Mit ‘Untergrund’ getaggte Artikel

19. April 2010

Er will es nicht anders

von Christiane Wild

Um das gleich vorweg zu nehmen: ich bin kein gewalttätiger Mensch. Spinnen trage ich lieber aus meiner Wohnung, als sie zu töten und verirrten Bienen zeige ich den Weg zum geöffneten Fenster.

Und jetzt hat ausgerechnet mir ein Marder den Krieg erklärt. Nacht für Nacht macht er aus meinem Auto seinen Spielplatz. Schläuche nagt er an, in die Antenne verbeißt er sich, auf dem Dach hinterlässt er seine tapsigen Spuren. Jeden Morgen steige ich mit Herzklopfen und schweißnassen Händen ins Auto: Welche Warnlampe leuchtet diesmal, wird der Kühler qualmen oder das Auto gar nicht erst anspringen??

Der Marder lacht sich wahrscheinlich ins haarige Fäustchen. „Wenn der einmal da war, kommt der immer wieder“, sagt der Mann in der Werkstatt, so als könnte man da gar nix dagegen machen.

Ich kaufe mir jetzt eine Schrotflinte und lege ich mich auf die Lauer. Und dann schauen wir mal, wie’s weitergeht.

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29. März 2010

Unsere Stimmbänder für Oslo

von Erik Raidt

Na, schon warmgegrölt für das wichtigste Ereignis des Jahres? Für die Stimmungsmaschine, die Millionen vor die Fernsehgeräte treiben wird? Bei der Tränen fließen werden und Besiegte in ihren knappen Trikots aus dem Licht der Kameras schleichen werden?

Nein, natürlich sprechen wir nicht von der WM in Südafrika. Wir reden hier von etwas Wichtigerem, Größerem, Unvergleichlichem: dem Eurovision Song Contest Énde Mai in Oslo!

Eigentlich wollte Stefan Raab ja diese 18-Jährige Lena persönlich im Wok nach Norwegen tragen – aber seit gestern stehen mehrere Ersatzkandiaten bereit: Brezel.me-Master Tobias hat einige Kollegen zum Karaoke-Singstar-Abend bei sich Zuhause versammelt.

Was man an solchen Abenden lernt? Die eigene Stimme kann eine schmerzhafte Waffe in den Ohren anderer Menschen sein, niemand traut sich an den Sprechgesang der Fantas heran, und die Mode in den 80ern war NOCH schlimmer, als wir sie in Erinnerung hatten. Schulterpolster? Douze points, twelve points!

Die Stuttgarter Singvögel trainieren übrigens auch schon für Oslo. Heute morgen 5.45 Uhr in dem Busch vor meinem Schlafzimmer. Ich dachte spontan an Schrotkugeln.

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04. Februar 2010

Brezel.me im Streik

von Tobias Köhler

Nur eine ganz kurze Meldung aus dem Streiklokal (i.e. Oblomow): Um auf die menschenunwürdigen Bedinungen in der Brezel.me-Redaktion hinzuweisen, haben wir heute einen unbefristeten Ausstand initiiert. Weil das die wenigsten bemerkt hätten – das wissen wir ja, größenwahnsinnig sind wir nicht – haben sich viele Menschen in Stuttgart spontan solidarisch erklärt.

Erste Bilanz: Die Busse und Bahnen stehen still (Foto dpa), viele Kitas bleiben geschlossen, der Müll liegt noch länger herum als sonst und sämtliche Operationen – auch die am offenen Herzen – im städtischen Klinikum wurden heute pünktlich um 0 Uhr abgebrochen.

Vielen Dank an alle Menschen, die uns auf diese Weise helfen.

So ist es uns gelungen, gewaltiges Aufsehen zu erregen. Ja, wir sind sogar in den Fernsehnachrichten gelandet. Leider spielt sich eine älterer Herr mit Schnurrbart und rot-weißen, müllsackartigem Verdi-Pullunder immer in den Vordergrund und verdrängt uns von den Fernsehkameras. Deshalb ist es schwierig, den Medien das eigentliche Anliegen unseres Streiks zu vermitteln.

Nächste Woche werden aber auch die Tankstellen im ganzen Land aus Solidarität mit Brezel.me die Zapfsäulen dichtmachen. Dann kann der Kerl mit dem Schnautzer auch nicht mehr aus dem Verdi-Hauptquartier anreisen und uns die Show stehlen.

Mit proletarischen Grüßen, die Redaktion.

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01. Februar 2010

Im Rausch der Bilder: “Stuttgart 24 h”

von Tobias Köhler

24 Stunden Stuttgart in zehn Minuten – so hat man die Stadt noch nicht gesehen. Okay, es ist erst Februar: Aber die Chancen, dass “Stuttgart 24 h” das coolste Stuggi-Video des Jahres wird, stehen ziemlich gut.

100.000 Fotos haben Christoph Kalck (21) und Jascha Vick (25) von der Hochschule der Medien an 20 unterschiedlichen Locations in der Stadt geschossen. Alle zwei Sekunden eines. Durch die Aneinanderreihung der Bilder beginnen sich die Szenen im Film zu bewegen.

Und werfen einen Blick auf die Stadt, wie man ihn sonst nicht bekommt. Das Gewusel der Nachtschwärmer am Hans-im-Glück-Brunnen. Abtanzen im LKA, bis das Licht angeht. Autokolonnen, die sich ihren Weg durch die City bahnen. Ziemlich abgefahren.

Der Soundtrack stammt von dem Stuttgarter Musiker und Komponisten Sebastian Bartmann. Am besten kommt das Video übrigens, wenn ihr es euch in HD im Vollbildmodus anschaut – unter dieser Adresse…

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27. Januar 2010

Das Ende von Mayer-Vorfelders Nasenhaaren

von Tobias Köhler

Ich bekenne: Es fällt und fällt mir nicht recht ein, was diese Sache mit Stuttgart zu tun haben könnte. Abgesehen davon vielleicht, dass man mit dem “Wenger Schweizer Offiziersmesser Giant” wahrscheinlich die kompletten Stuttgart-21-Bauarbeiten abwickeln (inkl. vollständiger Fällung des Schlossgartens), sämtliche Nasenhaare von Gerhard Mayer-Vorfelder entfernen, Kaltental mit VDSL versorgen und das Feinstaubproblem lösen könnte.

Aber die Amazon-Rezensionen zu dem Gerät (unbedingt hier klicken!!!) lesen sich besser als Douglas Adams, Wiglaf Droste und Robert Gernhardt zusammen. Ein klarer Fall für ein Brezel.me-Off-Topic.

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26. Januar 2010

Rette sich, wer kann

von Erik Raidt

Die Invasion hat begonnen: Im trüben Dämmerlicht eines ganz normalen Stuttgarter Wintertages rücken die ersten Transporter des Schweinemuseums an. Brezel.me berichtete bereits, dass sich die Maul- und Klauenseuche, von der bisher nur ein Außenposten der menschlichen Zivilisation in Bad Wimpfen betroffen war, noch im Mai in Stuttgart ausbreiten soll, wo das Schweinemuseum in den Alten Schlachthof einzieht.

Nach Informationen von Brezel.me will sich der neue EU-Kommissar für nasal gepresste Grunzlaute, G. Oettinger, persönlich gegen die Seuche einsetzen. Erster O-Ton: “Dear Mr. Wilhelmer, tear down this Schweinetrog! I will not tolerate Pig City Nights at se Neckar!”

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21. Januar 2010

Der Checker vom Neckar

von Tobias Köhler

Heute Morgen gehe ich vor der Arbeit kurz beim Bürgerbüro vorbei und geben meine Stuttgarter Staatsbürgerschaft ab. Liegt daran, dass ich am Mittwochabend bei “Deutschland sucht den Superstar” einen Menschen namens Cosimo aus Stuttgart gesehen habe, der sich selbst den “Checker vom Neckar” (so heißt auch sein MySpace-Profil, OMG!) nennt. Seitdem will ich nicht mehr mit der Stadt in Verbindung gebracht werden.

Offenbar kannte die Jury diesen Cosimo schon (habe dann später bei Bild-Online gelesen, dass er wohl zu den Dauerkandidaten gehört), denn Dieter Bohlen verließ fluchtartig das Studio, als Cosimo – wohlgemerkt mit zwei Bodyguards, die genauso mürbe aussahen wie er selbst – auftauchte. Singen kann er auch nicht, ihn dafür herzubeleidigen hieße aber, sich mit dem unerträglichen Dumpfbold Dieter Bohlen gemein zu machen. Die Juroren waren jedenfalls absolut nicht begeistert von Cosimos Auftritt und ließen ihn durchrasseln. Wohl inzwischen zum vierten oder fünften Mal.

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14. Januar 2010

The Wall comes back

von Erik Raidt

Stoppt Stuttgart

Im Stuttgarter Untergrund tut sich was: an der Spitze der Guerillaszene steht das bisher unbekannte Bündnis Stoppt Stuttgart. Experten stehen vor einem Rätsel, wir sind schon schlauer: offensichtlich handelt es sich bei der Gruppe um eine bisher noch nicht in Erscheinung getretene Separatistenbewegung aus Cannstatt, die plant, aus alten Einzelteilen der Berliner Mauer einen Anti-Stuttgart-Schutzwall zu bauen.

Ein Maulwurf aus dem Cannstatter Bezirksrathaus hat uns exklusiv die Information zugespielt, dass dort der Satz “niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten” gefallen ist – ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Bauarbeiten demnächst beginnen werden.

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