Bilderrätsel: Wann ist’s vorbei?
Thanx an Christian Orschmann
“Mutterstadt” von den Massiven Tönen ist ein ganzes Stück origineller, die “Stuttgart Hymne” von Meni und Deve bringt mehr Sommer rüber – aber klaro, wir freuen uns über “I luv Stuggi” von Nasou.
Manchmal holpern die Reime ein bisschen, doch eines ist klar: Der Mann kommt aus dem Herzen der Stadt.
“Ich bleib gleich da, tanz’ ein bisschen Salsa,
oder ich trab weiter zum Palast der Republik,
hol ein Wulle, setz mich auf den Boden, laber mit Studenten,
lass mich von der Sonne und den teuren Gravis-Preisen blenden.”
Und keiner – nicht mal Brezel.me, das Wetterportal Nummer eins für die Region – kann die Klimabilanz 2010 schöner rappen:
“Wir haben zwar sechs Monate Winter, aber wenn der Sommer kommt, dann bombt er auch.”
Der Sommer hat mich aus dem Büro vertrieben, ich bin in die Stadt geflohen. Am Schillerplatz gab’s noch mehr Flüchtlinge: Ein Lager für flüchtige Hamster! Wovor fliehen die denn? Wer verfolgt die possierlichen Nager? Ich hab mal an den Zelten angeklopft, doch niemand war da. Eine freundliche Dame mit stapelweise Infomappen klärte mich auf: Hier handelt es sich um das Modell eines Klimaflüchtlingslagers. Klimaflüchtlinge? Wenn das weltweite Klima sich so entwickelt wie befürchtet werden viele Mensch wohl vor ihrem heimischen Klima hier her fliehen, klärte sie mich auf. Und hier wolle man mal ein warnendes Vorgefühl vermitteln. Mir wurde es aber zu heiß und bin wieder in mein Büro zu meinem besten Freund, dem Ventilator, geflohen.
Wer sich sehr beeilt kann das ganze noch anschauen, um 15 Uhr wird wohl wieder abgebaut.
Leider findet sich das Projekt des Künstlers Hermann Josef Hacks, der Umweltakademie Baden-Württemberg und noch ein paar Anderen nicht so leicht im Internet wieder, drum gibt’s jetzt auch kein Link. Mir scheint, der klimafürchtende Menschen bevorzugen noch die gedruckte Information. Immerhin auf Recyclingpapier, aber trotzdem letztendlich für’s Altpapier.
Ja, auch Ingmar muss es jetzt wohl akzeptieren: die Fußball-WM ist vorbei. Kaum wird in Südafrika nicht mehr gekickt, rauschen die Preise für die Fußball-Devotionalien in den Keller. In diesem Fall glatt um die Hälfte. Da geht umsatzmäßig gar nichts mehr.
Dafür steigt die Nachfrage nach Klimageräten und Ventilatoren. In vielen Geschäften in der City erkennt man die Verkaufsflächen nur daran, dass da fünf auf fünf Meter Leere herrschen.
Alles ausverkauft.
Also lautet der Brezel.me-Tipp der Woche: Schnell in die Pampa fahren (RT, BB, WN, etc.) – bzw. für Leute die bereits dort wohnen: schnell in die Tundra fahren (BL, AA, CW, etc.) – und dort die Elektro- bzw. Baumärkte leerkaufen. Den Kram eilig in die dichter besiedelten Gebiete transportieren – und verchecken.
Wir jämmerlichen Großstädter sind dieser Tage bereit, für ein bisschen kühle Luft Ehepartner, Sportwagen und Hochseeyacht zu verscherbeln! Die Millionen lachen schon!
Kleiner Tipp: immer die Wettervorhersage im Auge behalten… (das Geschäftsmodell funktioniert zeitlich nur begrenzt).
Hurra! Es ist Sommer! 35 Grad – Zeit fürs Freibad!
Ein wunderbares, uraltes Ritual.
Es gibt Dinge, ohne die man sich sein Leben nicht vorstellen kann. Der legendary Eismann ist einer davon. Wenn wir wochenends in unserem Schrebergärtchen vor den Toren der Stadt herumfläzen, wartet die ganze Bande nur auf eines: dass der Eismann zweimal klingelt.
Wenn er das denn tut, naht sich wenig später ein Gefährt, das schon alt war, als wir noch jung waren. Ein VW-Bus, geschätzt Baujahr 1960. Vorne fährt der Meister selbst. Hinten drinne thront eine praktisch durchweg übellaunige Matrone über einer sehr überschaubaren Anzahl von Eiscontainern aus dem Großmarkt. Mehr als sechs Sorten sind meistens nicht zu haben. Wie lange die da schon herumkutschiert werden, weiß auch keiner. Wir haben die Karre deshalb früher die “Salmonellenschleuder” genannt. Und trotzdem immer ordentlich zugelangt.
Denn die Eiskugeln sind für heutige Verhältnisse sensationell billig: 60 Cent pro Stück.
Und wie das an den dieser Tage plötzlich wieder gehäuft auftretenden Sonnentagen so ist – da sind uns die jämmerlichen Böbbel vom fahrenden Eismann im Gärtle tausend Mal lieber als die – zugegeben sehr leckeren – Designerkugel vom “Old Bridge” in der Bolzstraße.
Wir wünschen uns, dass es dem fahrenden Eismann noch lange so geht wie dem VW Käfer: er läuft und läuft und läuft…
Den ganzen Tag noch nix Neues auf Brezel.me gelesen? Sorry, aber nach drei Monaten Mistwetter hat die Redaktion heute hitzefrei! Und badet im Brunnen vor dem Tore vorm Königsbau.
Auf dem Bild: Brezel.me-Chefredakteurin Gabriele-Susanne Mommsen-Sütterlin (rechts) und Praktikantin Pixi Parker. Nicht auf dem Bild: alle anderen.
Ihr hört morgen wieder von uns!
Durch dauerhaftes Lamentieren ist es Brezel.me gelungen, zum Schlecht-Wetter-Portal Nummer eins in der Region zu werden. Was haben wir dem Winter eins reingewürgt!
Einziges Problem: heute ist meteorologischer Sommeranfang. Und der Ram heizt seit gestern wieder. Das heißt: Der Winter, die Sau, hat gewonnen.
Selbst die Jungs und Mädels vom Deutschen Wetterdienst in Stuttgart, die normalerweise auch bei 30 Grad im Januar und bei Minusgraden im August vermelden, das bewege sich alles im langjährigen Mittel, haben jetzt zugeben müssen: So selten wie im Mai 2010 hat die Sonne noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1951 geschienen.
Wenn das so weitergeht, werden wir andere Saiten aufziehen müssen! Wir werden ganz gemeine Sachen schreiben und fiese Dinge tun. Unsere Aktionsbrigade bereitet bereits Kommandounternehmen gegen den Winter vor.
| Wetter Stuttgart |
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Also, Winter, mach’ dich vom Acker! Sonst setzt’s was!
Diesen Tonfall kann sie sich nur aus irgendeinem amerikanischen Wir-drillen-die-Rekruten-bis-sie-bluten-Film abgehört haben.
“NUMMER DREI! RAUS!” “NUMMER EINS! ABMARSCH!” “VIER UND ZWEI – NOCH EINE MINUTE!”
Ja, das nette Frauchen mit der Schirmmütze auf und dem Schirm über dem Kopf ist so eine Art Feldwebel des Freibads.
Höllenhundartig bewacht sie den Eingang zu den sechs ausgeleierten Trampolins, wacht mit Hilfe von sechs Digitalstoppuhren über die Einhaltung der Hüpfzeiten und expediert die Kinder nach deren Ablauf gnadenlos – genauer gesagt mit einer gewissen Schadenfreude – hinaus.
Ihr fragt euch: sehr putzig – aber was hat das mit Geld verdienen zu tun?
Ganz einfach: drei Minuten kosten 50 Cent, sechs Minuten einen Euro. Mal sechs Trampolins. Die Schlange springwütiger Kinder reißt an Sommertagen im Freibad niemals ab. Bei einer Minuteneinnahme von einem Euro, also Einnahmen von 60 Euro pro Stunde, kommt man - mit einem Sechs-Stunden-Freibadtag und Vollauslastung gerechnet – auf 360 Euro. Hochgerechnet auf nur vier schöne Wochenenden im Monat sind wir schon bei fast 3000 Euro. Nicht auszudenken, wenn irgendwann Sommerferien sind und es tatsächlich noch Sommer würde.
Instandhaltungskosten fallen erkennbar nicht an, abgeschrieben ist das Ding seit Jahren (wenn nicht sowieso geklaut).
Und das schönste an der Sache: Man kann im Dienst gnadenlos Kinder anblöken – ohne dass sie auch nur mit der Wimper zucken…