Früher, als alles noch besser war, funktionierte einkaufen so: Du bist in einen Laden gegangen, eine freundliche Bedienung hat sich deiner angenommen, dich hofiert und beraten, anschließend an die Kasse geführt, dort wurde abgerechnet, ein bissle geschwätzt – und wenn’s ein anständiger Laden war, hat man dir beim Hinausgehen sogar noch die Türe aufgehalten.
Inzwischen gehen die meisten Türen von selbst auf. Eine Fachverkäuferin kommt gefühlt auf 250 Kunden und ignoriert die dann meistens. Und jetzt soll man sich auch noch selber abkassieren. Ikea hat das mit seinen Selbstbedienungskassen vorgemacht. Jetzt machen es alle nach. Zum Beispiel Aldi.
Und sogar auf der Königstraße kommt das groß in Mode. Beim Shoppen einiger quietschbunter, meinem Alter keinesfalls angemessener, aber im Sonderangebot befindlicher Teenie-Shirts raunte mich eine ältere Dame an der Kasse an: “Wollen Sie mit Karte zahlen?” Wollte ich – und schon wurde ich zu einer Expresskasse (sorry für das sagenhaft unscharfe Foto) im Geldautomaten-Style geführt.
Die nette Dame übernahm die komplette Handhabung des Geräts für mich, aber irgendwie war die unausgesprochene Botschaft: “Das nächste Mal können Sie das aber selber, gell?”
Klar, kann ich. Sicherheitshalber bereite ich mich auch schon mal auf die Zukunft als König Kunde vor: Da werde ich mich nicht nur selber beraten und abkassieren. Nein, die drücken mir dann nur noch einen Schnittmusterbogen in die Hand, und ich stricke, häkle und nähe mir mein Hemdle auch gleich noch.
Ich freu’ mich so!








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