
Kürzlich habe ich die coolste Visitenkarte aller Zeiten in die Finger bekommen, die jemals produziert wurde. Ein angesehener türkischer Journalist verteilt die Wuchtbrumme bei seinen zahlreichen Jobs in Stuttgart. Format ist VfB-Autogramm-Karten-Größe. Links zeigt sich der Kollege mit fetter Dollar-Fliege, rechts sehen wir den Erfinder des BigMacs, ein Provinzpolitiker, dessen Namen ich gerade vergessen habe.
Innen dann der Knaller: Der Schreiberling setzt sich mit zwei heißen Chicks in Szene – das Bild konnte ich aus Juegndschutzgründen nicht posten. Neben den Haserln finden sich die Kontaktdaten. Wenn ich mal groß bin, will ich auch so ein Mega-Teil haben.
Einer meiner Lieblings-Illustratoren in Stuttgart hat übrigens tatsächlich Autogrammkarten als Visitenkärtle. Sehen sensationell aus, weil sich der Gute für das Dokument mit amtlicher Fönwelle wie ein Schlagerstar inszeniert hat.
Mein persönliches Verhältnis zu Visitenkarten ist leider eher schwierig. Wenn ich eine bräuchte, habe ich garantiert keine dabei, hab ich sie im Überfluss in der Hosentasche, will sie keiner haben. Eine Zeitlang hatte ich ein extrem schickes Doppel-Etui. Auf der einen Seite steckt man die Kärtchen rein, die man gesammelt hat, auf der anderen Seite die Dinger, die man selbst verteilen will. Dummerweise hatte ich auf der einen Seite irgendwann meine zahlreichen Freifress- und -trink-Stempelkärtchen diverser Gastronomien versteckt. Bei einem gesellschaftlichen Event steckte ich dann aus Versehen einem Wichtigheimer meine Alaturka-Döner-Karte in die Hand statt meiner Visitenkarte. Seitdem habe ich ein Visitenkarten-Trauma.
Mit der XXL-Karte des Kollegen wäre das garantiert nicht passiert.