Endlich hatten wir’s geschafft: die “Tagesschau” berichtete jeden zweiten Tag über uns, “Spiegel Online” kannte über Wochen kaum ein anderes Aufmacherthema als die News aus dem Kessel und Wolfgang Schusters Pressespiegel fürs zweite und dritte Quartal 2010 ist umfangreicher geraten als Kindlers Literaturlexikon. Keine ernst zu nehmende Satiresendung – ob die “heute Show“, “Extra 3” oder die “Harald-Schmidt-Show” – kam mehr ohne Gags über Stuttgart aus.
Endlich keine Witze mehr über Kehrwoche und Spätzle und Alles-außer-Schwäbisch-können und so.
Dachten wir. Eine neue Studie von “Men’s Health“, der Mitgliederzeitschrift der GdP (Gewerkschaft der Polizei), hat eine schockierende Erkenntnis zu Tage gefördert, die uns schlimm zurückwirft: In Stuttgart sieht’s kriminell schlecht aus, was die Taschendiebstahlstatistik betrifft (Foto: dpa). Während sich Testsieger Köln über 800 Taschendiebstähle pro 100.000 Einwohner pro Jahr freuen darf, sind es in Stuttgart nur 161. Das bedeutet: Platz 36 – und der Sturz in die völlige Bedeutungslosigkeit im Bereich Kleinkriminalität.
Selbst Käffer wie Rostock, Mannheim und München sind diebischer als wir! Wenn das so weitergeht, können wieder uns in unserem Kummer schon bald wieder nur an die Kutterschaufel und den Trollinger klammern. Unsere Lieblingsserie Soko Stuttgart wird abgesetzt – mangels Kriminalfällen.
Wir von Brezel.me wollen nicht, dass es so weit kommt, gehen mit gutem Beispiel voran – und klauen uns erstmal gegenseitig die Geldbeutel, stechen einander die Fahrradreifen auf und kritzeln schmutzige Parolen an die Wände des Brezel-Towers. Es ist ja für einen guten Zweck.




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