Endlich einer, bei dem Gangsta-Rapper nicht nur ein PR-Etikett ist.
Danke für den Tipp an @bighel
Endlich einer, bei dem Gangsta-Rapper nicht nur ein PR-Etikett ist.
Danke für den Tipp an @bighel

Heiligsblechle, was war denn das für ein Tatort gestern Abend? Deutsch-schweizerische Verbrüderungsszenen auf dem Bodensee (völlig unrealistisch!), ein Waffenhändler, dessen bester Kumpel eine Art Untersee-Antwort im Pelzmantel auf amerikanische Gangster sein soll (mit weißem iPhone!!), und der heimliche Obergangster ein Stuttgarter LKA-Beamter, dessen schauspielerische Leistung aus einer Mischung aus Vollbart und irrem Blick besteht. Steile Kiste!
Dazu eine abstruse Flucht in einem alten Motorrad samt Beiwagen, ein spektakulärer Auto-Überschlag in Zeitlupe und eine total typische Soziologie-Studentin, die – wie Soziologie-Studenten halt so sind –, nicht weiß, was sie will. Wieso der Krimi so krude war? Der Drehbuch-Schreiber hieß laut Vorspann Leo P. Ard.
Ist wahrscheinlich der Cousin von K. Bel-Eins und hat zu viel Alarm für Cobra 11 gesehen.

Gestern Abend wieder SOKO Stuttgart geglotzt. Bin ja voll Fan. Manche meinen, das wäre platt und doof und sowieso ganz mieser Vorabendkrimi-Mist. Okay, SOKO ist nicht der Tatort und SOKO Leipzig ist sicherlich ein wenig vielschichtiger und die Darsteller noch etwas schärfer gezeichnet, als die Stuttgarter Wischiwaschi-Kolonne aus tougher Chefin, Busenwunder, bleicher IT-Nerd und Macho – und wir reden von Leipzig! Aber egal.
Und auch wenn die filmischen Stilmittel äußert, ähm, ja sehr einfach, sind, auch egal! Gestern wieder, Folge “Babymacher”. Mord in einer Fertilitätsklinik, die in der Zeppelinstraße sein soll und auch dem Blick nach recht weit oben war, in der Halbhöhenlagen-Nahrungskette. Eine Spezialistin für künstliche Befruchtung liegt erschlagen an der eigenen Schreibtischkante am Boden.
Verdächtige gibt es massig. Der Chef der Toten den sie erpresst hat, weil der wiederum gerne mal Eizellen von jungen Damen und nicht von den eigentlichen Müttern verwendet hat; ihr Gatte, weil der dachte, seine Frau hatte was mit dem Chef, weil er keinen mehr, ja, hochbekommt; eine Aushilfe; ein strenggläubiger Katholik, der künstliche Befruchtung so gar nicht dufte findet; und ein junges Pärchen, das so gerne Kinder hätte, was aber nicht mal künstlich möglich ist.