Es gibt Tage, an denen wird man als Journalist reich beschenkt, obwohl man nichts geleistet hat.
Heute ist so ein Tag. Die folgende Meldung der Uni Hohenheim will ich euch keinesfalls vorenthalten. Brezel.me druckt das historische Dokument in Auszügen.
Der Pasta-Revolutionär:
Staatsmedaille in Gold für Dr. Christof Kling
Langjähriger stellvertretender Leiter der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim erhielt Auszeichnung für seine Arbeit als regionaler Züchtungspionier
Das Revival des Durum- und Dinkel-Anbaus auf heimischen Feldern ist ohne ihn nicht denkbar: Dr. Christof I. Kling züchtete krankheitsresistente Durum- und Dinkelsorten mit hohem Ertrag. Aber damit nicht genug: Herr Kling gelang es hierbei , den Geschmack nicht zu vernachlässigen, eine der Grundvoraussetzungen, dass heimischer Durum und Dinkel in deutschen Mühlen und Kochtöpfen landet. Er verlieh dem Durum-Weizen seinen Gelbton und sorgte so dafür, dass deutsche Spaghetti auch ohne Ei mit Spätzle farblich konkurrieren können. Von Agrarminister Rudolf Köberle erhielt er für sein Lebenswerk die Staatsmedaille in Gold überreicht.
Gelb und leicht glasig ist er und lässt sich gut kochen: der Durum-Hartweizen, den Christof Kling gezüchtet hat und damit den Rohstoff für deutsche Pasta schuf. Der Forscher engagierte sich bereits seit Ende der 70er Jahre, um den Anbau von Durum in Baden-Württemberg und in Deutschland wieder heimisch zu machen.
„Für diese Kulturart war er regionaler Züchtungspionier“, lobt ihn Dr. Jochen Reif, der Leiter der Landessaatzuchtanstalt an der Universität Hohenheim. „Herrn Klings Methode würde ich als eine Kombination aus Enthusiasmus, guter Züchtungsmethodik und einer gehörigen Portion Intuition bezeichnen. Mit seinem wissenschaftlichen grünen Daumen war er an der Pastarevolution in Deutschland wesentlich beteiligt.“
Kling leistete auch einen Beitrag zur Völkerverständigung: Die von ihm entwickelten Dinkelsorten wurden nach den Regionen Baden-Württembergs benannt: Schwabenspelz, Badengold, Zollernspelz und Black Forest. „Mit Herrn Kling verließ ein Mann die Landessaatzuchtanstalt, der wie kein anderer die Landwirtschaft in Baden-Württemberg direkt beeinflusst hat“, so Agrarminister Köberle. „Es ist sein Verdienst, dass Dinkel im Land aus dem Nischendasein herausgekommen ist.
Die ganze Redaktion von Brezel.me schließt sich den Glückwünschen an. Sie, lieber Herr Kling, sind der Mann, der uns die gelbe Nudel schenkte. Sie sind der Che Guevara der Tütenpasta.
Thanx to Uni Hohenheim (Foto, links im Bild Kling, rechts Köberle)




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