Mit ‘Schnee’ getaggte Artikel

15. April 2010

Im Westen nichts Neues

von Erik Raidt

Ein paar Stimmungsaufheller braucht jeder. Wenn mich der Kesselblues zwickt, gehe ich regelmäßig in meinen Lieblingsladen “Positives Hellsehen” in der Eberhardstraße, lasse mir dort enorme Reichtümer, fünf Jahre Tischlein-Deck-Dich und die Nachfolge von Dieter Jauch als Zoodirektor in der Wilhelma vorhersagen.

Nach diesen Ausflügen fühle ich mich immer sehr erfrischt.

Habe jetzt allerdings auf der Schwabstraße einen Konkurrenzladen entdeckt, bei dem ich mir auch mal in die Kristallkugel schauen lassen will. Schon die Außenwerbung hat mich schwer beeindruckt: Vorhergesagt wird das Ende des Euro, die ultimative Rückkehr der D-Mark und das kurz bevorstehende triumphale Comeback unseres ekligen alten Kumpels “Winter”.

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21. Februar 2010

Noch 21 km: die Soße läuft rein

von Erik Raidt

Sonntage ohne Routine sind schrecklich: wegen extrem nerviger Olympiafolter fällt nicht nur der Tatort flach, auch die Lindenstraße beginnt früher als sonst. Habe überlegt, Verfassungsklage einzureichen und die ARD-Zuschauerredaktion mit Protest-E-Mails zu fluten, war dann aber zum Frustabbau laufen.

Bin dabei allerdings schon wieder mit meinen Schuhen aneinandergeraten.

Schuh: Endlich hatte ich mal wieder Auslauf. Bei allem Respekt, aber Du bist kaum mehr den Hügel zum Fernsehturm raufgekommen.
Ich: Es war draußen wahnsinnig sulzig.

Schuh: Es war was?
Ich: Sulzig. Also matschig, tief, grobkörniger Schnee. Sprachlich bist Du ziemlich limitiert.

Schuh: Genau wie Du beim Laufen. Hast Du eigentlich auch gemerkt, dass Du in jedem Frühjahr von mehr Läufern überholt wirst und dabei selbst immer weniger überholst?
Ich: Hm, hast Du eigentlich gemerkt, dass Dir heute ganz schön das Tauwasser reingelaufen ist?

Schuh: Moooment. Vielleicht hast Du beim Kauf mal wieder nur auf den Preis geschaut. Da stand “wasserabweisend”, nicht “wasserundurchlässig”.
Ich: Weißt Du was? Vielleicht ist das Frühjahr ein guter Zeitpunkt, um neue Laufschuhe zu kaufen. Unsere Wege könnten sich schneller trennen als Du denkst…

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11. Februar 2010

Reich werden (3): Schnee schippen

von Martin Elbert

Heute früh wurde auf dem Stuttgarter Gewerbeamt eine neue Firma angemeldet, die in spätestens drei Wochen mehr Gewinn einfährt als Google, Nike und Coca Cola zusammen: Die Brezel-Schneeschipp Inc. Corp.

Gegründet in einer Garage von zwei findigen aber unscheinbaren Studenten, die bislang auf dem Campus und in den Vorlesungen nicht großartig auffielen (Brillenträger und Badenser), ist die Brezel-Schneeschipp Inc. Corp. „from the scratch“ eine einzige Erfolgsstory, wie man sie höchstens von Dieter Bohlen oder Tobias K.´s Halbmarathon-Karriere kennt.

Denn das Geschäftsmodell ist so einfach wie genial: Für das Schneeräumen verlangt die Brezel-Schneeshipp Inc. Corp. AG keinen Cent.

Die Belegschaft wird mit ordnungsgemässen Schneeschaufeln ausgestattet, die zum einen den Schnee zur Seite räumen, zum anderen aber während des Schippens dank spezieller Vorrichtungen die sogenannten Snow-Ads hinterlassen, wie z.B. ein Bretzel-Logo oder „Heute beim Kübler: 100 Gramm Leoner für 99 Cent “.

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11. Februar 2010

LETZTE WARNUNG, Winter!

von Ingmar Volkmann

Winter, du mieser Hund. Wir sind sprachlos. Hatten wir uns nicht klar und deutlich ausgedrückt? Denkst du eigentlich, wir machen Spaß? Hallo?!

Du wolltest heute weg sein! Mit gepackten Koffern Richtung Antarktis. Und dann das.

Als wir heute morgen auf Langlauf-Skiern ins Büro fuhren, donnerte ein Bus beim Abbiegen von der Filderstraße in die Immenhofer beinahe in die Kochenbas. Und nicht etwa, weil der Fahrer bereits am frühen Morgen saure Nierle mit Spätzle naschen wollte, nein. Weil du ihm hinterhältig ein Bein gestellt hast.

Sauglatte Straße, du Aas. Schneeverwehungen. Grauer Himmel. Mehr hast du nicht zu bieten? Wird dir das nicht langsam langweilig?

Die harte Tour verstehst du ja scheinbar nicht, du kältester Sack seit 23 Jahren. Also versuchen wir es einmal ganz subtil, mit obigem Schild. Hast du’s jetzt kapiert? ES IST ZEIT FÜR DEINEN NETTEREN KUMPEL, DEN FRÜHLING, DU KACKBRATZE! MACH ENDLICH PLATZ!

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10. Februar 2010

Winter, du Penner!

von Ingmar Volkmann

Wir hatten dich heute morgen gewarnt. Verpiss dich endlich aus Stuttgart. Wir wollen Frühling. Butterbrezeln auf der grünen Wiese. Ein joggender Köhler in seinen scharfen Radlerhosen am Bärensee. Eine Bootsfahrt mit Erik auf dem Neckar.

Und was machst du? Schleimst dich mit dämlichen Herzen im Schnee auf Stuttgarter Stinkschleudern bei uns ein. Der Trick zieht aber nicht. Du nervst. Lass dir was Neues einfallen. Pack deine Sachen und mach Urlaub in Island. Und nimm deine Helferin, die olle Frau Holle, bitte mit. Dieses ganze Schnee-Gestöber ist völlig kindisch und sollte es nur in Märchen geben. Wir haben bald März, also bitte. Sonst kommen wir mit Superstar DJ Pate. No. 1. Und der macht dich durch Ernährungsberatung und Hanteltraining garantiert zum Frühling.

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10. Februar 2010

Lieber Winter,

von Ingmar Volkmann

so langsam ist es wirklich gut. Wir haben es jetzt kapiert. Du bist ein echt zäher Bursche, kannst ganz toll schneien, dem Martin beim Laufen die Wutz abfrieren, den Feuersee unter einer bezaubernden Schnee- und Eisdecke verstecken (s. Foto, Teile des Stuttgarter Westens sind in den wärmeren Süden geflohen).

Den Erik machst du zum Eiskratzer, heute morgen hast du mir die Kehrwoche so versüßt, dass ich mich an den letzten Sibirien-Urlaub erinnert fühlte.

Als ich aber gerade eben statt Salz kleine Eiskristalle an meinen Brezeln entdecken musste, ist mir wirklich der steif gefrorene Kragen geplatzt. Das war der letzte Kälte- und Schneeeinbruch der Saison! Ab jetzt wird zurückgeheizt. Wir hetzen dir den härtesten Hund des Brezel-Ressorts auf den Hals: Josef H. aus S., unseren Grafiker, der diese Seite so hübsch gemacht hat.

Josef ist der finster aussehende Geselle auf dem Bild links. Und jetzt rate mal, lieber Winter, wer auf dem shakespearesken Bild rechts zu sehen ist? Das ist der Winter aus dem Jahr 2008/2009. Bei dem hat Josef nicht lange gefackelt. So wird es dir bald auch ergehen. Dein Ende naht. Wir können den Frühling bereits riechen.

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