Mit ‘Touristen’ getaggte Artikel

13. Mai 2010

Reich werden (6)

von Tobias Köhler

Der Titel ist der absolute Hammer. “Reisendenlenker” (bitte draufklicken, um die ganze Stellenanzeige zu sehen) hört sich nach einem Job an, den einfach jeder machen will.

  1. Reisen ist immer gut.
  2. Lenken ist großartig. Das hört sich nach Einfluss an, nach Weltpolitik, nach “Yes we can”.

Und dann auch noch am Stuttgarter Hauptbahnhof. Dem – äh! – neuen Herz Europas!

Die Anforderungen sind hoch, aber Brezel.me-User gehören – sagen unsere Marktforscher – zu den absoluten Übercheckern der Gesellschaft. Also sollte “ein selbstsicheres, seriöses Auftreten, eine aufgeschlossene, wortgewandte Persönlichkeit” für euch kein Problem sein.

Reich werden tut man auch, man muss nur seinen Gehaltswunsch angeben.

Noch mehr Kohle wäre zu holen, wenn man für jeden gefundenen Grammatik- und Rechtschreibfehler in der Stellenanzeige einen Euro bekommen würde.

Wir aber entscheiden uns natürlich für unendlichen, onassisartigen Reichtum – und gründen eine Jobagentur, die ihren Kunden anbietet, auf solche hirnrissigen, dummbatzigen Stellenanzeigen zu verzichten.

(Thanx an Sylvi Brunner)

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06. Mai 2010

Lonely Planet Stuttgart

von Tobias Köhler

Der “Lonely Planet” ist eine Legende. Damals, als wir noch Urlaub mit Rucksack – und nicht wie heute mit Kinderwagen – gemacht haben, gehörte das Ding zur Pflichtlektüre. In unserem Regal gammeln noch die Ausgaben für Neuseeland, Mexiko, Thailand, Indonesien und Kanada vor sich hin. Außerdem ein nahezu unberührtes Exemplar von Korea – denn niemand kann sich erinnern, jemals nach Korea gewollt zu haben, geschweige denn, dort gewesen zu sein.

Jedenfalls: der “Lonely Planet” ist zumindest unter Backpackern die Mutter aller Reiseführer.

Was für eine Freude also, als ich dieser Tage in Apples App-Store auf den “Lonely Planet Stuttgart” gestoßen bin. Bockstarker Teasertext: “Start your engines in Stuttgart!…Fantastisch ” (siehe Foto nach dem Break).

Neugierig, wie ich bin, habe ich die 2,39 Euro auf den Tisch gelegt, um mir das Ding mal anzuschauen.

Kurz zusammengefasst: ich kenne nordthailindische Provinzhauptstädte, über die der “Lonely Planet” mehr und kompetenter berichtet hat. Unter “Eating & Drinking” empfiehlt der neben Bohnenviertel, Hans-im-Glück-Brunnen noch die Theodor-Heuss-Straße (“lots of trendy Szenekneipen”) and “the city’s best beer garden in the Mittlerer Schlossgarten”. Namentlich werden acht Kneipen genannt – u.a. der Brunnenwirt, das Weinhaus Stetter, das persische Restaurant Nirvan und die Markthalle.

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26. Februar 2010

Haben Sie Wien schon bei Tag gesehen?

von Erik Raidt

Wohin kannst Du fliehen, wenn in Stuttgart mal wieder Wiener Woche ist und sich die Kulturszene in Melancholie suhlt, vom Schmäh faselt und Wiener Schnitzel verdrückt?

Genau, nach Wien eben. War die Woche dort und habe einen kleinen Sprachkurs belegt.

Erste Erkenntnisse: Die Plastiktüte beim Einkauf ist in Wahrheit ein Sackerl, wenn eine Dame unfallfrei ein Studium belegt hat, wird sie überall als Frau Magister angekündigt und wenn Du eine milchhaltige Plörre mit miskroskopisch kaum wahrnehmbaren Koffeinzusätzen bestellst, nennt sich das Kaffee Verkehrt.

Super sind auch die Straßenbahnen im edlen Holz-Nostalgie-Look mit putzigen Piktogrammen und die Nähe zur schwäbischen Seele. Wenn einen der Müll auf der Straße nervt, rufst einfach beim Misttelefon an und schon landest Du wahrscheinlich bei einem Herrn Magister mit staatlichem Mülldiplom.

Wien und Stuttgart sollten Partnerstädte werden. Ich sehe sie schon vor mir, die ersten Frühjahrs-Depressionsfestspiele, die wir ausrichten. Gemeinsam werden wir in süßem Schmerz untergehen.

Es wird wunderschön.

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22. Februar 2010

Die Rückkehr des minzgrünen Nagellacks

von Tobias Köhler

Brezel.me hat’s geschafft. Stuttgart ist auf dem besten Weg zur Pilgerstätte Nummer eins im Land. Zumindest für die Wahnsinnigen dieser Republik. Am Wochenende hatten wir ja schon Tutu auf ihrer absolut abgefahrenen Reise nach Stutti-Town begleitet, jetzt kommt es mit – nennen wir sie mal – Hoppel und Moppel noch eine Nummer härter.

Nicht ganz so weit (sondern irgendwo aus der Zwei-Buchstaben-Autokennzeichen-Region) sind Chris und Alex angereist. Dafür sind sie mindestens genauso mürbe.

Die Brezel.me-Redaktion arbeitet derzeit gemeinsam mit Stuttgart Marketing an einem umfangreichen Pilgerkonzept – inkl. Krankenheilung & Weihwasserverkauf. Derzeit tagt eine Gurufindungskommission. Wir halten euch auf dem Laufenden.

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02. Februar 2010

While Andy’s Guitar gently weeps

von Tobias Köhler

Andy Richter aus Stuttgart hat es nicht leicht. Ganz offensichtlich muss er ziemlich weit in die Provinz reisen, um über die Runden zu kommen:

“Livemusik, Allein im Duo oder Trio für kleine und grosse Feiern! Wir kommen gern auf Ihre Geburtstagsfeier, Hochzeit, Firmenevent und Feste in Stuttgart, Karlsruhe, Heidenheim, Horb, Nürtingen, Heilbronn, Vaihingen Enz, Herrenberg, Schorndorf, Ulm, Mannheim, Schwäbisch Gmünd, Böblingen, Bad Rappenau … auch in der Schweiz – Schaffhausen, Basel, Zürich, Bern … gerne komme ich auch auf Ihre kleine Feier, Geburtstag oder Jubiläum! auch in Balingen, Mühlacker, Calw, Nagold, Bruchsal.”

Kein Wunder, dass er sich irrsinnig gefreut hat, dass er auch mal auf die Kanaren fliegen durfte – nach Fuerte. Zusammen mit seiner rot-weißen Gitarre. Und die spielt und spielt und spielt. Stolz wie Oskar hat er ihr die ganze Insel gezeigt und sich dabei filmen lassen. Beinahe wären die beiden sogar zusammen baden gegangen! Was für ein Jokus!

So, jetzt aber genug mit Ausflug, Andi. Und schnell zurück nach Balingen!

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01. Februar 2010

Im Rausch der Bilder: “Stuttgart 24 h”

von Tobias Köhler

24 Stunden Stuttgart in zehn Minuten – so hat man die Stadt noch nicht gesehen. Okay, es ist erst Februar: Aber die Chancen, dass “Stuttgart 24 h” das coolste Stuggi-Video des Jahres wird, stehen ziemlich gut.

100.000 Fotos haben Christoph Kalck (21) und Jascha Vick (25) von der Hochschule der Medien an 20 unterschiedlichen Locations in der Stadt geschossen. Alle zwei Sekunden eines. Durch die Aneinanderreihung der Bilder beginnen sich die Szenen im Film zu bewegen.

Und werfen einen Blick auf die Stadt, wie man ihn sonst nicht bekommt. Das Gewusel der Nachtschwärmer am Hans-im-Glück-Brunnen. Abtanzen im LKA, bis das Licht angeht. Autokolonnen, die sich ihren Weg durch die City bahnen. Ziemlich abgefahren.

Der Soundtrack stammt von dem Stuttgarter Musiker und Komponisten Sebastian Bartmann. Am besten kommt das Video übrigens, wenn ihr es euch in HD im Vollbildmodus anschaut – unter dieser Adresse…

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16. Januar 2010

Pig Brother

von Erik Raidt

Stuttgart lässt die Schwarte krachen: im Mai bekommen wir das schönste Museum der Welt – auf dem Gelände des Alten Schlachthofs eröffnet das heimische Gastroimperium Wilhelmer sein Schweinemuseum. Mein Magen grunzt schon vor Hunger, wenn ich den schönen Flyer dazu anschaue. Im Biergarten gibt es Grill, Haxen, Hähnchen und ein Gulaschkarussell.

Weil die Museums-Biergartenhütte deftiges Personal braucht, läuft jetzt schon das Casting an, das live und 24/7 in führenden schwäbischen Spartenkanälen übertragen wird: PIG BROTHER

Eine der ersten Kandidatinnen beim Vorsingen dürfte dem einen oder anderen womöglich bekannt vorkommen…

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08. Januar 2010

Roland Emmerich dreht . . . durch

von Tobias Köhler

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Dass man dieser Tage in der City gerne mal von shoppenden Menschenmassen erdrückt wird – keine Frage. Dass man bei gefühlten minus 20 Grad auf dem abendlichen Schlossplatz erfriert – keine Frage. Dass man in diversen Schlangen – ob vor dem Kino oder in der Shoppingmall – beim Warten hungers stirbt – keine Frage.

Aber niemand konnte ahnen, dass nun selbst von unserem schicken, angesagten, seriösen Kunstmuseum eine Gefahr ausgeht. Darauf weist jedenfalls dieser Tage ein rot-weißes Absperrband samt selbstausgedrucktem DIN-A4-Zettel hin: “Achtung, Gefahrenbereich. Kein Durchgang”. Leider gibt es keinen Hinweis darauf, welcher Art die Gefahr sein könnte. Wir fordern deshalb an dieser Stelle Aufklärung. Und spekulieren so lange mal, was am Rande der Königstraße Lebensbedrohliches lauern könnte.

  1. Herabstürzende Eiszapfen könnten die Museumsbesucher erschlagen.
  2. Der Boden könnte sich auftun und die Kunstinteressierten in den Museumkeller hinabreißen.
  3. Das ganze ist eine ironische Installation des wahnsinnig angesagten tibetanischen Aktionskünstlers Ei-Jei-Jei.
  4. Die Absperrung ist Teil der städtischen Sparmaßnahmen: in den nächsten Jahren werden regelmäßig Teile der Innenstadt abgesperrt, um den Straßenbelag zu schonen.
  5. Die Glasscheiben der Fensterfront stehen mal wieder kurz davor, zu zerbrechen, weil sich a) der Statiker ein bissle verrechnet hatte oder b) Rainer Calmund den Ausgang nicht erwischt hat.
  6. Roland Emmerich dreht in Stuttgart gerade seinen neuesten Katastrophenfilm – das Kunstmuseum wird dabei leider in einer gewaltigen Erdspalte versinken.
  7. In der neuen Eventgastronomie ist vor dem Kunstmuseum ist leider etwas in der Nummer mit der Tigerdressur schiefgelaufen.
  8. Beim Versuch, in Konkurrenz zum “Wintertraum” auf dem Schlossplatz eine eigene Schlittschuhbahn vor dem Kunstmuseum aufzubauen, wurden leider sämtliche wichtigen Werke des Früh-, Spät-. und mittleren Ex- und Impressionismus auf Eis gelegt.
  9. Die Museumsleitung hat die Schnauze voll von Passanten aus WN, LB, GP und BB, die immer nur die Museumstoilette benutzen wollen – und setzt auf Abschreckung.
  10. Es hat irgendetwas mit dem neuesten Ausraster von Jens Lehmann zu tun.

UPDATE (12. Januar 2009): Die Kollegen von der Stuttgarter Zeitung haben des Rätsels Lösung. So viel vorab: es ist eine Mischung aus Grund Nr.1 und Grund Nr. 5…

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17. Dezember 2009

Stuttgart von hinten

von Tobias Köhler

Tja, da hat Stuttgart Marketing irgendwie versagt. “katthegreek” hat mit ihrer Kamera gnadenlos festgehalten, was der Durchschnittstourist von Stuttgart mitbekommt, wenn er nicht aussteigt. Bilanz: ein paar mies angezogene Rucksacktouristen, viel Gestrüpp und ein bisschen vom Schlossgarten. Und das wird in den nächsten Jahren sicher nicht besser, wenn erst mal die Bagger für S21 anrollen. Vielleicht würden ja schon ein paar Pappkulissen (vgl. Potemkin) von blühenden Landschaften helfen.

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