Mit ‘Kram’ getaggte Artikel

01. Juni 2010

Museum der rausgestellten Dinge

von Ingmar Volkmann

Wir sind ja hier so was wie die ehrenamtlichen Blogwärter (Kruzifix, was ist denn das für ein Plural: Blockwart – Blockwärter? Blogwart – Blogwärter?) des Stuttgarter Internets und kümmern uns um Ordnung, Sauberkeit und moralische Reinheit. Nennen Sie uns ruhig die Wolfang Schusters des Worldwideweb!

Seit einiger Zeit beobachten wir einen Verfall der Sitten in Bezug auf die Wegwerfkultur: Statt alten Schmodder wie zum Beispiel einen nicht mehr fahrbereiten Golf III beim Sperrmüll rauszustellen, wird der persönliche Ballast einfach vor die Tür gestellt, versehen mit so euphorischen Mitteillungen wie „Gratis!“, „Zum Mitnehmen“ oder „voll umsonst und für lau, echt jetzt!“

Das mag für die Wegschmeißer supidupi sein, wir haben für die Verrohung der Privatmüllsitten indes einen anderen Vorschlag: Wenn Orhan Pamuk in Istanbul ein Museum der Unschuld einrichten darf, in dem er Gegenstände einer verflossenen Liebe ausstellt, fordern wir ein Museum der Stuttgarter Gratis-Gegenstände, in dem all die lieben Mitbewohner ihren Schmodder abstellen können, den sie sonst vor die Haustüre kippen würden.

Wenn man das Ganze gescheit kuratiert, gewinnt man in 20 Jahren mit Sicherheit tolle sozio-historische Erkenntnisse über die 10er-Jahre, oder wie heißt der Nachfolger der Nullerjahre eigentlich, dieses Jahrzehnt, dass wir vor kurzem mit Lena und ohne Horst Köhler begonnen haben?

21. April 2010

Zeug rausstellen

von Martin Elbert

Ob nur in Stuttgart oder auch anderswo, kann ich nicht sagen, auf jeden Fall ist es im Kessel (zumindest mal nach eigener Erfahrung in S-West) schon längst ein heißer Trend, diverse Gegenstände (besser gesagt irgendnen Scheiß) einfach mal mit obigen Zetteln versehen auf die Straße zu stellen.

Frei nach dem Motto: Meine Wohnung ist voll, hm wohin damit, ach komm, ab damit auf den Gehweg, ich vergewaltige zwar öffentlichen Raum mit Schrott und suggeriere dabei den Leuten aber noch frecherweise, etwas Gutes zu tun.

Falsch: Ihr seid zu faul/zu fein euren alten Kram in der Wohnung zu sammeln und könnt es einfach nicht abwarten bis genügend zusammen kommt bis man den Sperrmüll rufen kann.

Wir interessieren uns nicht für eure verrosteten Wagenheber, angefaulten Ikea Tischen, schimmeligen Schirmlampen kurz nachm Krieg oder eben auch U-Boot-Bücher. Und jede Wette: Es fiel euch bestimmt verdammt schwer einen caritativen Zettel zu verfassen oder? Also keep your scheiß inhouse, crazy Mofos.