Mit ‘Stadtderby’ getaggte Artikel

14. Juli 2011

Die Mutter aller Derbys

von Ingmar Volkmann

Viel umjubelt: das 1:0 für die Kickers, Sportfoto des Jahres: Volkmann

Flutlicht, Stadionwurst und super Fans: Endlich wieder Fußball, also richtiger Fußball und keine Randgruppenveranstaltung. Gestern trafen sich die Stuttgarter Kickers und der VfB Stuttgart im schönsten Stadion der Stadt auf eine gepflegte Partie Sommerfußball. Als wichtigster Fußballblog der Welt hat brezel.me selbstredend die Pflicht, das Spielgeschehen zusammenzufassen. Bei der Gelegenheit kann ich endlich mal alle Fußballfloskeln verbraten, die sich in der Sommerpause angestaut haben, und zwar genau so:

Zur Mutter aller Derbys, dem Stuttgarter Stadtderby, pilgerten 7100 Fans in den Fußballtempel „Schafskäse- und Yoghurt-Hersteller auf der Waldau“. Schnell entwickelte sich bei Fritz-Walter-Wetter ein offener Schlagabtausch, bei dem hüben wie drüben noch Abstimmungsschwierigkeiten in allen Mannschaftsteilen festzustellen waren. Die Stuttgarter Kickers wurden aber ihrer Favoritenrolle gerecht, kauften den Gästen aus dem verfeindeten Ausland (Bad Cannstatt) den Schneid ab und bestimmten so das Geschehen.

Die Führung durch einen Elfmeter war schmeichelhaft, aber nicht unverdient. Zum Ende des Spiels bewahrheitet sich die alte Weisheit, dass ein Spiel 90 Minuten dauert. Der russische Internationale mit der ungelenken Spielweise köpfte wenige Minuten vor Schluss den unverdienten Ausgleich. Die Verantwortlichen der Stuttgarter Kickers ließen sich nach dem Spiel auch durch Provokationen aus dem roten Lager („Die Kickers haben gespielt wie Wehen Wiesbaden“, so Trainer Labbadia auf kicker.de) nicht verunsichern und gehen gestärkt in die neue Saison. Zum Auftakt der neuen Spielzeit erwartet die Fans das Spitzenspiel gegen den KSC II am 5.8.

Zurück ins Funkhaus.

15. Juli 2010

Degerlocher Wetterleuchten

von Ingmar Volkmann

Junger Spitz, war das ein Kracher gestern Abend. 1:1 endete das Stadtderby Kickers gegen VfB, ein wunderbarer Anlass, um zu testen, wie viele Fußball-Phrasen man in elf Zeilen unterbringen kann: Ein Klassenunterschied war nicht zu erkennen. Tempofußball hüben wie drüben – um es mit meinem großen Idol Heribert Faßbender zu sagen. Ein frühes Tor hätte dem Spiel gut getan, Enzo Marchese erzielte die Führung der Kickers mit einem fulminanten Sonntagsschuss (an einem Mittwochabend!) in der 37. Spielminute, im direkten Gegenzug erzielte Patrik Funck mit einem abgefälschten Schuss den Ausgleich. Für kurze Zeit verwandelte sich das Schafskäse-Stadion in einen Hexenkessel. Die Zuschauer sahen anschließend viel Leerlauf im Spiel des VfB, die Spieler hatten wohl Felix-Magath-Gedächtnis-Beine, also bollenschwere Stampfer vom Trainingslager.

Einziger Höhepunkt in der zweiten Halbzeit war die Durchsage von Stadionsprecher Frank Pfauth, Polizei und Feuerwehr hätten Starkregen, Starkhagel, Starkwind und sonstige biblische Plagen angekündigt, man solle ich bitte gefälligst entsprechend verhalten. Und während wir auf der Gegengerade noch grübelten, wie entsprechend verhalten bei Hagel genau ausschaut (Hinter Joe Bauer verstecken? Einen VfB-Fan aufspannen? Mit Karl-Heinz Ratzer gemeinsam den Regen verlachen?), flüchtete die halbe Haupttribüne bereits. Selbstverständlich nicht, um Frauchen ins Trockene zu bringen, sondern um den Cayenne noch schnell in die Garage zu fahren.

Alles in allem war es ein herrlicher Abend voll Grasnarben-Fußi, Stadionwurst, ehrlichen Bieren und einem ordentlichen Gewitter. Ich freu mich schon auf nächstes Jahr.