Mit ‘Keine Kunst’ getaggte Artikel

22. Juli 2010

Reich werden (9)

von Ariane Holzhausen

Unsere Lieblingskneipe im Süden hat alles, was eine Lieblingskneipe haben muss: Wirte, die sagen, dass sie auch mal ausschlafen wollen, Basilikum auf dem Tisch, ein Wohnzimmer und saugute Drinks. Sonntags wird hier Tatort geguckt, Konzerte und die Kunstschlacht finden auch statt (haben wir noch nicht drüber berichtet? Müssen wir dringend nachholen!) und ansonsten: Füßehochlegenallefünfegradeseinlassensichamlebenfreuenwiebolle.

Manchmal sind da auch ganz lustige Gäste. Und von dem, der aussah wie eine Mischung aus Dschingis Khan und dem Sänger der gleichnamigen Band, hab ich mir zwei Sätze gemerkt. Also dieser schwäbische Leslie-Mandoki-Musiker jedenfalls meinte, so verdient man richtig Geld: 1. “Ha, wenn dr Mario Barth mit zwoi Stonda lang Scheißschwätza Geld verdient, no ko i des au mit zwei Stonda lang scheiße Gidarrespiela.” (den Beweis trat er sofort an) 2. “Ich bau mol uff soner Goa-Party a Schwarzlichtle auf und mach oin auf Handaufleger. Ha, wenn die ihre zwoi Kilo Pilze gfressa hen, no braucha die an Heiler”. Schade, dass der Schäuble in Spe so früh gegangen ist. Wir hätten diesem Finanzkäpsele noch stundenlang zuhören können.

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31. Mai 2010

The Return of John Cranko

von Tobias Köhler

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Brezel.me will mehr sein als eine Plattform des politischen Diskurses, mehr sein als ein Hort wissenschaftlicher Debatten – wir sehen uns auch Treffpunkt Nummer eins für ästhetische und künstlerische Performances mit Anspruch in der Region Stuttgart. Das stellen wir heute mal wieder unter Beweis.

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25. Mai 2010

Musik liegt in der Luft!

von Tobias Köhler

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Ein Klassiker aus meiner Jugend, ganz – äh – neu und schwungvoll interpretiert vom Musikverein Gablenberg.

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21. Mai 2010

Medizinisches Bulletin

von Tobias Köhler

Die ein, zwei Kolleginnen, die beruflich gestern Abend zu “The Dome 54” in die Schleyerhalle musste, sind immer noch nicht wieder arbeitfähig. Unsere Notfallseelsorger hoffen aber, dass sie nach Pfingsten wieder hergestellt sind. Der Kollege von der Deutschen Presseagentur, der die Bilder hier geschossen hat, hatte leider weniger Glück. Er wurde mit spontanem grauen Star in die Augenklinik eingeliefert. Es sieht nicht gut für ihn aus.

Ich kann nur zweierlei dazu sagen:

  1. Wer mehr als zwei Menschen auf diesen Bildern hier wiedererkennt, darf www.brezel.me die nächsten drei Tage nicht aufrufen (könnte sich aber hierüber freuen)
  2. Ich hatte noch nie solche Angst wie heute. In sieben, acht Jahren werden meine Töchter auch zu “The Dome 323″ wollen. Und ich werde als Erziehungsberechtiger mitgehen müssen.

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19. Mai 2010

Politik kann so schön sein

von Erik Raidt

Lieber Stefan Mappus,

Baden-Württemberg muss man sich als ein glückliches Bundesland vorstellen. Ganze Landstriche jenseits von Reutlingen sprechen eine Sprache, die dem Hochdeutschen in etwa so nahe kommt wie das Finnische und trotzdem muss keiner zum Sprachtest. Wir leisten uns einen Fernsehsender, dessen Programm so einschlaffördernd wirkt wie das Schäfchenzählen. Und wir haben Männer, die Politik schöner machen. Männer wie Sie. Männer wie ihren Widersacher Claus Schmiedel (unteres Bild). Jetzt haben Sie die ersten hundert Tage Ihrer Regentschaft überstanden. Für mich haben Sie von Anfang an Pflöcke in die Landschaft gerammt. Unvergesslich bleiben mir die wunderbar einfühlsamen Homestorys über Sie und ihre Ehefrau. Darüber, dass Sie selbst zum Staubsauger greifen. Als ich diese Zeilen las, wusste ich, dass in Ihnen der Fortschritt haust. Ihre Gegner tuscheln hinter Ihrem Rücken, dass Sie der Bulldozer aus Pforzheim seien. Für mich sind das billige Neider, Menschen, die nichts von Weisheit und Schönheit verstehen, auch nicht von jener der Stadt Pforzheim. Jetzt haben Sie rechtzeitig vor dem Ablauf Ihrer politischen Schonfrist gefordert, dass die Atomkraftwerke länger laufen sollen und Ihrem Parteikollegen Röttgen kräftig ins Bein gebissen.
Lieber Stefan Mappus, Ihr Motto war eben schon immer: spalten statt versöhnen. Ich wünsche Ihnen eine ganz lange Restlaufzeit. Schenken Sie uns noch viele schöne Momente. Schenken Sie uns Ihr zartes Lächeln, das so viel über Ihr einfühlsames und heiteres Gemüt verrät.

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12. Mai 2010

Der Neckar blutet

von Tobias Köhler

Sagt mal, Freunde. Ist das nicht dieser Cosimo von “Deutschland sucht den Superstar”? Der “Checker vom Neckar”?

Den alle außer mir kennen? ;-)

Und der bringt jetzt ne eigene Platte raus? Mit dem Titel “Ketchup Majo Sandwich”? Und was sagt Bernd das Brot dazu?

Leute, Leute, muss es der Musikindustrie dreckig gehen.

Echt gruselig.

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09. Mai 2010

Love & Peace

von Tobias Köhler

Knurrige Kollegen, verkniffene Verwandtschaft, bärbeißige Barbekanntschaften – es gibt so wenig Wärme in dieser Gesellschaft. Ob es uns aber sooo schlecht geht, dass wir uns von wildfremden Mitmenschen umarmen lassen müssen? Ich weiß nicht…

“Free Hugs Campain” nennt sich das, kommt aus Australien und hat jetzt auch Stuttgart erreicht. Also, lasst euch drücken!

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29. April 2010

Die geilste Schwarte der Stadt

von Erik Raidt

Es ist an der Zeit, eine Lanze für die Schweine zu brechen. Übermorgen startet Ferkelmania im Alten Schlachthof, wo das größte Schweinemuseum der Welt aufmacht.

Jetzt kann natürlich jeder sagen: das braucht keine Sau. Aber mal ehrlich, Stuttgart hat wirklich genug Premiumkunst für das Halbhöhenpublikum in teuren Museen rumhängen. Und um mal ketzerisch zu sein: habt ihr in der Staatsgalerie oder im Kunstmuseum regelmäßig Leute unbefangen lachen sehen?

Das wird im Schweinemuseum anders sein. So viel ist schon mal sicher. Habe mir die Ausstellung vor der Eröffnung am 1. Mai angesehen und war beeindruckt, wie viele rosa Geschmacklosigkeiten es gibt: Sadomasoferkel, Aschenbecherschweine, Nussknacker mit Ringelschwänzchen…

Klar ist das auch eine Kommerznummer der Gastrofamilie Wilhelmer – aber wer einen Sinn für Trash im manchmal durchnummerierten Stuttgart hat, der kommt auf seine Kosten.

Dazu der Fankommentar von Pippi Langstrumpf: “Ich mach’ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt!”

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18. April 2010

Duck Tales

von Erik Raidt

Krass. Dass die Stadt an der Kultur spart und die Oper erst dann notdürftig zusammenflicken lässt, wenn der Fliegende Holländer sich schon in der Damengarderobe umziehen muss und die Sänger ihre Kostüme bald selbst zusammennähen dürfen – eine olle Kamelle. Und stank der Eckensee vor der Oper nicht unlängst noch wie “Zwei Wochen die Füße nicht gewaschen plus Algenpest an der Nordee”?

Genau. Jetzt aber wird gegen den guten Geschmack gespart. “Bitte Tiere nicht füttern”, heißt es auf dem Schild. Mag ja sinnvoll sein, aber dass Stuttgart die Durchführung dieser Verordnung von einer ausgehungerten Wachente überprüfen lässt, ist wirklich zum Davonwatscheln.

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12. April 2010

Affentittengeil

von Tobias Köhler

Nur Methusalem und ich werden sich an den Welthit von Bruce und Bongo aus dem Jahr 1986 erinnern. Wochenlang auf Platz eins in Deutschland, Export in alle Welt, ausführlichste Berichte – sogar in den Tagesthemen.

Die Sensation: zwei Jungs, die wie mit der Steckdose frisierte Pudel aussahen, wagten es, das Wort “geil” laut auszusprechen.

Heute kann sich das keiner mehr vorstellen: “geil” steht längst im Duden unter “Jugendspr. auch für großartig, toll”.

Wenn mir das Wort mal in der Öffentlichkeit entfährt, denken die Kids rundum: “Was will der Opi”?

Und mein Supermarkt führt Geilen Wein, der auch noch am Pilgerpfad gewachsen ist (was, wie wir in den letzten Wochen erfahren haben, so verwunderlich doch nicht ist).

O tempora, o mores.

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04. April 2010

Der härteste Job der Welt

von Erik Raidt

Lieber Osterhase,

in diesen Tagen möchte ich ungern mit Dir tauschen. Du blickst morgens in den Spiegel und kannst Dich selbst nicht mehr sehen. Täglich begegnest Du grienenden Schokowiedergängern von Dir, die als Lach- Schmunzel- oder Rabimmel-rabammel-Rammeldumm-Hasen in den Supermärkten stehen.

Als ich am Wochenende auf dem Marktplatz war, entdeckte ich etliche Franchise-Unternehmen, die mit Moosnestern, Osterkränzen und Tonhasen ihre illegalen Geschäfte auf Deine Kosten machten.

Diesmal hast Du es besonders schwer: eingekeilt zwischen schlechte Aprilscherze, spätwinterliche Hagelgüsse und erste Birkenpollenattacken hoppelst Du müde durch den Schlossgarten. Von Frühlingsgefühlen keine Spur.

Neulich sah ich dort einen Deiner löffelohrigen Subunternehmer unter einem der Bäume sitzen. Er sah nachdenklich aus, er schien sich zu fragen, warum er bei Dir, der ewigen Nummer Zwei angeheuert hatte und nicht beim Weihnachtsmann. In seiner Jugend hatte er als Bunny bei Hugh Heffner noch an scharfen Möhrchen geknabbert, heute interessiert sich nach Ostern nicht mal mehr der SWR für ihn, der ihn in seinen Radiosendungen als “Eilight zu Ostern” seiner letzten Würde beraubt hat.

Lieber Osterhase, für mich bist Du das ärmste Schwein unter den Saisonmaskottchen.

Dennoch: Kopf hoch! Ach und das Frühstücksei morgen bitte zehn Minuten im Kochwasser lassen!

Schöne Grüße,

Dein Erik

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29. März 2010

Unsere Stimmbänder für Oslo

von Erik Raidt

Na, schon warmgegrölt für das wichtigste Ereignis des Jahres? Für die Stimmungsmaschine, die Millionen vor die Fernsehgeräte treiben wird? Bei der Tränen fließen werden und Besiegte in ihren knappen Trikots aus dem Licht der Kameras schleichen werden?

Nein, natürlich sprechen wir nicht von der WM in Südafrika. Wir reden hier von etwas Wichtigerem, Größerem, Unvergleichlichem: dem Eurovision Song Contest Énde Mai in Oslo!

Eigentlich wollte Stefan Raab ja diese 18-Jährige Lena persönlich im Wok nach Norwegen tragen – aber seit gestern stehen mehrere Ersatzkandiaten bereit: Brezel.me-Master Tobias hat einige Kollegen zum Karaoke-Singstar-Abend bei sich Zuhause versammelt.

Was man an solchen Abenden lernt? Die eigene Stimme kann eine schmerzhafte Waffe in den Ohren anderer Menschen sein, niemand traut sich an den Sprechgesang der Fantas heran, und die Mode in den 80ern war NOCH schlimmer, als wir sie in Erinnerung hatten. Schulterpolster? Douze points, twelve points!

Die Stuttgarter Singvögel trainieren übrigens auch schon für Oslo. Heute morgen 5.45 Uhr in dem Busch vor meinem Schlafzimmer. Ich dachte spontan an Schrotkugeln.

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22. März 2010

Guru-Fernsehen (VI)

von Tobias Köhler

Der Meister singt selbst. Ganz klar: unser Lied für Oslo.

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21. März 2010

Jetzt rollen die Bagger an!

von Tobias Köhler

Was bedeutet unser heutiges Rätselfoto?

  1. Szenen aus dem Schlossgarten: “Schnell Leute, die Bagger rollen an. Kettet euch fest!”
  2. Michael Bay dreht in Stuttgart “Transformers 3 – Autobots zur Kehrwoche verdammt”
  3. Die Mercedes M-Klasse nach dem letzten Facelifting: die Marktforscher hatten festgestellt, dass wir Großstädter es noch rustikaler und offroadiger lieben als gedacht.
  4. Nachdem die Feinstaubkehrmaschine am Neckartor nicht funktioniert hat, hat sie OB Schuster in den Wald verbannt.
  5. Ein riesengroßes Ding, für das ich keinen Namen finde, hat meine Joggingstrecke blockiert.

Sonstwer ‘ne Idee, was das für ein Gerät ist?

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12. März 2010

Gelbe Dinger, abserviert

von Tobias Köhler

Oh no! Vor nicht mal zwei Wochen haben wir an dieser Stelle über zwei Überbleibsel aus der guten alten Zeit berichtet. Wir wussten nicht mehr so recht, zu was sie wohl sein gut sein könnten. Offensichtlich ging es den Besitzern der gelben Dinger ganz ähnlich. Denn heute sind böse Männer gekommen, um die Kisten wegzubringen.

Leider war ich nicht schnell genug, um mich festzuketten. Seitdem frisst der Gedanke an mir, dass erst der Beitrag auf Brezel.me die Gelbe-Kisten-Männer daran erinnert haben könnte, dass am Bismarck-Platz noch zwei Exemplare stehen.

Deshalb will ich was tun. In mir keimt der revolutionäre Gedanke, eine wöchentliche Demo zu organisieren. Zur Rettung der gelben Kisten. Jeden Montag, 18 Uhr. Am Fuß des Fernsehturm, vielleicht.

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