Archiv für die Kategorie ‘Der StZ-Lauf’

09. August 2010

Das Brezel.me-Montagsrätsel

von Tobias Köhler

Seit Jahren jogge ich regelmäßig durch diese idyllische Unterführung, die meine Bärenseen-Hood mit dem Stuttgarter Westen verbindet.

Und seit Jahren lesen ich jedes Mal diese Botschaft:

“Sti cât de mult te iubesc?”

Und seit Jahren frage ich mich jedes Mal: Was, zum Teufel, bedeutet das?

Ist das vielleicht…

  • …der Aufruf zum Schwaben-Dschihad?
  • …eine Auseinandersetzung mit der Konsumgesellschaft?
  • …einer dieser biblischen Sinnsprüche?
  • …die Botschaft von netten Außerirdischen?
  • …die Antwort auf die letzten Fragen des Lebens?
  • …der Spruch, mit dem man Rumpelstilzchen fertig macht?
  • …ein Aufruf zur Rettung des Stuttgarter Hauptbahnhofs?

Nein, isses nicht. Habe lange daran herumgetüftelt – und weiß jetzt Bescheid.

Wer kriegt’s noch raus? Bitte kommentieren?

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26. Juli 2010

Kill Bambi

von Tobias Köhler

Weil’s in letzter Zeit tagsüber zu heiß zum Joggen war, habe ich meine Rundläufe in die frühen Morgen- oder späteren Abendstunden verlegt. Und festgestellt: Wenn’s dämmert, ist es ein bisschen gruselig im Wald.

Das liegt zum einen am herumstrolchenden Getier (dazu mehr later that day), zum anderen an den zahlreichen mitten im Wald parkenden Kombis oder SUVs. Zumindest in der Mehrzahl handelt es sich nicht um die Liebesmobile früh vögelnder Paare (sonst wären die Scheiben beschlagen), sondern um die Gefährte von Menschen mit Jagdtrieb (an “Teckel-Club Iserlohn”-Aufklebern zu erkennen).

Offenbar ist Jagdzeit. Neulich ist mir beim Laufen ein ganz in Khaki gekleideter Zeitgenosse begegnet, der – mit dem Gewehr auf dem Rücken – aus dem Unterholz heraus zu seinem Volvo-Kombi stapfte. Sah so ein bisschen nach Wehrsportgruppe Titisee-Neustadt aus. Die nächsten 500 Meter habe ich mich regelmäßig umgedreht, um sicherzustellen, dass der Mensch auch ganz sicher nicht seinen Ballermann auf mich anlegt.

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19. Juli 2010

Der Siggi und der Hagen

von Tobias Köhler

Eigentlich schreibe ich diese kleine Geschichte nur deshalb auf, um mit dem folgenden Satz beginnen zu können:

Gestern habe ich in meinem alten, schlabbrigen Joggingsklamotten einen ziemlich schnellen, voll in Markenware gehüllten Edeltraber – oder wie man diese Designläufer nennen mag – überholt. Ich war einfach brutal gut drauf.

Jederfalls ist mir – trotz meiner irrsinniger Geschwindigkeit, muss man dazu sagen – aufgefallen, dass der Kerl wieder mal das Logo seines T-Shirts hinten rechts über dem Schulterblatt trug.

Bar jeder Recherche behaupte ich einfach mal, dass North Face diese Unsitte vor Jahrzehnten eingeführt hat. Als ich zum ersten Mal eines Menschen gewahr wurde, dessen scheißteures Funktionsshirt hinten rechts “The North Face” aufgedruckt hatte, war ich schon dabei, ihm ordentlich polternd auf die Schultern zu patschen und zu sagen: “Kerle, du hasch dei Hemmetle verkehrtrum an.” Ein ebenso unvermuteter wie seltener Anfall von verbaler Verschlossenheit rettete mich vor einer schrecklichen Peinlichkeit. Denn schnell begriff ich: Des g’hört so.

Warum das so gehört, begreife ich bis heute nicht. Ob Steinzeitmensch, Luftwaffengeneral oder Nike-Kunde – seine erjagten Knöchelein, Orden oder Firmenlogos trägt man seit Jahrtausenden auf Höhe der Brustwarze. Vorne also.

Einzige bekannte Ausnahmen: der Siggi und der Hagen. Nämlicher Siegfried, der alte Nibelunge, war nach einem Bad im Drachenblut praktisch unverwüstlich – abgesehen von einer kleinen Stelle an der Schulter. Die markierte des Helden Holde mittels einen kleinen, eingehäkelten Kreuzes. Was der scheinheilige Hagen wiederum nutzte, um den Siegfried…aber das wissen ja noch alle aus der Schule.

Jedenfalls: nicht unbedingt ein richtig guter Grund, das Firmenlogo als “Auf ihn mit Gebrüll”-Markierung hinten ran zu nähen. Finde ich jedenfalls.

Aber vielleicht kann mir ja einer von euch erklären, warum man das heute so macht.

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20. Juni 2010

Miss Brezel.me 2010

von Tobias Köhler

Wer heute Morgen in der City unterwegs war, dürfte sich gewundert haben.

Kein Auto weit und breit!

Autofreier Sonntag? Die Vorbereitungen für eine Stuttgart-21-/Bildungs-/Kurden-Demo? Dreharbeiten für einen neuen Endzeitfilm von Roland Emmerich?

NEEEEEEEEEEEEEEEEEEIIIIIN!

Der Stuttgarter-Zeitung-Lauf – genau, die grandiose Sportveranstaltung, die so heißt wie das Mutterblatt.

Logischerweise haben wir Tonnen von Bildern, Texten, Infos, Videos, und Weiß-nicht-was-nochs auf der Website.

Derweil ist unsere knapp 300-köpfige Marketingunit am Grübeln: Wofür könnte eigentlich Brezel.me Titelsponsor werden?

Vielleicht für…

  • die Miss Brezel.me-Wahl?
  • das Projekt Brezel.me 21?
  • die Brezel.me-Bundestagswahlen?
  • die MS Brezel.me (ehemals Berta Epple)?
  • die Brezel.me-Allee (ehemals Konrad-Adenauer-Straße)?
  • den VfB Brezel.me?
  • die Fantastischen Brezel.mes?
  • DJ Pate No. Brezel.me?
  • die neue Brezel Europas?

Oder was fällt euch zu dem Thema noch ein?

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04. Juni 2010

Hallo Hitchcock oder Gut zu Vögeln

von Tobias Köhler

Nein, das ist keine Urban Legend. Ich habe auch nicht Alfred Hitchcocks “Die Vögel” unter gleichzeitigem Konsum halluzinogener Drogen angeschaut.

Ich bin tatsächlich zweimal in einer Woche beim Joggen von einem Vogel attackiert worden.

Wir reden nicht von einer Killeramsel oder einem aufgebrachten Rotkehlchen.

Vermutlich handelte es sich um einen Bussard.

Der hat sein Einfamilienhäuschen offenbar in der Nähe von Schloss Solitude aufgeschlagen, auf der Straße Richtung Gerlingen. Da laufe ich regelmäßig vorbei.

Etwa am Sonntag. Der MP3-Player düdelte gerade Massive Attack, als ich massiv attackiert wurde: aus heiterem Himmel kriegte ich einen gewaltigen Schlag auf den Kopf. Ziemlich benommen schaute ich herum: nichts zu sehen. Weder oben noch unten noch im Gebüsch. Die am wenigsten unwahrscheinliche Begründung schien mir, dass ein vorbeifahrendes Auto mir Kieselsteine an den Kopf geschleudert hatte. Oder irgend ein Fiesling war im Gebüsch gesessen und hatte mir nen Stein an den Kopf geworfen.

Soll es ja heutzutage geben.

Habe jedenfalls ne ziemliche Beule von der Aktion davongetragen.

Richtig gruselig wurde es aber am Donnerstag.

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21. Mai 2010

Angeschossener Erpel

von Tobias Köhler

Wer wie ich ca. 400 Kilometer pro Woche um die Bärenseen trabt, hat viel Zeit zum Nachdenken. Und vor allem zum Beobachten anderer Menschen.

Augenfällig ist, wie unterschiedlich die Leute durch den Wald laufen. Einige (wenige) haben einen Laufstil, der aus irgendso einem 80er-Jahre Sportheldenfilm (“Chariots of Fire”, o.ä.) stammen könnte – ich hab’ dann immer gleich diesen heroischen Vangelis-Sound im Ohr.

Die meisten joggenden Menschen geben ästhetisch aber nicht so viel her. Entweder wackeln sie mit dem Hintern, sie fuchteln wild mit den Armen durch die Waldluft oder ihre Beine machen Verrenkungen, die sie als Staatssekretäre im “Ministry of Silly Walks” qualifizieren würden.

Und ich wäre der Minister.

Nachdem mich mehrere Menschen auf meine Art zu laufen angesprochen hatten, entschloss ich mich unlängst zu einer non-invasiven Schönheitsoperation. Es sieht nämlich schlichtweg lachhaft aus, wenn so eine 120-Kilo-Type wie ich durch den Wald stampft und dabei die Hände baumeln lässt wie ein angeschossener Erpel (dpa-Foto).

Irgendwie Elefant-im-Tütü-mäßig.

Deshalb konzentriere ich mich inzwischen beim Laufen darauf, dass meine Daumen immer nach oben zeigen. Dann schlampern die Hände nicht so in der Gegend herum. Und es wirkt wahnsinnig optimistisch – ich fühle mich beim Laufen inzwischen ein bisschen wie das Michelin-Männchen mit Dauergrinsen.

Unvorstellbar, wieviele Probleme es vielleicht nicht gäbe, wenn alle mit hochgerecktem Daumen durch die Welt liefen.

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10. Mai 2010

Bitte, bitte nicht ausziehen!

von Tobias Köhler

Das ist der erste Beitrag auf Brezel.me, der ganz ohne Foto oder Video erscheint. Besser gesagt, erscheinen muss. Denn es gibt einige wenige Dinge auf der Welt, von denen es heißt: Du sollst dir kein Bildnis machen.

Zum Beispiel von schwabbeligen Mittfünfzigern, die ohne T-Shirt durch die Wälder an den Bärenseen joggen.

So einer ist mir am Sonntagmorgen ganz unvermittelt begegnet. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten, die Rehe sprangen fröhlich über die Wiesen – als sich der Himmel plötzlich verdunkelte und sich Stille über die Szenerie senkte. Dann kam ER über die Hügelkuppe getrabt: Sonnenbrille, kurze graue Haare, Khahi-Shorts, OBEN OHNE. Sanft schwenkte sein Bauch bei jeden Schritt von rechts nach links, von links nach rechts, etc.

Spontan stürzten mehrere 300-jährige Eichen um, Herzattacken rafften die Rehe hinweg, die Vöglein fielen wie Steine vom Himmel, nur die Sonne legte eine bemerkenswerte Contenance an den Tag. Ich selbst rettete mich mit einem Sprung in den Straßengraben vor dem Schlimmsten.

Mal im Ernst, Leute: Joggt in euren Muscle-Shirts von Prada, lauft in Biberpelzen, Taucheranzügen oder Hasenkostümen durch den Wald. Wegen mir könnt ihr sogar diese abartigen Läufertangas tragen, die die Profis gerne anziehen, auch wenn’s mir schon beim Zuschauen im Schritt schmerzt.

Egal, ob ihr ausseht, wie Günther Strack oder wie Markus Schenkenberg, wie Hella von Sinnen oder wie Kate Beckinsale: zieht euch bitte, bitte was drüber.

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23. April 2010

Ja, wo laufen sie denn?

von Tobias Köhler

Der Ditzinger Lebenslauf ist knallharter Leistungssport. Bei keinem anderen sportlichen Großereignis kann man so böse von einer Horde Fünftklässer, die zu zehnt nebeneinander joggen, aus vollem Lauf ausgebremst werden. Bei keinem anderen sportlichen Großereignis ist der Kampf um die Maultaschen danach härter. Bei keinem anderen Sportereignis kommt es soooo darauf an, alles zu geben. Schließlich dient das ganze Happening einem guten Zweck.

Für jeden gelaufenen Kilometer gibt’s eine Spende – entweder von einem Sponsoren, oder man zahlt eben selbst. Das ganze kommt Mukoviszidose-Kranken zugute. Deshalb ist auch die ganze Stadt auf den Beinen: Schulen, Vereine, Firmen – und alle laufen mit (weshalb es bisweilen etwas eng wird).

Eine gute Sache, also. Kein Wunder, dass das Mutterblatt als Medienpartner mitmacht.

Ich bin am Sonntag (25. April, 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr) auch dabei – schließlich ist das Erfolgserlebnis sicher. Die Strecke scheint – sagen wir mal – etwas großzügig vermessen zu sein. So ist es mir letztes Jahr gelungen, die zehn Kilometer, die auf meiner Urkunde notiert sind, in einer absoluten Rekordzeit zu laufen. Auch wenn die GPS-Uhr ein bissle anderer Meinung war (aber die irrt schonmal ;-) ).

Mal schauen, ob es auch der RAM dieses Jahr pünktlich schafft. Nach einer Nacht hinterm DJ-Pult musste er letztes Jahr durch die Aufräumarbeiten joggen…

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20. April 2010

Heiraten im Akkord

von Tobias Köhler

Der schönste Tag im Leben. Soll ja was besonderes sein. Einzigartig. Nie dagewesen. Und so.

Warum heiraten die Menschen dann am Schloss Solitude? Keine Frage, die Szenerie ist malerisch, die Umgebung pittoresk.

Aber das Partygemäuer von Herzog Carl Eugen ist sozusagen der Bärensee unter Stuttgarts Eheschließungshotspots: die Brautpaare zertrampeln einander dort. Ich jogge da immer mal wieder vorbei – und selten stolpert man da nicht über mindestens zwei, drei Pärchen in Hochzeitsputz. Samt Gefolge. Unter der Woche, wohlgemerkt. Beim samstäglichen Picknick auf der Wiese lag mein Brautpaarzählrekord bei sieben. Die lassen sich deshalb so prächtig zählen, weil jeder Eheschließung natürlich ausführlichste Fotosessions folgen.

Heutzutage kann man an so tollen Orten heiraten. Auf dem Fernsehturm, auf dem Neckar, im Kühlhaus, im Riesenrad, in der Geisterbahn (vielleicht eine gute Vorbereitung, auf das, was nachkommt ;-) ), in der Kanalisation. Oder einfach im Standesamt.

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17. März 2010

Rutschig, matschig – wunderbar!

von Tobias Köhler

Wie konnte ich nur ein halbes Jahr lang Sport in einer muffigen Fabrikhalle machen? Rückblickend ist das völlig unverständlich.

Gestern bin ich zum ersten Mal in diesem Jahr um die Bärenseen gelaufen. Es war kalt, rutschig, matschig – und einfach wunderbar.

Okay, wahrscheinlich haben mir die Hormone, die mein Körper aufgrund der unvermittelt aufgetauchten Sonne ausgeschüttet hat, ein bissle das Hirn vernebelt. Denn in letzten Monaten gab es ungefähr 1000 gute Gründe, drinnen zu bleiben (früh dunkel, elend kalt, überhaupt keine Lust).

Aber jetzt wird das alles anders.

Und da ist es völlig wurscht, dass es da draußen wesentlich härter und brutaler zugeht als beim Indoor-Sport. Im Fitnessstudio wird man nicht von ältlichen Nordic-Walkern oder Pfadfindergruppen überholt, stolpert nicht Kopf voraus über Baumwurzeln und saut nicht anschließend das Auto mit den Matsch-Schuhen ein. Vom Seitenstechen gar nicht zu reden.

Aber – für den Anfang mal – ne Dreiviertelstunde durch die Natur zu laufen, frische Luft (wenn man denn noch Luft bekommt) einzuatmen und so richtig schön durchgeschwitzt zu sein, das ist einfach…boaaaaarrrr!

Sorry, Christiane, Sorry, Ingmar, ich fürchte, aus unserer geplanten “Wir gehen alle ins Fitnessstudio”-Serie  wird erstmal nix. Ich bin dann mal weg.

Sorry, Erik, Sorry, Martin, wir machen zwar jetzt wieder den gleichen Sport. Aber leider nie zusammen. Dazu seid ihr einfach zu schnell.

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21. Februar 2010

Noch 21 km: die Soße läuft rein

von Erik Raidt

Sonntage ohne Routine sind schrecklich: wegen extrem nerviger Olympiafolter fällt nicht nur der Tatort flach, auch die Lindenstraße beginnt früher als sonst. Habe überlegt, Verfassungsklage einzureichen und die ARD-Zuschauerredaktion mit Protest-E-Mails zu fluten, war dann aber zum Frustabbau laufen.

Bin dabei allerdings schon wieder mit meinen Schuhen aneinandergeraten.

Schuh: Endlich hatte ich mal wieder Auslauf. Bei allem Respekt, aber Du bist kaum mehr den Hügel zum Fernsehturm raufgekommen.
Ich: Es war draußen wahnsinnig sulzig.

Schuh: Es war was?
Ich: Sulzig. Also matschig, tief, grobkörniger Schnee. Sprachlich bist Du ziemlich limitiert.

Schuh: Genau wie Du beim Laufen. Hast Du eigentlich auch gemerkt, dass Du in jedem Frühjahr von mehr Läufern überholt wirst und dabei selbst immer weniger überholst?
Ich: Hm, hast Du eigentlich gemerkt, dass Dir heute ganz schön das Tauwasser reingelaufen ist?

Schuh: Moooment. Vielleicht hast Du beim Kauf mal wieder nur auf den Preis geschaut. Da stand “wasserabweisend”, nicht “wasserundurchlässig”.
Ich: Weißt Du was? Vielleicht ist das Frühjahr ein guter Zeitpunkt, um neue Laufschuhe zu kaufen. Unsere Wege könnten sich schneller trennen als Du denkst…

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18. Februar 2010

Noch 21 km: Ein Herz für Läufer

von Martin Elbert

(Bei so einem Spruch nimmt man die Beine in die Hand und ist noch schneller daheim.)

Der Winter kann auch schön sein. Zwar stehe ich im Punkt Schnee-Weggedisse total hinter den Kollegen, die es ja hier die Tage ordentlich haben krachen lassen, aber das hängt hauptsächlich daran, dass man als Läufer im Winter bzw. im Schnee nicht richtig in den Tritt kommt, wie schon mal erzählt.

Trotzdem hat ein Winterlauf hat auch seine romantischen, vorzüglichen Seiten. So ein Run auf einem frischen Schneebett, wie es z.B. vergangenes Wochenende im Schlossgarten/Rosensteinpark geboten war, zählt trotz Kälte, rotzender Nase und frierender Wutz zu den Lauf-Highlights im Jahr. Auch schön ein Lauf durch einen verschneiten Wald. Unter dem Strich gilt aber, dass es diese Highlights nicht öfters als zwei, dreimal im Jahr geben muss.

Vergangenen Sonntag also kam es zu so einem Highlight-Lauf. Langsam bewegte man sich fort, man will ja nicht stürzen, rannte am Landtag vorbei durch alle drei Schlosspark-Teile und bog dann in den Rosensteinpark ein.

Dort war es ganz besonders cosy, wie moderne Stuttgarter Agenturen gerne sagen (haben sie in internationalen Lifestyle-Magazinen gelesen), auch ganz ohne Kaminfeuer und Flauschidecke.

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06. Februar 2010

Noch 21 km: Schuhdialoge

von Erik Raidt

Heute war ich mir sicher: raus in den Wald, keine Ausreden zählen, den inneren Schweinehund Gassi schicken. Doch dann: wieder nix, wieder nicht joggen gewesen und nur noch vier Monate bis zum StZ-Lauf.

Mein Laufschuh hielt mir eine Standpauke.

Schuh: Du bringst es nicht mehr, was ist los mit Dir?
Ich: Schau doch mal raus, Du ausgelatschte Neonschlappe. Es regnet!

Schuh: Es regnet, es schneit, Du hast Kopfschmerzen, ich kann Deine Ausreden nicht mehr hören. ZIEH MICH AN!
Ich: Weiß nicht, es dämmert draußen schon. Willst Du, dass ich mir eine Stirnlampe umbinde und wie ein Wackeldackel durch den Wald hetzte?

Schuh: Ist mir egal. Ich finde, Du wirst immer mehr wie Joschka Fischer. Erst Riesenklappe, erst “Lauf zu Dir selbst” und dann Figur wie ein japanischer Kugelfisch.
Ich: Dafür siehst Du billig aus, Du eingebildetes Streifenhörnchen aus Herzogenaurach. Gib’s zu: Du hast Minderwertigkeitskomplexe neben meinen Businessschuhen.

Schuh: Auf dem Niveau red’ ich nicht mehr mit Dir!
Ich: Morgen gilt’s, versprochen!

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03. Februar 2010

Noch 21 km: Treppenlauf zum Schafott

von Tobias Köhler

Vielleicht muss ich kurz vorausschicken: Ich wohne im Erdgeschoss. Und wenn ich morgens ins Büro komme, steige ich prinzipiell in den Fahrstuhl, um in den zweiten Stock zu kommen. Kurzum: was Treppensteigen betrifft, bin ich nicht ganz objektiv.

Deshalb empfinde ich es als impertinent und rücksichtslos, was der Stuttgarter Thomas Dold so treibt. Er läuft – praktisch hauptberuflich – durch die Treppenhäuser von Hochhäusern irgendwo auf der Welt. Und zwar immer nur aufwärts. So schnell wie möglich. In Taipeh, New York, Wagdugu.

Gestern ist er die 1576 Stufen im Empire State Building in 10 Minuten 16 Sekunden hochgerannt – und als Erster angekommen. Um danach umgehend zusammenzubrechen (siehe dpa-Foto). Dass er auf dem besten Weg ist, ein großer Sportler zu werden, zeigt sich an den weitgehend sinnfreien Zitaten nach dem Zieleinlauf: „Es ist unglaublich! Ich habe aber auch alles drangesetzt und bin so schnell gerannt, wie meine Füße mich nur tragen konnten.“ Ach so.

Die Meldungen von Dolds neuen Rekorden und Siegen verbreiten die Nachrichtenagenturen mit entnervender Regelmäßigkeit. Als würde das jemanden interessieren.

Was ich vielleicht dazu sagen muss: Ich nehme natürlich auch runterwärts den Aufzug aus dem zweiten Stock.

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28. Januar 2010

Noch 21 km: Es geht

von Martin Elbert

(Was die jüngeren Leser nicht wissen können: Auch im Jahr 2000 gab es schon strenge Winter in Stuttgart!)

Im “Eisschrank Deutschland” (wahlweise Gefriertruhe, wir brauchen unbedingt neue Wörter) stellen sich die Tage essentielle Fragen, wie man gestern z.B. auch auf BILD-Online lesen konnte. “Kann eigentlich auch mein Handy einfrieren? Und was ist mit dem besten Stück des Mannes…?”

Die letzte Frage kann ich fast beantworten: Mein Schniedel ist mir gestern Abend fast abgefallen. Denn ich war laufen. Zwar in einer etwas dickeren Lauftight, aber mein Zipfel fühlte sich schnell relativ leblos an.

Aber wie es sich für einen echten Läufer gehört, der langsam aber sicher sein Pensum steigern sollte, möchte er denn Ende April beim Hamburg Marathon starten und im Juni beim StZ-Lauf Pacemaker für Tobias K. (Zielzeit 2:00 h) spielen, muss man raus – bei jedem Wind und Wetter.

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