Mit ‘trinken’ getaggte Artikel

24. November 2010

Ficken

von Marc Hippler

Ficken

Gruppenbild mit Ficken (keine Ersatzflüssigkeit).

Wer jetzt glaubt, dieser Blogeintrag diene ganz und gar der Suchmaschinenoptimierung, liegt nicht völlig falsch. Es ist nämlich so: Ein Rundgang durch das Brezel.me-Archiv hat ergeben, dass hier noch nie etwas über Ficken stand. Und das kann ja wohl nicht wahr sein. Der so genannte Comedian Ingo Appelt hat seine Karriere bei “RTL Samstag Nacht” schließlich auch damit begonnen, ein Schild nur mit dem Wort Ficken hochzuhalten. Ja ja, früher hat das noch gereicht. Und was Ingo Appelt kann, können wir dreimal. Also bitte: Ficken, Ficken, Ficken.

Der wahre Anlass ist aber ein anderer. Kollege Tobias K. war jüngst im Kino, um sich diesen neuen Harry-Potter-Film anzusehen. Und dabei hat er belauscht, wie sich zwei Jugendliche in der Reihe vor ihm über Ficken unterhielten. Nun wäre das an sich ja nichts Ungewöhnliches, sich in der Nachmittagsvorstellung eines Kinderfilms über Ficken zu unterhalten. Bloß ging es um ein Getränk! Moment, ein Getränk das Ficken heißt?! Das ist ja so unoriginell, dass es fast schon wieder … Nein, das ist es nicht.

Wir haben natürlich sofort die Brezel.me-Search-Force durch Stuttgart City geschickt, um, hihi, Ficken zu kaufen. Fündig geworden ist es in einer Videothek, wo es Ficken für einen Euro gibt. Bei Ficken handelt es sich um einen Schnaps, genauer: um einen Likör, noch genauer: um einen Jostabeerenlikör. Die Jostabeere ist ein Bastard, gekreuzt aus Johannes- und Stachelbeere. In der Wikipedia erfahren wir, dass ein gewisser Erwin Baur der Erste war, als er 1922 todesmutig die beiden Beerenmarken miteinander kreuzte – und heraus kam beim Beerensex: Die Jostabeere. Dass wiederum daraus mal Ficken werden würde, hätte der Herr Baur aber wahrscheinlich auch nicht gedacht.

Das Marketing für Ficken ist von vorne bis hinten, pardon, eine Schnapsidee. Während Deo-Produzenten halbwegs subtil die Chancensteigerung auf Beischlaf suggerieren, geht Ficken aufs Ganze. Es gibt sogar ein Musikvideo, das für den Schnaps mit dem verfi…, äh verflucht eingängigen Namen wirbt.

YouTube Preview Image

Ficken kommt übrigens aus Altheim. Und wer sich die Lage des Firmensitzes mal ansieht, dem kommt nur eines in den Sinn: Ficken im Grünen. In Altheim gibt es übrigens einen Stadtteil namens Frickingen. Und wer will, kann sich ja verlesen.

Wie der rote Likör schmeckt, wissen wir übrigens nicht. Aber auf der Weihnachtsfeier werden wir Ficken ausprobieren. Versprochen.

Und hier noch die Top 5 der schlechtesten Sprüche zu einem Getränk namens Ficken, für die Brezel.me das alleinige Copyright beantragt.

  1. „Ficken macht in der Gruppe einfach mehr Spaß.”
  2. „Ficken auf der Weihnachtsfeier.“
  3. „Ficken kostet einen Euro.“
  4. „Nach dem Essen erst mal Ficken.“
  5. Und die verblüffend einfache wie effektvolle Frage: „Ficken?“

01. Juli 2010

Wurscht Online

von Tobias Köhler

Einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben ist der Herr Amazon. Herr Amazon versorgt mich seit Jahren mit allem, was ich zum Leben brauche. Bücher, CDs, MP3s, CD-Player, DVD-Player, Bluray-Player, alle Arten von elektronischem Schnickschnack, Spielkonsolen, Konsolenspiele, Brettspiele, seit einiger Zeit auch Klamotten, Spielzeug und sonstigen Kram für Kinder, Staubsaugerbeutel, Sneakers und noch einiges mehr.

Habe aus aktuellem Anlass mal nachgeschaut. Mein erster Kontakt mit Herrn Amazon datiert auf den 3. Januar 1997, als er mir ein Buch meines Lieblingsautors Matt Ruff aus den USA beschafft hat.

Nur in Sachen Ernährung musste ich immer noch zu Edeka an der Schwab-/Rotebühlstraße schlappen. Aber das hat jetzt ein Ende!

Ab sofort verkauft Herr Amazon auch Lebensmittel!

Habe mal gschwind nachgeschaut: Wurscht, Käse, Obst, Gemüse, Kaffee und Kuchen, Keks und Schokolade, Brot und Babynahrung – ein paar tausend Mal alles, was sich nur wünschen kann.

Endlich muss ich den Brezel.me-Newsroom nie wieder verlassen.

Höchstens für ein paar Besuche auf der Intensivstation im Katharinenhospital, wegen akuter Lebensmittelvergiftung. Weil der Fisch mal wieder zu lange bei 30 Grad in der Packstation lag. Oder unsere Poststelle die Meeresfrüchte erstmal an die falsche Abteilung im Brezel.me-Tower weitergeleitet hatte. Oder DHL den Tatar vertrödelt hat.

Hm. Das wird lecker.

15. Juni 2010

Materialien zur Mittagspause X

von Ingmar Volkmann

Wir haben immer noch Hunger. Diese Woche ganz besonders, denn einer der besten asiatischen Vesper-Plätze im Städtle feiert Fünfjähriges: das Noodle No. 1 am Wilhelmsplatz.

Ich bin in Sachen Gastronomie ja etwas schwierig. Wo bei anderen nur das Auge mitisst (tut das eigentlich weh, so eine Ente süß-sauer durchs Auge?), isst bei immer die Sympathie mit dem Gastronom mit. Wenn ich den Wirt mag, geh ich lieber hin, als wenn der Wirt ne Schabrake ist.

Klingt einfach, macht bestimmt jeder so, bei mir ist es aber so neurotisch, dass ich in bestimmte Läden nicht gehen kann, obwohl Kaffee, Kuchen, Pizza, Rotwein, Gin Tonic und Schnäpse astrein sind, aus biologischem Anbau, artgerechter Kurzen-Haltung und vom einzigen Gin-Brenner, der seinen Gin in einer vom Vatikan geweihten Badewanne brennt. Wenn der Wirt ein Schmock ist und mit seinem Gelaber nervt, kann ich nicht hin. Schlechtes Karma schlägt großen Hunger und Durst.

Ins Noodle gehe ich deshalb extra gerne, weil die Wirtin Fanny ziemlich zauberhaft ist, immer nett, immer ein ehrliches Lächeln am Start, ihr Ingwer-Tee macht mich stark und je nach Wetterlage bade ich in Entensuppe (Nummer 13) oder der Singapur-Platte.

Zum Fünfjährigen am 17.6. hat sich Fanny was Besonderes ausgedacht: Es gibt ein spezielles Menü und ein Teil der Einnahmen geht direkt an ein Waisenhaus, das sie regelmässig in ihrer vietnamesischen Heimat besucht. Spachtel ordentlich und tue Gutes dabei, was willste mehr?

16. März 2010

Der beste Vino der Welt

von Ariane Holzhausen

Ich war gestern beim Italiener. Kein Witz, erst recht kein Running-Gag. Aber das Erlebnis dort, tief in Heslach, könnte einer Minderheit über klaffende Wunden streicheln, die ihr die große Mehrheit, nennen wir sie mal die Guttrinker, permanent zufügt. Wie gesagt, könnte. Denn ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht wie winzig diese Minderheit vermutlich ist – aber egal, ich gehöre jedenfalls dazu: Ich bin eine Rotweinschorle-Trinkerin.

Das ist für viele Viertelesschlotzer wohl schon schlimm genug (obwohl? Cannstatter-Zuckerle-Schlotzer dürften da gar nicht mitmeckern, aber das wäre ein anderes Thema) und bringt vermutlich selbst Möpse zum Heulen (krampfhafter Versuch einen Bezug zum Foto herzustellen). Aber bei mir muss das Rotweinschorle halt auch noch süß sein. In Buchstaben: SUESS.

Folgendes spielte sich also beim Italiener ab:

Ich (schon vorher völlig geknickt): Ich weiß, man bestellt das nicht. Aber könnte ich ausnahmsweise (schlimmer Tag, Migräne und so) eine Rotweinschorle süß bekommen?
Er: Na klar!
Er (kommt mit dem herrlichen Gesöff, oder doch nicht?): Also,… wir haben da einen prima Merlot…
Ich (hochrot): Ja, um Gottes Willen, den will man ja nun wirklich nicht mit Fanta…
Er: Nein, also normalerweise nehmen wir immer Montepulciano…
Ich (bin bereits auf dem Weg unter den Tisch): Ja, ja, klar, verstehe…
Er: Nein, Sie verstehen nicht. Also: normalerweise machen wir Schorle immer mit unserem Montepulciano. Aber ich finde, zur Süße des Sprudels passt unser weicher Merlot einfach viel besser.

Also, ich habe den Sommelier meines Vertrauens gefunden. Wer wissen will, wo genau dieser fantastische Mundschenk sich befindet, kann sich an mich wenden. Ich habe allerdings den schlimmen Verdacht, dass außer mir kein Mensch so leckere Schorle trinkt.