Mit ‘WM’ getaggte Artikel

24. Juni 2011

Sommermädchen-App

von Ingmar Volkmann

Der ein oder andere mag es schon mitbekommen haben: Am Sonntag geht eine Randgruppenweltmeisterschaft im eigenen Land los. Frauenfußball. Frauenfußballweltmeisterschaft. Was soll ich sagen? Eigentlich bin ich für Fortschritt, für E-Autos, Döner mit Putenfleisch und Sperrzeitverlängerung. Frauenfußball find ich aber ehrlich gesagt eher so mittel. Da kommt wohl der Gerhard Mayer-Vorfelder in mir zum Vorschein.

Die für gewöhnlich gut unterrichteten Kreise, mit denen ich zusammenarbeite, meine Kollegen also, finden Frauenfußi aber allesamt dufte. Das mag daran liegen, dass die lieben Kollegen hauptsächlich weiblich sind, vielleicht aber auch daran, dass sie sehr oft bis meistens einfach mehr Ahnung haben als ich.

Deshalb machen wir an dieser Stelle kurz mit beim Frauenfußball-WM-Hype und stellen die feine App WM-Spickerin vor. Über das männliche Pendant hatten wir im vergangenen Jahr berichtet. Das Schwesterchen-App, wiederum programmiert von ein paar findigen Stuttgarter Jungs, liefert jede Menge feine Fakten, unschätzbares Halbwissen für die Halbzeitpause, einen Live-Ticker und natürlich das abartigste Feature seit Erfindung des Frauenfußballs: den Jubel-BH.

Wir zitieren aus der Pressemitteilung: „Spätestens seit Simone Laudehrs Siegtor im Finale der WM 2007 ist der Jubel-BH zum Symbol des sportlichen Erfolgs der Fußballdamen geworden. Was liegt also näher, als ihn 2011 zum Jubelinstrument des Sommers zu machen. Die WM-Spickerin bietet deshalb einen konfigurierbaren Jubel-BH für alle Nationen.“ Jetzt haben wir zwar ein bisschen Angst, aber auch ein Tool mehr, mit dem wir die lieben Kolleginnen nerven können.

Die WM-Spickerin mit Jubel-BH: seit 11.06. kostenlos im iTunes App-Store.

13. September 2010

Blaues Auge in Mexiko, Teil II

von Ingmar Volkmann

Ob es daran lag, dass zu wenig Brezeln im Publikum saßen, oder an der langen Kampf-Pause der Tigerin oder an der Höhenluft, der ungewohnten? Stuttgarts stärkste Frau, Alesia Graf, hat ihren WM-Kampf in Mexiko Samstagnacht verloren. Wir zitieren:

„Alesia Graf hat den leidenschaftlich geführten Kampf eindeutig nach Punkten verloren. Die einjährige Box-Pause hatte bei der doppelten Weltmeisterin eindeutig Spuren hinterlassen. Der Kampf wurde bereits in den ersten Runden entschieden. In der 1. und 2. Runde musste sie Niederschläge einstecken. Alesia hat sich wieder in den Kampf zurückgekämpft, konnte aber die bärenstarke Mexikanerin nicht entscheidend treffen. „Für mich war dieser Kampf ein großes Erlebnis. In der weltgrößten Stierkampf-Arena gegen die stärkste Boxerin in meiner Gewichtsklasse anzutreten, war eines der beeindruckendsten Erlebnisse in meiner Box-Karriere”, sagte die Boxerin gleich nach dem Kampf. Die stark emotionale Stimmung und die Atmosphäre in der Arena machten deutlich, welchen Stellenwert der Box-Sport bei dem mexikanischen Publikum einnimmt. Der Kampf wurde in 90 Ländern live übertragen, Deutschland hatte kein Interesse.“

Direkt nach ihrer Rückkehr tritt Graf übrigens einen neuen Job an: Künftig moderiert sie die Kommentare im Brezel-Forum. Wer Mist postet, bekommt es mit ihrer linken Geraden zu tun.

08. Juli 2010

Nach der WM ist vor den Kickers…

von Ingmar Volkmann

… so oder so ähnlich lautet eine alte Fußballweisheit von Sepp Herberger, dem Jogi Löw des 20. Jahrhunderts. Bevor wir alle nach dem Wochenende in ein Loch fallen so tief wie das Angriffsspiel der Spanier, schlagen wir statt dessen allerfeinsten Live-Fußball zur Vorbereitung auf die nächste Buli-Saison vor.

Nächste Woche Mittwoch stellt sich nämlich live die Gewissensfrage: Biste blau oder rot? Immer noch blau nach vier Wochen WM, werden die einen antworten, rot vor Neid auf dieses schöne kleine Stadion auf der Waldau antworten dagegen alle Bad Cannstatter. Guido „Diego“ Buchwald, der Arne Friedrich der Neunziger, kann sich auf dem Plakat auch nicht so recht entscheiden und bemüht, wie das der gewöhnliche Fußballer eben gerne so vor der Ecke im Strafraum macht, den größten deutschen Vorstopper aller Zeiten, Johann Wolfgang von Goethe (Eintracht Frankfurt): „Zwei Seelen wohnen, ach in meiner Brust, eine blaue und eine rote, weil beide Vereine ich so stark finde in diesem Stutengarten.“ (Faust, Nachspielzeit).

Wer sich auch nicht so recht entscheiden kann oder einfach nur nach einem guten Vorwand für eine gescheite Stadionwurst sucht, schreibt einfach eine Mail an brezel.me, Stichwort blauoderrot. Wir verlosen zweimal zwei Stehplatzkarten.

30. Juni 2010

Kalter Entzug

von Ingmar Volkmann

Himmelherrgottzack, was ist denn das heute für ein trauriger Tag: kein einziges WM-Spiel weit und breit. Keine Ahnung, wie man solch einen schnöden Mittwoch unfallfrei überstehen soll. Ich hasse kalten Entzug. Da wird man erst süchtig gemacht durch Knaller wie Paraguay gegen Japan, Griechenland gegen Südkorea oder Neuseeland gegen die Slowakei und dann plötzlich aus die Maus – wenn auch nur für zwei Tage.

Das wirft natürlich Fragen auf: Woher bekomme ich jetzt meine tägliche Dosis Vuvuzela? Wer trötet mir amtlich ins Ohr? Stört es die Kollegen wohl, wenn ich auch ohne Fußball heute um 16 Uhr mein erstes Mal Dosen stechen spiele? Und, noch schlimmer, was mach ich heute Abend um 20:30 Uhr? Tagsüber kann ich mich wenigstens mit so genannter Arbeit ablenken, aber was tun an einem völlig sinnlosen Mittwochabend? Jetzt hab ich’s: Ich leihe mir die sensationelle Doku Maradona by Kusturica aus. Ist die beste Vorbereitung auf Samstag, auf die 1,50 große Folklore mit der Plautze, die so drollig an der argentinischen Seitenlinie auf und ab hüpft.

23. Juni 2010

Da hilft nur noch betäuben

von Ingmar Volkmann

Heute Abend das Spiel der Spiele, die Entscheidung gegen Ghana. Sind wir eher Frankreich und fahren bald nach Hause oder sind wir Argentinien und haben noch vier Spiele?

Weil ich schon jetzt Schnappatmung habe, erwäge ich ernsthaft eine temporäre Rückkehr in entspannte Jugendtage, eine Betäubung für Fortgeschrittene, um den Tag bis zum Duell mit Ghana durchzustehen. Vielleicht sollte ich mal im Bong-Laden meines Vertrauens vorbeischauen, an dem ich immer mal wieder in der Tübinger Straße vorbei schlendere. Die haben bestimmt auch noch was Hübscheres auf Lager, wobei ich über diese Variante hier immer wieder lachen muss.

18. Juni 2010

Materialien zur Mittagspause – WM-Ausgabe

von Ingmar Volkmann

Unser Menü für heute passend zum Spiel Deutschland gegen Serbien: Cevapcici vom Metzger Ergenzinger. Klose verspert Subotic, Kuzmanovic zeigt mal wieder im eigenen Strafraum ein gutes Händchen für die torreiche Mahlzeit und Müller kostet den Rest der serbischen Abwehrreihe zum Nachtisch. Wir wünschen guten Appetit allerseits!

11. Juni 2010

Es ist angerichtet!

von Ingmar Volkmann

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, ab heute hat das Leben wieder einen Sinn, die WM geht los. Pünktlich zum Eröffnungstag habe ich in alter Tradition meinen Meisterschafts-Altar bestückt. Sie bewundern u.a. Miro-Klose-Fussball-Gott im ultraheißen Kik-Werder-Bremen-Trikot, für den ich täglich eine Kerze anzünde, damit er bei dieser WM Gerd Müller in der ewigen WM-Torschützenliste überflügelt. Dazu das beste Fussball-Buch aller Zeiten, „11 Freunde müsst Ihr sein…“ von Sammy Drechsel, das WM-Fieber-Sonderheft von Lift, die 11 Freunde-Bibel, eine Dose WM-Rasen und natürlich die, ähem, Deutschland-Fahne, die bei allen sieben Spielen von Jogis Jungs bei der Hymne gehisst wird. Geht ab wie Schnitzel!

Weil ich abergläubisch bin, muss ich die deutschen Spiele alle zuhause anschauen. Es bringt einfach Unglück, wenn man 25 besoffene Punks und Party-Fans neben sich sitzen hat, die einem konstant „Den hätte sogar meine Oma gemacht, du Penner“ in den Gehörgang schreien.

Stattdessen habe ich für jedes Jogi-Spiel einen handverlesenen Kreis netter Menschen eingeladen, die mir Valium einflößen und sich auch sonst sehr rücksichtsvoll verhalten. Hier halte ich es mit dem Berliner Schriftsteller Jochen Schmidt, der bei Deutschland-Spielen eine kontemplative Ruhe einfordert. Als würde man sich eine Ausstellung zu Gemüte führen, darf man höchstens flüstern. Selbstverständlich darf man schimpfen, motzen, verwünschen, aber halt in Zimmerlautstärke.

Samy, Herr Schweinsteiger, Philipp Lahm, der sich öffentlich zu Rainhard Fendrich bekennt, Libero Neuer, langer Mertesacker, Thomas Müller, kleiner Kroos, großer Marin, heiliger Özil – jetzt geht’s endlich los!

10. Juni 2010

Der Countdown läuft

von Ingmar Volkmann

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Liebe Sportkameraden,

morgen geht es wieder los, Weihnachten, Ostern und Silvester an einem Tag, die WM wird so dufte, dank Schweini und Sami in der Zentrale ist Minimum das Halbfinale drin.

Zur Einstimmung obiges Video. Ab Minute 5.30 kommt das Größte, das Lothar Matthäus je geleistet hat. Für mich bis heute das vl. schönste deutsche Tor bei einer WM. Özil und Marin streiten sich schon drum, wer die Blaupause gegen Serbien nächste Woche kopieren darf.

28. Mai 2010

Wir waren die Größten

von Erik Raidt

Seien wir ehrlich: so unwiderstehlich wie damals im Sommer 2006 haben wir Stuttgarter uns noch nie gefühlt. Es war WM, und halb Deutschland, wenn nicht gar die ganze Welt entdeckte, dass wir mehr können als Bruddeln, Bienzlen und humorlos aus der blitzsauberen Wäsche blinzeln.

Wir hatten den tollsten Besuch der Welt, wie mir ein rührseliger Blick in unser elektronisches Bildarchiv noch mal beweist:

Da waren die Schweizer. Ihnen verdanke ich einen kolossalen Hörsturz, den ich im Hauptbahnhof erlitt, als 200 von ihnen gleichzeitig mit ihren Kuhglocken läuteten.

Oder die Holländer. Sie waren Engel, sie waren viele. Viele von ihnen waren gar nicht unschuldig. Sie waren die Größten, keiner konnte ihnen beim Feiern das Pilsje reichen.

Na gut, diese Herren vielleicht doch. Wir hatten auch Engländer zu Gast. Einige von ihnen waren vorher offensichtlich vom Tüv-Süd beauftragt worden, die Flugeigenschaften von Plastikstühlen vor dem Königsbau zu testen. Anschließend mussten viele von ihnen auf einem von der Polizei bewachten Parkplatz schlafen.

Nie wieder wird es so schön. Ich könnte in meine Vuvuzela heulen.

20. Mai 2010

Tütensuppe

von Christiane Wild

Tobias hat eins, Ariane hat eins, Erik und ich haben auch eins: ein Panini-Sticker-Album. Ganz billig ist der Kult aus den Tütchen auf die Dauer nicht. Aber wann wäre das schon mal ein echtes Argument gewesen, wenn man etwas wirklich haben will? Und wenn man das Album dann noch geschenkt bekommt, ist es natürlich umso schöner. Tobias weiß halt, wie er seine Mitarbeiter motiviert!

20. Mai 2010

WM-Einstimmung

von Ingmar Volkmann

Nachdem wir es hier heute bereits von Käse hatten, also dem VfB, möchte ich an dieser Stelle noch etwas Werbung machen für den sympathischeren Verein in Stuttgart, der mit Blau und Weiß auch farblich besser aufgestellt ist: die Stuttgarter Kickers.

Am quasi einzig fussballfreien Wochenende vor dem WM laden die Kickers zum letzten Spitzenspiel in dieser Saison, die Blauen haben es mit Nürnberg II zu tun. Der schlecht gelaunte Herr neben Ihnen im Fanblock schimpft übrigens nicht über Sie, der meint die Spieler auf dem Platz. Das ist Joe Bauer von den Stuttgarter Nachrichten, der sich kein Heimspiel entgehen lässt. Zurück ins Funkhaus.

17. Mai 2010

Wanted: Kevin-Prince Vollhorst

von Ingmar Volkmann

Das hat jetzt zwar nicht so viel mit Stuttgart zu tun, muss aber dennoch raus: Zum ersten Mal habe ich Samstagabend heulen müssen, als ich das Foul von Kevin-Prince Boateng an Ballack gesehen habe. Dann hab ich gestern alle zwei Stunden kicker.de gecheckt, ob es schon Neuigkeiten aus dem Kernspin gibt, um vor einer halben Stunde dann endgültig mit Schnappatmung heulend vor dem Rechner zusammenzubrechen: Der Knöchel vom Capitano ist kaputt.

Das kann doch nicht Boatengs Ernst gewesen sein, diese als Grätsche verkleidete Körperverletzung.

Jetzt muss Jogi Frings nachnominieren, damit der sich im Spiel gegen Ghana exklusiv um Boatengs Knöchel kümmert. Schweini, Sami, Lahm, macht irgendwas. Ich hab mich so auf die WM gefreut!

07. April 2010

Bereit für die WM

von Ingmar Volkmann

Endlich. Gestern war es wieder soweit. Habe das erste Mal beim Dienstags-Kick im Theaterhaus gewonnen. Seit Januar.

Wie grausam waren sie, die vergangenen Wochen. Immer wieder dienstags kam die Ernüchterung. Meine ganz persönliche Hertha-BSC-Phase.

Egal welcher Mannschaft mich Spielertrainer Werner Schretzmeier zugeteilt hatte, ich ging als Verlierer vom Platz. Dabei nimmt das Theaterhaus-Team die Mannschafts-Aufstellung durchaus ernst. Mindestens ein Azubi ist zum Wochenbeginn damit beschäftigt, potentielle Mitspieler anzurufen und deren Fitnessstand abzuklopfen. Schretzmeier selbst macht dann in einer geheimen Zeremonie kurz vor Spielbeginn die Aufstellung.

Zwischendrin hatte ich sogar die ein oder andere Bude erzielt. Allein, es half nichts. Am schlimmsten dann die Nacht nach einer neuerlichen Niederlage: Hätte man nicht doch quer spielen sollen auf David? War man im Zweikampf gegen Jakob hart genug rangegangen? Nach einer besonders schlechten Leistung konnte man die Restwoche direkt in die Tonne kicken wie einst Klinsmann.

Gestern dann das Christian-Gross-artige Wunder: gewonnen, und zwar haushoch. Die eigene Leistung zwar mehr als bescheiden, dafür brillierten David und Tom als magisches Dreieck, Pardon, Duett.

Heute Nacht endlich mal wieder durchgeschlafen. Rechne jetzt fest mit einer Nominierung für Südafrika. Jogi braucht noch einen Mann für die Innenverteidigung. Sorry Serdar, aber am 6.5. wird bei der Bekanntgabe des WM-Kaders mindestens einer aus der Theaterhaus-Truppe an dir vorbeiziehen.

28. Januar 2010

Das Ereignis des Jahres

von Ingmar Volkmann

Vor lauter Schwänglish mit Mr. Oettinger ging die eigentlich wichtigste Geschichte der Woche beinahe unter: Unsere DFB-Kicker und die besten, beliebtesten und schlausten Trainer der Welt inkl. Michael „horny Mike“ Skibbe waren in Stuttgart zu Gast. Mit den Trainern hat unser Jogi in „höxter Konzentration“ besprochen, wie wir im Juli Weltmeister werden. Weiß gar nicht, was es da überhaupt noch zu besprechen gibt. Das Finale wird eine 1:0-Revanche gegen Spanien, Tor Lahm, zieht von links in den Strafraum und von dort unhaltbar in den Winkel.

Eigentlicher Zweck des Treffens in Stuttgart war indes ein Leistungstest unserer Nationalspieler, der hauptsächlich im Bestreiten von 823 Werbeterminen in zweieinhalb Tagen bestand.

Nachdem sich Jupp „Ex-Osram“ Heynckes gegenüber brezel.me sehr besorgt  über die Trinker-Qualitäten der heutigen Nationalspieler geäußert hatte („Alles Weicheier, Pils-Udo Lattek hat mir schwer gefehlt“), hatte sich das brezel.me-Redaktionsteam ins Le Meridian eingeschlichen, um die Kicker auf den in die DFB-Geschichte eingegangenen Weingeist von Malente zu testen. „Eine gute Physis ist die Basis“, begrüßte Bundestrainer Löw die brezel.me-Aktion.

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