Mit ‘Mittagspause’ getaggte Artikel

24. Juni 2010

Hey! Döner oder was?

von Ariane Holzhausen

“Moskau (dpa): Drei Russen haben einem Gerichtsurteil zufolge in der Stadt Perm am Ural Menschenfleisch gegessen und Leichenteile an einen Döner-Imbiss verkauft. Der Richter sah es als erwiesen an, dass die Obdachlosen im Herbst 2009 einen 25-Jährigen mit mehreren Messerstichen und Hammerschlägen töteten. Das Menschenfleisch sei nach dem Mord an einen ahnungslosen Kiosk-Betreiber verkauft worden, der es für seine Kunden zu Fleischpiroggen und Dönern verarbeitete. Das Gericht verurteilte zwei der Männer zu 18 Jahren, den dritten zu 13 Jahren Straflager.

Die Ermittler kamen den Tätern auf die Spur, nachdem an einer Bushaltestelle in einem Industriegebiet Überreste des Opfers gefunden worden waren. Die vorbestraften Männer erklärten vor Gericht, dass sie den 25-Jährigen aus „persönlicher Abneigung“ getötet hätten.”

Ähm…, das kann in Stuttgart nie passieren, gell???!!!

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18. Mai 2010

Burger Kingles “Walk in”

von Ariane Holzhausen

Ich habe ja vor Freude so gebebt wie bei der Einstellung unserer Muskelwhopper-Jungs, als vor Kurzem im schönen Stutgarter Süden gleich am Marienplatz ein Burger King aufgemacht hat. Gut, ist kein McDoof, aber immer noch besser als das Hoons nebenan. Weil das anscheinend sämtliche Schüler im Stadtteil genauso sehen, geht es dort immer ein bisschen eng zu. Komisch, weil den günstigen Alkohol, den gibt es ja eher beim Rewe gegenüber.
Richtig gezittert habe ich aber, als ich den Straßenverkauf der Filiale entdeckt habe – ist das nicht der goldigste “Walk in” der Welt, mit der putzigsten Auswahl? Werd gleich mal einen unserer neuen öligen Mitarbeiter zum Shake-Holen schicken. Danach melde ich mich in Ingmars Fitnessstudio an.

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24. März 2010

Materialien zur Mittagspause (IX)

von Tobias Köhler

Hallo Herr Jooss, wenn Sie das lesen, melden Sie sich bitte bei uns. Es gibt Klärungsbedarf. Sie haben dafür gesorgt, dass die Brezel.me-Redaktion hoffnungslos gespalten ist.

Seit Anfang der Woche steht auf unserem Lieblingstisch in der Kantine das Schild “Reserviert für Herrn Jooss”. Aber keiner hat Herrn Jooss jemals gesehen.

Am Montag haben wir uns notgedrungen zu einigen Kollegen (mit denen wir sonst kein Wort reden) an einen anderen Tisch dazugequetsch. Da waren wir noch acht Leute.

Dabei blieb der reservierte Tisch – das haben wir genau beobachtet – den ganzen Mittag lang völlig unbesetzt.

Deshalb haben wir uns am Dienstag einfach mal an Herrn Jooss’ Tisch gesetzt. Worauf die Hälfte der Redaktion nach längererer Debatte beschlossen hat, dass das aber jetzt entschieden zu aufregend sei – ja fast illegal -, sich an einen reservierten Tisch zu setzen, und man sich andernorts platzieren müsse. Da waren wir noch zu fünft.

Am Mittwoch haben uns die Kollegen, mit denen wir seit gut und gerne 40, 50 Jahren täglich zum Essen verabredet sind, nicht mal mehr gefragt, ob wir zusammen in die Kantine gehen wollen. Da waren wir noch zu dritt.

So wie ich das sehe, sitze ich morgen alleine an Herrn Jooss’ Tisch. Die anderen Kollegen legen einfach zu viel Wert auf die in vielen Jahren aufgebauten Beziehungen und Freundschaften innerhalb der Redaktion – und wollen nicht an dem reservierten Tisch ins soziale Abseits geraten. Scheiß Gruppendruck.

Ich bitte Sie, nein, ich flehe Sie an, Herr Jooss: Melden Sie sich und machen Sie dem Zerfall der Brezel.me-Redaktion ein Ende!

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18. März 2010

Materialien zur Mittagspause VII

von Tobias Köhler

Was der Kachelmann für die ARD ist, ist Brezel.me für S-City: die finale Autorität in Sachen Wetterberichterstattung. Wir berichten über jede Wolke. Kein Regentropfen ist uns für ne Meldung zu gering.

Also kommt hier die Pflichtmitteilung: am Samstag geht – laut Kalender – der Frühling los. Heute ist er – laut Wetterbericht – zumindest einen Tag lang auch wirklich da.

Die Begeisterung in der Brezel.me-Redaktion war so groß, dass wir die Kantine geschwänzt haben. Die Kollegin hat eine Tüte mit Essen vom Asiaten mitgebracht (Nr. 40, Nr. 26 und Nr. 55), ich habe Ikea-Besteck und -Geschirr gekauft. Und der Praktikant hat das Zeug an die Parkbank hinterm Pressehaus geschleppt.

Und dann: Picknick in der Sonne. Herrlich.

Verbesserungswürdig ist allein der Rücktransport des gebrauchten Geschirrs. Schließlich kann einem jederzeit im Fahrstuhl irgendein Chefredakteur oder Verlagsboss begegnen… Das siffige Zeug in der Hand ruiniert ratzfatz auch noch die hoffnungsvollste Karriere. Wir haben das für den Moment gelöst, in dem der Praktikant den Lastenaufzug nehmen musste.

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15. März 2010

Die schwangere Brezel

von Erik Raidt

Unsere Wissenschaftsredaktion ist einer Sensation auf der Spur. In einem Brötchenlabor im Heusteigviertel gelang es dem Bäcker kürzlich, nach monatelangen Versuchsreihen ein heimisches Laugengebäck künstlich zu befruchten. Wir meinen: das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ersten Meldungen zufolge ist die Brezel im fünften Monat, auf Ultraschallaufnahmen sind beim Nachwuchs die Ärmchen bereits deutlich zu erkennen. Das Geschlecht der Babybrezel ist unterdessen noch nicht eindeutig feststellbar.

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25. Februar 2010

Materialien zur Mittagspause V

von Ingmar Volkmann

Passend zur späten Mittagspause mal wieder eine fröhliche Portion Zwangsironie. Weil ich Fan von exotischen Fasten-Kuren bin, experimentiere ich derzeit mit Eiern: Wie viel Eier kann man über den Tag verteilt essen? Minimum sieben. Ab wann haben in Stuttgart Ostereier Saison? Bereits seit kurz nach Weihnachten. In welcher Form führt man sich seine Mittagspausen-Eier am besten zu, wenn man bereits zum Frühstück derbe viel Rührei verputzt hat? Im Glas, so wie hier im bezaubernden Café Herbertz in der Immenhofer Straße zu sehen.

Man beachte auch die wie zufällig hindrapierte Stuttgarter Zeitung. Im Herbertz findet sich übrigens neben diversen Tageszeitungen und Monatsmagazinen noch mehr Lesestoff: Passend zu einer Eier-Kur kann man sich hier etwa hervorragend folgendem Standardwerk widmen. Liest sich weg wie nichts, der literarische Eiertanz!

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18. Februar 2010

Materialien zur Mittagspause IV

von Ingmar Volkmann

Die Mittagspause ist bekanntlich die schönste Zeit des Arbeitstages. Sitzt man nicht gerade in Möhringen, sondern wie ich als Brezel-Außenstelle im hippen Heusteigviertel, hat man die Qual der Wahl zwischen Pasta vom Tortellino (Backstein-im-Bauch-Gefühl um spätestens 14:15 Uhr), beste Döner von Stadt beim Alaturka (schlecht für den Termin zum Hintergrundgespräch im Rathaus um 14 Uhr), einem bezauberndem Vorspeisenteller in der Zauberküche (schlecht für den Termin zum Hintergrundgespräch im Rathaus um 14 Uhr, Teil II – „Achtung, da kommt wieder der Schmierfink mit der Knoblauchfahne“) oder einer herzhaften Metzger-Mahlzeit, nach der man eine Woche Urlaub zum Verdauen nehmen muss.

Wichtig in einem sensiblen Bürogefüge: das korrekte Abmelden zum Mittagsmahl. Man sollte den Kollegen immer Bescheid geben, dass Westerwelle wegen des neuesten Hartz-IV-Bashings bitte auf dem goldenen iPhone durch klingeln möge – man speise die nächsten vier Stunden wie immer zu Mittag bei Vincent Klink.

Unsereins meldet sich also per Mail oder Telefon ab. Wenn der eigene Arbeitsplatz aber ein fetter Gelenkbus ist, kann man das Päuschen auch schon mal über die Anzeigentafel kommunizieren. Mach ich ab jetzt auch. Zwischen 12 und 14 Uhr trage ich immer eine Leuchtschrift mit mir herum. „Pause! Nicht ansprechen: Schreiberling verdaut gerade Schnitzelchen.“

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16. Februar 2010

Materialien zur Mittagspause II

von Ingmar Volkmann

Vegetarier bitte kurz weghören: Eine Leberwurst-Stulle hat schon so manche Mittagspause gerettet. Die leckerste Leberwurst gibt es im Großmarkt im Stuttgarter Osten, in den wir uns dann und wann heimlich schmuggeln.

Hier gibt es nicht nur Mega-Naturdärme, sondern auch Riesen-Portionen Hirschrücken, Wein, Käse und andere Köstlichkeiten, alles natürlich in absurd hoher Stückzahl und Menge. Übrigens genau die richtige Ecke von Stuttgart, um dem depperten Faschingstreiben in der Innenstadt heute Mittag zu entfliehen.

Und wer sich doch noch ins Fasnets-Getümmel stürzen muss: So eine Darmverkleidung ist doch mal was anderes. Als Mettwurst kostümiert schleppt man bestimmt ordentlich hungrige Funkenmariechen ab.

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15. Februar 2010

Materialien zur Mittagspause I

von Ingmar Volkmann

Na, wie war das werte Mittagspäuschen? In unserer kleinen Familien-Redaktion klopft Kollege Unterzucker spätestens um 11:30 Uhr heftig ans Gebälk. 11:32 Uhr verschickt der erste Mitstreiter spätestens unseren neuen Lieblingsfilm. Der bezaubernde Streifen ist unser geheimes Zeichen für einen gemeinsamen Ausflug zum legendären Altstadt-Metzger Ergenzinger.

Der Meister verfügt über das größte Mittagstisch-Angebot der Innenstadt im Genre schwäbische Klassiker. Hier gibt es alles von Maultaschen über Linsen mit Spätzle und Saiten bis Fleischküchle. Mittags brennt hier die Currywurst, Altstadt-Publikum meets Agentur-Fuzzis, Meister Ergenzinger behält dennoch in jeder Lage die Übersicht. Selbst ein bajuwarischer Ausländer kann ihn mit seinem folkloristischem Wunsch nach Fleischpflanzerl nicht aus der Ruhe bringen. Bewundernswert. Wir hätten die verbale Lederhose am liebsten zur Frikadelle gemacht.

Astrein auch das Schaufenster von Ergenzinger, man beachte den gewitzten Frühstücksbrettchen-Look der Schilder. Wurde erst im vergangenen Jahr wieder mit dem Red Dot-Award für besonders gelungene Fleischerei-Displays ausgezeichnet.

Damit nicht genug: Das Essen schmeckt nicht nur so stark, wie es ausschaut (Wildfoto: Christoph Neethen), nein, man gibt sich sogar bei der Benennung der Speisen alle Mühe. Statt Reh mit Kloß bewundern Sie hier, meine sehr verehrten Mitesserinnen und Mitesser, das Hirschgericht Hubertus an sämigem Sößchen mit einem Hauch von Kartoffelkloss. Mann, freuen wir uns schon jetzt auf die nächste Mittagspause.

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