Diesen Tonfall kann sie sich nur aus irgendeinem amerikanischen Wir-drillen-die-Rekruten-bis-sie-bluten-Film abgehört haben.
“NUMMER DREI! RAUS!” “NUMMER EINS! ABMARSCH!” “VIER UND ZWEI – NOCH EINE MINUTE!”
Ja, das nette Frauchen mit der Schirmmütze auf und dem Schirm über dem Kopf ist so eine Art Feldwebel des Freibads.
Höllenhundartig bewacht sie den Eingang zu den sechs ausgeleierten Trampolins, wacht mit Hilfe von sechs Digitalstoppuhren über die Einhaltung der Hüpfzeiten und expediert die Kinder nach deren Ablauf gnadenlos – genauer gesagt mit einer gewissen Schadenfreude – hinaus.
Ihr fragt euch: sehr putzig – aber was hat das mit Geld verdienen zu tun?
Ganz einfach: drei Minuten kosten 50 Cent, sechs Minuten einen Euro. Mal sechs Trampolins. Die Schlange springwütiger Kinder reißt an Sommertagen im Freibad niemals ab. Bei einer Minuteneinnahme von einem Euro, also Einnahmen von 60 Euro pro Stunde, kommt man - mit einem Sechs-Stunden-Freibadtag und Vollauslastung gerechnet – auf 360 Euro. Hochgerechnet auf nur vier schöne Wochenenden im Monat sind wir schon bei fast 3000 Euro. Nicht auszudenken, wenn irgendwann Sommerferien sind und es tatsächlich noch Sommer würde.
Instandhaltungskosten fallen erkennbar nicht an, abgeschrieben ist das Ding seit Jahren (wenn nicht sowieso geklaut).
Und das schönste an der Sache: Man kann im Dienst gnadenlos Kinder anblöken – ohne dass sie auch nur mit der Wimper zucken…



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