die auch ordentlich weiterverwertet? Rausgeschmissenes Geld, wohin man schaut…

02. Februar 2011

Schreinerei Gewalt

von Martin Elbert

Ups, erster Schock heute früh war nach dem leckeren Dioxin-Ei dieser Transporter in meiner Straße. Also MEINE Straße. Müssen alle Schutzgeld zahlen. Auch wenn die Schreinerei Gewalt vorfährt, beeindruckt mich null der Name.

Okay, stimmt nicht, bin ein bisschen erschrocken. Uhuh, die Schreinerei Gewalt fährt bei den Nachbarn vor. Muss ich jetzt die Polizei rufen? Und wie stellt man sich die Möbel der Schreinerei Gewalt vor? Schon am Arsch bevor sie geliefert werden? Oder rufen gar Rockbands die Schreinerei Gewalt an, wenn sie mal wieder ordentlich ein Hotelzimmer zerstören wollen, aber doch zu viel Pilze gefressen haben?

Und was muss erst die Sekretärin der Schreinerei Gewalt alles mitmachen? “Ja, die Schreinerei Gewalt hier, ich möchte wieder 10 Tonnen Pressspanplatten ordern.” “Höhö, schon wieder? Habt ihr beim Schreinern wieder alles demoliert, ihr unfähigen Handwerker-Rüpel mit zwei linken Händen!”

Jut, irgendwas muss die Schreinerei Gewalt ja können, sonst hätten sie keinen Transporter. Die Handwerker sahen ebenfalls friedlicher aus als der Firmenname suggeriert. Hatte trotzdem kurz Schiss beim Foto machen.

12. Januar 2011

Ein e zu viel

von Ingmar Volkmann

Ist ja ehrlich gesagt ein bisschen Bastian-Sick-Klugscheißer-mässig, wir finden es trotzdem latent spaßig: Hier hat der Praktikant bei der Beschriftung des Mittagstischs bei Basic in S-Mitte vor Kälte so gebibbert, dass er ein e zu viel reingezittert hat. Eingefangen von LIFT-Fotograf Ronny Schönebaum.

03. Dezember 2010

Christmas-Leaks

von Erik Raidt

Neue Enthüllungen von unserem geschätzten Internet-Datenstriptease-Portal Wikileaks: Die Geheimnisse hinter mehreren Türchen im größten Advenstkalender der Stadt wurden gelüftet. Hier die Einzelheiten:

7. Dezember: Hier steckt der neue VfB-Trainer drin, der nach der 0:8-Niederlage gegen Hoffenheim präsentiert wird.

10. Dezember: Das Amt für Abfallwirtschaft wirft kostenlose Schneeschäufelchen aus dem Fenster. Die großen Räumfahrzeuge werden künftig eingespart.

14. Dezember: Miss Piggy singt im Duett mit Kermit dem Frosch “Wonderful world”

15. Dezember: Ein Mitarbeiter des VVS liest aus dem neuen Fahrplan vor.

16. Dezember: Das Fenster ist bei minus 20 Grad festgefroren.

18. Dezember: Wolfgang Schuster hält eine Büttenrede aus dem Jahr 2004.

21. Dezember: Heiner Geißler blinzelt heraus. Auf dem Marktplatz kommt es zu tumultartigen Szenen, junge Frauen versuchen, ihm Unterwäsche hochzuwerfen.

22. Dezember: Die Lesung aus dem Fahrplan geht mit Haltestellen-Höhepunkten der U 9 weiter.

24. Dezember: Der Weihnachtsmann schaut raus. Er fragt, ob es irgendwo etwas zu schlichten gebe.