
Der Grand Prix ist ja ehrlich gesagt nicht so meins. Was der Raab mit seiner Lena da angerichtet hat, finde ich aber ziemlich witzig. Über die wunderbare Schnodderigkeit der jungen Dame aus Hannover ist ja eigentlich alles gesagt, daher mit Verspätung nur ein kleines Anekdötchen vom Samstagabend, mein ganz persönliches Hannover in Stuttgart.
Als wir gegen 24 Uhr ein alkoholhaltiges Erfrischungsgetränk in der bezaubernden Caffèbar Fleck & Schneck konsumierten, starten alle anwesenden Hippster auf ihre iPhones und saugten gierig nach dem Grand-Prix-Endstand. Dass selbst gut frisierte iPhone-User zum Lena-Hype beitragen wollten, war allein schon ganz witzig.
Richtig witzig wurde es dann aber vor der türkischen Sportsbar ein paar Schritte weiter, in der ich immer auf manipulierte Spiele zwischen Galatasaray und Gençlerbirliği Ankara setze. Dort konnten wir von der Straße aus auf einem Flachbildfernseher im Schaufenster die Siegerehrung live mitverfolgen. Drinnen tanzten zwei lustige betrunkene Türken und brüllten die ganze Zeit „Deutscheland, Deutscheland“.
Draußen blieben immer mehr Menschen stehen, ein paar Abiturienten sangen neben uns plötzlich „Satellite“, ein korrekter Fitnessstudio-Lan fragte mich, ob wir gewonnen haben. Ich so „klaro, ist ein gutes Omen für die WM, jetzt gewinnen wir auch dort.“ Er so „Awa, kannsch vergessen, nicht ohne Ballack.“ Ich zurück: „Der ist jetzt egal, auf der Doppelsechs spielen Schweini und Lena, hasch keine Chance.“ Daraufhin nickten er und seine Kumpels anerkennend und zogen weiter durch eine bunte Menge aus tanzenden Abiturienten und Wettbüropaten. So ähnlich muss sich Hannover anfühlen.