Mit ‘Muh und Mäh’ getaggte Artikel

03. Juni 2010

Kaiserwetter

von Christiane Wild

Die Kaiser-Karte ist der aktuelle WM-Gag aus dem Hause Bild. “Zeigen Sie die rote Karte und profitieren Sie blitzschnell von tollen Angeboten” werden wir gelockt. Einfach mal ein bisschen Schiedsrichter spielen. Und schon haben wir was total Stylisches beim Bild-Partner C&A im Einkaufswägelchen. Oder eine super-fetzige Briefmarke bei der Post. Geht natürlich nur, wenn wir die Karte “immer griffbereit haben”. Schon klar.

Der Franz lacht auf der Karte noch sonniger als das Zwieback-Kind. Und noch zuversichtlicher als Tom Buhrow, der große Bruder vom Zwieback-Kind. Es kann nur ein Sommermärchen werden, das will uns der Kaiser sagen. Da können noch so viele Nationalspieler ausfallen – Hauptsache alle haben die Kaiser-Karte.

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07. Mai 2010

Zwergenstark

von Christiane Wild

Die Wohnung ist gefunden, der Umzug geschafft: jetzt wohnt man also zusammen. Fluchtmöglichkeiten gibt’s nicht mehr. Zeit die Hüllen endgültig fallen zu lassen und dem anderen die Wahrheit zu sagen:

Sie: Ich muss dir was sagen…

Er: Hmm?

Sie: Es gibt nen anderen.

Er: Hmm. Äh – was?????

Sie: Ja also, ähm, er würde gern bei uns einziehen…

Er: WAS???

Sie: Jetzt sei doch nicht so! Ihr werdet euch gut verstehen.

Er: Kannst ihn ja mal zum Essen mitbringen.

Hat super geklappt. Wir haben jetzt einen neuen Mitbewohner: Er ist 30 cm groß, trägt Zipfelmütze und heißt Pepe.

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21. April 2010

Gorillaz in town

von Erik Raidt

Die britische Indie-Band Gorillaz hat heute auf ihrer Welttournee Stuttgart besucht (Im Bild von links nach rechts: Georg ich-hab-den-Schnauzer-ab Fundel, Willi Wall Street Stächele, Stofftier und Dieter ich-kenne-jedes-Vieh-mit-Vornamen Jauch). Die vier Jungs sind bei ihrem Sprechgesang vor Publikum voll abgegangen, anschließend haben ein paar Leute sogar getrommelt.

Zwischendurch habe ich mich dann doch gefragt, was das für ein komisches Konzert war. Fand in der Wilhelma statt, auf der Einladung stand “Spatenstich für den Neubau der Anlage für Menschenaffen”. Für den Palast der Affen verbrät der Zoo 14,5 Millionen Euro, Gerüchten zufolge wird für die Bonobos eine Liebesinsel gebaut, und die Gorillas bekommen handgenähte Bademäntel mit Monogramm.

Was Mark Twain dazu einst gesagt hat? „Gott hat den Menschen erschaffen, weil er mit dem Affen unzufrieden war. Danach hat er von weiteren Experimenten abgesehen.“

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18. April 2010

Duck Tales

von Erik Raidt

Krass. Dass die Stadt an der Kultur spart und die Oper erst dann notdürftig zusammenflicken lässt, wenn der Fliegende Holländer sich schon in der Damengarderobe umziehen muss und die Sänger ihre Kostüme bald selbst zusammennähen dürfen – eine olle Kamelle. Und stank der Eckensee vor der Oper nicht unlängst noch wie “Zwei Wochen die Füße nicht gewaschen plus Algenpest an der Nordee”?

Genau. Jetzt aber wird gegen den guten Geschmack gespart. “Bitte Tiere nicht füttern”, heißt es auf dem Schild. Mag ja sinnvoll sein, aber dass Stuttgart die Durchführung dieser Verordnung von einer ausgehungerten Wachente überprüfen lässt, ist wirklich zum Davonwatscheln.

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09. April 2010

Tierisch gut

von Christiane Wild

Manche Tage sind ja besonders. Da kommt man morgens in die Redaktion und das Erste, was einem die Kollegen erzählen, ist, dass da eine Kuh auf der A81 unterwegs ist. Als Zweites erfährt man, dass ein Känguru auf der Rosensteinbrücke gesehen wurde – und alle Beteiligten schwören, dass sie nüchtern waren, als sie das Tier sahen.

Da wundert man sich dann schon fast nicht mehr, dass es tierisch gut weitergeht. Um ein bisschen warm zu werden, surfen wir über die Homepage und siehe da: Nina Hagen hat einen Kommentar geschrieben zu einem Artikel, den ein Kollege über sie geschrieben hat. Die Hagen höchstpersönlich, na das ist doch was! Da wird uns kleinen, fleißigen Arbeitern im Online-Weinberg ganz warm ums Herz.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2445245_0_3241_-nina-hagens-autobiografie-bisschen-weise-kein-bisschen-leise.html

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08. April 2010

Stuttgart geht vor die Hunde

von Erik Raidt

Stuttgarts Kommissar Rex geht in den Ruhestand. Der Schäferhund Hajo vom Eschbachwald ist nach zwölf Dienstjahren noch einmal von der Hundestaffel der Polizei für seine Verdienste ausgezeichnet worden, bevor er nun sein Gnadenchappi bekommt. Hajo war einer der besten Schnüffler der Stadt: Er fand Einbrecher und versteckte Waffen, seine Nase für Verbrecher war legendär.

Fragt sich nur, wer jetzt die Lücke füllen soll, die der stolze Hajo durch seine Verrentung gerissen hat?
Wolfgang vom Schmellbachtal, Harro von der Gänsheide oder eben doch Plisch und Plum? Wir brauchen einen neuen Fell-Columbo, sonst geht Stuttgart noch vor die Hunde.

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08. April 2010

Bereit für die WM – Teil zwei

von Ariane Holzhausen

Heute sind die ersten Vuvuzelas auch bei der Tankstelle meines Vertrauens eingetroffen. Es dauert also nicht mehr lange und zumindest bei uns im schönen Stuttgarter Süden wird sich in der lauen Luft endlich das mischen, was zusammengehört: der faulige Hofbräu-Duft und das Furzgetröte aller, die nicht so spielen können wie die Jungs im Film.

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04. April 2010

Der härteste Job der Welt

von Erik Raidt

Lieber Osterhase,

in diesen Tagen möchte ich ungern mit Dir tauschen. Du blickst morgens in den Spiegel und kannst Dich selbst nicht mehr sehen. Täglich begegnest Du grienenden Schokowiedergängern von Dir, die als Lach- Schmunzel- oder Rabimmel-rabammel-Rammeldumm-Hasen in den Supermärkten stehen.

Als ich am Wochenende auf dem Marktplatz war, entdeckte ich etliche Franchise-Unternehmen, die mit Moosnestern, Osterkränzen und Tonhasen ihre illegalen Geschäfte auf Deine Kosten machten.

Diesmal hast Du es besonders schwer: eingekeilt zwischen schlechte Aprilscherze, spätwinterliche Hagelgüsse und erste Birkenpollenattacken hoppelst Du müde durch den Schlossgarten. Von Frühlingsgefühlen keine Spur.

Neulich sah ich dort einen Deiner löffelohrigen Subunternehmer unter einem der Bäume sitzen. Er sah nachdenklich aus, er schien sich zu fragen, warum er bei Dir, der ewigen Nummer Zwei angeheuert hatte und nicht beim Weihnachtsmann. In seiner Jugend hatte er als Bunny bei Hugh Heffner noch an scharfen Möhrchen geknabbert, heute interessiert sich nach Ostern nicht mal mehr der SWR für ihn, der ihn in seinen Radiosendungen als “Eilight zu Ostern” seiner letzten Würde beraubt hat.

Lieber Osterhase, für mich bist Du das ärmste Schwein unter den Saisonmaskottchen.

Dennoch: Kopf hoch! Ach und das Frühstücksei morgen bitte zehn Minuten im Kochwasser lassen!

Schöne Grüße,

Dein Erik

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15. Februar 2010

Sie sind unter uns

von Erik Raidt

Liebe Brezelistas,

gerne senden wir euch heute folgenden Hilferuf des Schwäbischen Albvereins (Ortsgruppe Schwenningen Neckar), der uns soeben erreicht hat:

An alle Maskottchen,

wir von der Ortsgruppe Schwenningen/Neckar des Schwäbischen Albvereins wollen am 5.6.2010 auf der Landesgartenschau Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen einen Guinessbuch-Weltrekord aufstellen.Zu dieser Veranstaltung verschicken wir gerade die Einladungen bzw. wollen sie nach außen tragen, denn gerne können die Maskottchen auch auf uns zukommen und sich anmelden. (email an: maskottchen@albverein-schwenningen.de). Das Ziel, welches wir beim Weltrekord erreichen wollen, ist: Mehr als 120 Maskottchen (Menschen in Maskottchenkostümen) um 14.00 Uhr auf der Haupttribüne zu versammeln.Jedes Maskottchen erhält für sich und ZWEI Begleitpersonen an diesem Tag freien Eintritt auf der Landesgartenschau – ist klar. Außerdem gibt es einen Verzehrgutschein eines nahe gelegenen Restaurants und eine Begrüßungstasche, was da drin ist, wird noch nicht verraten.

Mit freundlichen Weltrekordversuchsgrüßen,
Schwäbischer Albverein OG Schwenningen

Hinweis der Brezel.me-Redaktion: die Bären auf dem Foto heißen “Bärt, Bärta, Albärt und Albärtine”.
Der Besuch dieser Veranstaltung geschieht AUSDRÜCKLICH auf eigene Verantwortung. Langfristige Schädigungen des zerebralen Nervensystems sind nicht auszuschließen.

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08. Februar 2010

Happy End?

von Tobias Köhler

Wir von Brezel.me sind ja brutalstmögliche Optimisten. Aber ob die Story noch ein Happy End findet?

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22. Januar 2010

Leise muffelt der Flodder-Löwe

von Tobias Köhler

Hut ab, er ist einfach in Topform. Der dicke Wal hing schon im Schloss Rosenstein, als ich noch ne Zahnspange getragen habe. Und das ist immerhin schlappe dreißig Jahre her. Wenn ich entscheiden müsste, wer sich besser gehalten hat, ist die Antwort bitter, aber einfach: der Seiwal. Naja, mal abgesehen davon – siehe Bild unten – dass ihm rechtsseitig mehr oder minder die Eingeweide heraushängen, aber das war schon immer so.

Habe ihn die Tage mal wieder besucht, ebenso seine Kumpels: das Mammut-Skelett, den Wolf, den Flodder-Löwen und die ganzen anderen Viecher, die praktisch schon in dem Museum hängen, seit sie aus der Arche Noah gestiegen sind (was angesichts der aktuellen Darwin-Ausstellung irgendwie eine etwas unpassende Formulierung ist).

(weiterlesen…)

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21. Januar 2010

CMT (4): Das Grauen in der Gotzenmühle

von Erik Raidt

Hier trifft die Wirtschaftskrise auf den semi-urbanen Lifestyle 2010. Das Ochsenschlachtfest im Landgasthof Gotzenmühle habe ich mir jedenfalls ganz fett in meinem persönlichen Urlaubskalender des Jahres angestrichen. Wichtig ist die Vorbereitung: eine Woche lang Gurkendiät und stilles Wasser, totale körperliche Enthaltsamkeit und dann nichts wie hin nach Lichtenau zum Ochsen schlachten!

Was ich noch auf der CMT für mich entdeckt habe: bockstarke Pauschalangebote wie das Herbstkonzert mit den Kastelruther Fratzen inklusive Dolomitenrundfahrt oder Evita – das Musical in Magdeburg (3 Tage nur 398 Euro, Sprachkurs nicht inbegriffen).

Vielleicht reicht’s aber auch nur zum Vaihinger Freibad. Leider haben die dort noch keinen Ochsengrill.

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20. Januar 2010

Tristan, etwas rotstichig

von Tobias Köhler

Der Dicke ist in der Wilhelma praktisch eine Legende. Tristan, der Seeelefant. Seine Lebensgefährtin hieß – tatsächlich – Isolde. Ein Klick auf den Play-Button – und schon ist klar: Das waren die guten, alten Zeiten. 1968 ist das gefilmt worden, schön unscharf, wackelig und mit einem ziemlichen Rotstich. Dafür ist Tristan ein echter Charaktertyp, der Günther Strack unter den Großrobben.

Da können die Seelöwen im Jahr 2010 (siehe unten) einfach nicht mithalten.

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21. Dezember 2009

Der beste Knopf der Welt

von Tobias Köhler

Farmville

70 Millionen Menschen spielen Farmville, knapp 30 Millionen Mafia Wars und ein paar Milliarden nehmen an lustigen Facebook-Umfragen zum Thema “Was ist deine Lieblingsstadt?”, “Welche Pickelcreme passt zu dir?” oder “Welche Rolle in “Bambi” solltest du spielen?” teil. Und dann verschicken sie Einladungen und wollen, dass ich auch mitmache. Will ich aber nicht. In aller Kürze: Nein, ich möchte keiner digitalen Kuschelkolchose beitreten. Ich möchte mich auch nicht bei den Schwaben-Corleones aus Waldorfhäslach zum Paten hochdienen. Und mein Lieblingsdings ist ebenso wie mein Lieblingsbums meine Privatsache, allerspätestens seit ich mit Verlassen der Grundschule nicht mehr in Freundschafts- und Poesiealben schreiben muss.

Aber eines kann man Facebook gar nicht hoch genug anrechnen: Die flächendeckende Einführung der “Verbergen”- und “Ignorieren”-Buttons. Es gibt nichts und niemanden, den man nicht ignorieren kann. Besonders Farmville-, Mafia-Wars- und Umfrageeinladungen.

Während ich gerade an diesen Zeilen schreibe, lädt mich ein Ex-Kollege zu “Whack – die größte Facebook-Kissenschlacht aller Zeiten” ein, indem er mir ein virtuelles Weihnachtsbaum-Kissen (???) in die Visage wirft. Gleich viermal. Ich bin versucht, eine Beton-Bettdecke zurück zu schicken. Aber ich atme zweimal durch – und drücke auf “Ignorieren”.

So ein “Schick ihn zum Teufel”-Button ist schon ein feine Sache. Wäre herrlich, man hätte ihn immer in Reichweite. Auch im richtigen Leben. Wenn mal wieder im Januar die Rechnung für die Kfz-Versicherung kommt – IGNORIEREN. Wenn mal wieder das “Kehrwoche”-Schild an der Wohnungstüre hängt – IGNORIEREN. Wenn mir mal wieder der Typ am Kiosk ein Gespräch über den VfB reinwürgen will – IGNORIEREN. Wenn mal wieder der Parkplatz im Stuttgarter Westen zu eng für die Familienkutsche ist – IGNORIEREN. Wenn mal wieder die Kinder morgens um halb sechs an der Schlafzimmertüre stehen und “Adventskalender aufmachen!” brüllen – IGNORIEREN. Wenn mal wieder der Computer mit dem fast fertigen, ungesicherten Text abstürzt – IGNORIEREN. Wenn mal wieder die Server des Content-Management-Systems nur einen Text pro Viertelstunde speichern wollen – IGNORIEREN. Wenn… Naja, ihr habt’s verstanden.

Deshalb: Danke Facebook für eine wirklich großartige Erfindung!

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17. Dezember 2009

Gorillas mit Goldkettchen

von Tobias Köhler

GorillaNatürlich gibt es keine Gerechtigkeit auf der Welt. Aber wenigstens in der Tierwelt! Dachten wir. Doch bei seinen umfangreichen Wilhelma-Recherchen hat der Kollege Alex herausgefunden: Für den Bau der Menschenaffenanlagen (genau, jeder liebt Gorillas – vor allem die süßen kleinen) werden natürlich just die Tiere umgesiedelt, die sich nicht wehren können und nicht die allerkleinste Lobby haben: Wasserböcke (in diesem Fall handelt es sich um zwei besonders betagte Exemplare), Onager (wer weiß überhaupt, was das für Viecher sind?) und Anoas (dito!). Und wie immer wird uns das so verkauft, als müssten sich die umgesiedelten Randgruppen über die “ruhiger gelegenen Gehe hinter den Kulissen” auch noch freuen. Und das alles nur, damit die Goldkettchen tragenden Gorilla-Männchen ihre fetten S-Klassen direkt hinterm Gehege parken können. Himmelschreiend!

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