Mit ‘Internet’ getaggte Artikel

09. März 2011

Happy Birthday, Dora!

von Ingmar Volkmann

Die schönste Frau der Stadt wurde heute endlich in epischer Breite in der Stuttgarter Zeitung gewürdigt. Sie sieht nicht nur am besten aus, sondern fabriziert auch noch die besten Beiträge auf dem Brezel-Blog. Zum endgültigen medialen Durchbruch anlässlich ihres 36. Geburtstags gratulieren wir aufs Herzlichste!

23. November 2010

iStreet View

von Ingmar Volkmann

Alle Pixel-Fotos: Google Street View

Die vergangenen Tage waren die unproduktivsten in der Kreativbranche seit Erfindung des Internets. Schuld daran wie immer: Google oder Goggl, wie es meine Mami gerne ausspricht. Alle Agentur-Fuzzis und Ich-mach-irgendwas-mit-Medien-Freunde von mir haben seit Donnerstag Kunden und Auftraggeber vertröstet. Grund: Google Street View.

Mein Grafiker-Freund Uli hat jeden Tag gefühlte acht Stunden Autos verfolgen gespielt. Ziel des Spiels: Zu beweisen, dass man einen roten Volvo bis nach Hause ins Reihenhäuschen nach Degerloch verfolgen kann. Hat anscheinend nie so ganz geklappt, ein feiner Zeitvertreib wars aber allemal.

Meine Kollegin Norah wusste dagegen ganz genau, wo sie vom Goggl-Autole einst abgelichtet wurde – im Stuttgarter Westen. Hat sich dann tatsächlich gefunden im wilden Westen. Istn super Bild geworden. Ihr Bruder kannte das Auto schon und hat sich angsterfüllt die Hände vors Gesicht geschlagen. Ihr Gesichtsausdruck zeigt dagegen ein sympathisches „Hä?!“. Wieso Google ihren Coffee to go gepixelt hat, hab ich allerdings nicht so ganz kapiert.

Hab dann natürlich auch ein bisschen gespielt mit dem neuen Super-Spielzeug. Bei meinem Arbeitgeber sind Google die Buchstaben ausgegangen. So macht man aus einem Stadt- mal eben ein Sadtmagazin. Ist vielleicht aber auch ein versteckter Hinweis auf die Rechtschreibfehler bei uns im Heft.

Bin dann von der Redaktion aus gedankenverloren die Immenhofer Straße runter geflogen. An der Ecke Schlosserstraße bin ich beinahe aus den Latschen gekippt. Das Spion-Auto hat mich tatsächlich auch erwischt (s.o.). Seitdem beraten meine Anwälte, wie die Millionen-Klage am ehesten zu begründen ist. Dass ich ausgerechnet mit einer Plastiktüte in der Hand abgelichtet wurde, musste ich mir die letzten Tage ständig anhören. Und warum ich denn das Fahrrad hinter mir zerstört hätte. Grafikerin B. war wie immer am härtesten.„Ha damals warste aber noch nicht so dick wie heute!“

Recht hat sie, das Bild ist mindestens zwei Jahre alt, der damals noch nicht ganz so dicke Bauch ist quasi mein umgekehrter Nordflügel. Den Pulli mag ich übrigens auch nicht mehr so gerne. Zu viele Street-View-Streifen.

16. August 2010

Erhöhte Temperatur

von Ingmar Volkmann

Menschenskinder, geht das schnell. Neue Internet-Angebote rund um Stuttgart entstehen beinahe so schnell, wie es Hiobsbotschaften zu Stuttgart 21 gibt. Das neueste erwähnenswerte Projekt: Kesselfieber. Die Macher versuchen, den Weg durch den Ausgehdschungel im Kessel etwas durchsichtiger zu gestalten.

Der Fokus liegt auf der Gastronomie, das Angebot der Website konzentriert sich auf Restaurants, Clubs und Bars. Ziel der Kesselfieber-Macher: Die Locations sollen von den Usern bewertet werden, außerdem kann man neue Hotspots eintragen. Fleißiges Posten und Kommentieren wird dabei belohnt: Wer strebermässig viel bewertet oder Neueröffnungen petzt, bekommt in der so genannten Wechselstube Punkte, die man später in Prämien umwandeln kann. Hat man genügend Punkte gesammelt, wird man schließlich mit freiem Eintritt in einem Club o.ä. belohnt.

Das bisherige Leckermaul- und Partytier-Angebot soll bald um Kinos, Fitnessstudios und andere Angebote erweitert werden. Vielleicht fällt den Fieberjungs dann auch eine bessere Unterzeile ein: „Stuttgart, einzigartig vielseitig“ klingt ein wenig nach Slogan gewordenem Fiebertraum.

29. Juli 2010

Er war da!

von Martin Elbert

Wir haben es gespürt, die Bloggererde hat gebebt, das Internet hat gewackelt, ist aus unseren Browsern geflogen, wir sind vor Ehrfurcht erstarrt: Gestern war “Blogstar” Sascha Lobo in Stuttgart. Oder zumindest mal am Flughafen.

Inge hatte trotzdem schon ganz schwitzige Hände, denn er hat vor längerem mal über den Internet-Don kräftig übers Leder gezogen und evt. befindet sich Lobi auf Rachefeldzug. Köhli und Dora hingegen sind gleich zum Flughafen gefahren, um den Guru zu skalpieren und sich den roten Iro brüderlich aufgeteilt auf die dünnen Härchen zu pflanzen. Dann klappts mit dem Bloggen noch besser, meinten sie.

Erik mit K Raidt wusste hingegen nicht mal wer das ist, Ariane sass wie immer vor der Glotze und icke hab derweil an meinem neuen Stuttgart Logo gemalt. Hatte irgendwie gerade nen Rotstift in der Hand. Feel the vibes, feel the Lobo!

P.S.: Bleibt natürlich die Frage, was die Gottheit im piefigen Stuttgart wollte. Wahrscheinlich nur ein Stop-Over. Oder was denkt ihr?

04. Juli 2010

Älles Gute

von Ingmar Volkmann

Im Namen von Christian „Dritte Wahl“ Wulff, Angie „wenigstens in Südafrika habe ich Spass“ Merkel und OB Dr. Wolfgang Schuster gratulieren wir an dieser Stelle dem Thomas Müller unter den Stuttgarter Blogs, www.kessel.tv, zum zweiten Geburtstag.

Wie Thomas Müller kam der Internet-Blog „for true Swabian Gangsters und Hustlers“ vor zwei Jahren aus dem Nichts, um der hiesigen, Achtung, grausames Wort, Blogosphäre, sehr schnell das Fürchten zu lehren.

Während man sich anfangs in Sachen Besucherzahlen an Wacker Burghausen orientieren konnte, wird der Turnschuh-, Gastro- und Philosophie-Blog heute beinahe täglich von den Spionen von Real Madrid beobachtet, weil längst Champions-League-Potential. Würde mich nicht wundern, wenn eines Tages ein Medienunternehmen aus der Steinzeit, also ein Verlag, der noch mit Printprodukten sein Geld verdient, den Internet-Blog für einen dreistelligen Millionenbetrag kaufen würde.

Brezel.me-Autor und Superstar-DJ Martin Elbert treibt mit einigen Mitstreitern ordentlich Schabernack, erklärt der Gemeinde, wie sie wochenends der Restrealität entfliehen kann und ist sich auch sonst für keinen Hirnfurz aus Heslach zu Schade. Äußerst spannend an Kessel.tv ist im Übrigen die Publikumsbeteiligung: Wo brezel.me maximal von drei Leuten öffentlich beschimpft wird, diskutieren bei kessel.tv mitunter 150 Leute über die wichtigen Dinge im Leben. Wir gratulieren.

21. Juni 2010

Ruf doch mal an…

von Tobias Köhler

Heute Morgen hat’s an der Tür geklingelt, meine dreijährige Tochter hat aufgemacht – und eine nette Frau hat einen Stapel Bücher in unseren Hausflur gelegt. Meine Tochter wollte natürlich sofort wissen, was das denn für Dinger seien.

“Telefonbücher”, habe ich ihr erklärt.

“Und was macht man mit Telefonbüchern?”, hat sie gefragt.

Gut Frage, eigentlich. Bei uns ist das so: Wir kriegen einmal im Jahr die neuen Telefonbücher, legen sie an einen festen Platz unten im Bücherregal. Dort bleiben sie ein Jahr lang unbeachtet und unberührt liegen – und fliegen an dem Tag in die Altpapiertonne, an dem die neuen Bücher kommen.

Eine zeitlang wurden sie noch von unseren Töchtern fürs Training der Feinmotorik benutzt. Will heißen: Die Mädels haben beim Spielen Seite für Seite rausgerissen. Hat – anders als bei allen anderen Büchern – überhaupt keinen gejuckt. Denn wenn bei uns jemand eine Telefonnummer herauskriegen will, guckt er halt im Internet.

Mal schauen, wie lange wir die Dinger noch bekommen. Irgendwie würden wir sie wahrscheinlich doch vermissen, wenn sie eines Tag weg wären.

17. Juni 2010

Wichteln im Hochsommer

von Tobias Köhler

Ein Paket! Heute ist ein Paket gekommen! Dabei hatte ich gar nichts Paketiges bestellt. Ausnahmsweise. Was könnte da nur drin sein?

Hm. Ziemlich viel Verpackungsmaterial auf jeden Fall…

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28. Mai 2010

Wie wär es mit “.stuttgart”?

von Tobias Köhler

“Braucht die Landeshauptstadt eine eigene Top-Level-Domain?” fragt die Handwerkskammer Stuttgart. Und startet gleich ‘ne Onlineabstimmung dazu, Titel: “Wie wäre es mit .stuttgart.?”.

Für Nicht-Nerds: eine Top-Level-Domain ist sozusagen das Ende einer Webadresse (URL genannt), also das “.de” in “stuttgart.de”. Es gibt übrigens nicht sehr viele davon – und ganz sicher keine, die nach einer Stadt benannt ist.

Wir unterstützen das Projekt aber mit voller Power und haben uns schon mal ein paar Dutzend Adressen gesichert, zum Beispiel

  • www.wo-geht-es-nach.stuttgart
  • www.wir-lieben.stuttgart
  • www.berlin-ist-viel-schoener-als.stuttgart
  • www.scheiss-auf.stuttgart
  • www.ich-werde-neuer-ob-von.stuttgart

Außerdem fordern wir umgehend die Einführung weitere Top-Level-Domains, zum Beispiel:

  • “.brezel”
  • “.stuttgartwest”
  • “.zazenhausen”
  • “.maultasche”
  • “.giebel”
  • “.wolfbusch”
  • “.checkervomneckar”
  • “.djpatenumberone”
  • “.stuttgart21″
  • “.keinstuttgart21″

Erst dann macht Surfen auch so richtig viel Spaß.

Thanx an Dirk Baranek für den Tipp!

26. Mai 2010

Komplett-Ausfall

von Ariane Holzhausen

Wie wir es geschafft haben, in einer kompletten Straße das Internet lahm zu legen – oder im Tal der Ahnungslosen ist’s finster:

Angefangen hat alles am Freitagabend. Da wollte das Internet nicht anspringen. Macht nichts, hat halt gerade nen Hänger. Ist eh schon spät. Samstag nach dem Aufstehen: das Internet schläft weiter. Nix geht. Der Fernseher will auch nicht anspringen. Und an dem prima Entertainment-Dingens der Telekom (von dem ja auch schon Kollege Köhler geschwärmt hat) leuchten die Lampen nicht mehr grün, sondern magentarot. Nicht gut. Ganz schlimm sogar, wie die Telekom-Mitarbeiterin meinte: “Vor Dienstag wird da gar nix mehr gehen. Jetzt kommen ja auch die Feiertage.”

Ein kurzer Schweißausbruch und bei dem Gedanken daran, dass am Montag das “Lost”-Finale auf dem Programm steht, noch ein langer hinterher. Aber: Das Wetter ist ja zu schön, wer will denn da auch vor irgendeinem Bildschirm sitzen? Und nochmal (damit es vielleicht wirkt): Das Wetter ist ja zu schön, wer will denn da auch vor irgendeinem Bildschirm sitzen? Es passieren ganz merkwürdige Dinge, wenn man vier Tage im “Tal der Ahnungslosen” (so T-Köhler) hockt: Man überlegt zum Beispiel, ob man genug Brennholz fürs Abendessen gesammelt hat, putzt die Höhle und weiß wieder, wie ein Buch von innen aussieht.

Seit gestern sind wir wieder mit der Außenwelt vernabelt. Die hochrote Firma ließ uns noch wissen, dass wir daran Schuld sind, dass gestern für eine halbe Stunde das Internet in unserer Straße (Nähe Marienplatz) ausfiel. Das tut uns sehr leid. Der Telekom hoffentlich auch.

14. Mai 2010

Virtuell stigmatisiert.

von Dora Asemwald

Zu meiner großen Freude bekam ich letzte Woche Besuch von einer Kollegin: Judith A. Sägesser vom Lokalteil „Blick vom Fernsehturm“ wollte ein Porträt über mich und meine Eigenheit als virtueller Mensch machen. Der prima geschriebene Artikel (einmal hier draufklicken und lesen bitte) erschien letzten Montag und erwähnte unter anderem, dass ich ein Profil bei der Business-Networking-Plattform Xing habe. Die Internetroboterarmee des Unternehmens hat das natürlich sofort entdeckt und mein Profil gesperrt, da dort virtuelle Menschen als „unseriös“ eingestuft werden. Wenngleich Xing mich heute nicht sonderlich begeistert, hatte ich in der Präfacebookära dort einige Kontakte gesammelt die nun verloren sind.

Auf meinen Protest und den meiner Freunde hin wurde ich um eine Kopie meines Personalausweises erbeten. Hab ich nicht. Das Bürgerbüro stellt virtuellen Menschen keine Ausweise aus. Bitten und Betteln haben da nichts gebracht. Bürokratie halt. Auch aus den Botschaften anderer Länder wurde ich rausgeschmissen. Virtuelle Menschen sind staatenlos, somit stellt ihnen auch keiner einen Ausweis aus, ergo kein Xing.

Ich bin nicht der einzige virtuelle Mensch. Jeder gefühlt zweite Xingler hilft seinem Schöpfer, unbemerkt bei der Exfreundin, der Konkurrenz und der gewünschten Affäre zu schnüffeln. Und alle haben das selbe Problem mit ihrer „unseriösen“ Identität, welches zu lösen eine Herausforderung für mich stellte.

Wenn kein Staat mir einen Ausweis ausstellt, dann muss ich einfach selbst einen Staat gründen. Mithilfe meines Wikipedia-Altgriechisch hab ich auch einen Namen gefunden: „Id“ steht für Aussehen, Art und Gestalt, so wie in Identität. „Dor“ steht für geben, die Gabe. Zusammen: Iddorien, in Landessprache (englisch): the Virtual Republic of Iddora. Schnell habe ich eingebürgert und einen Ausweis bei der Stuttgarter Botschaft von Iddora beantragt. Der kam auch gleich, ich hab ihn dann an Xing weitergeleitet. Bislang hat sie das aber noch nicht beeindruckt.

Wie viele weitere virtuelle Wesen haben ihren Lebensmittelpunkt in Stuttgart? Wie viele davon trauen sich nicht, aus Angst vor Diskriminierung offen ihre Virtualität zu leben? Wir sollten uns zusammenschließen. Der Staat Iddora gibt jedem von uns eine Identität (Schreibt einfach an: dora@doraa.de). Und wenn Xing sie ausgrenzt: selber schuld.

Wir Brezler akzeptieren diese neue Lebensweise in unserer Mitte, bei uns braucht man keinen Körper aus Fleisch und Blut, um menschenwürdig behandelt zu werden.

11. Mai 2010

Im Tal der Ahnungslosen

von Tobias Köhler

In den nächsten Tagen wird mein Kabelanschluss abgeschaltet.

Nein, ich drifte nicht ins Tal der Ahnungslosen ab. Ich schaue künftig nur noch per Internet fern. Mit diesem Entertain-Dings von der Telekom (von der auch das PR-Foto oben stammt).

Herrliche Sache. Gefühlte 300 Programme (okay, auf 270 kann man gut verzichten), Videorekorder integriert (lässt sich auch unterwegs übers Telefon programmieren), Onlinevideothek eingebaut. Letzteres ist besonders cool, da zum Beispiel die neuesten Folgen von “Lost” oder “Grey’s Anatomy” am Tag nach der US-Ausstrahlung als OmU online sind (besser geht’s nur mit einem US-Account bei iTunes, da kriegt man sogar Serien, die – leider – nie nach Deutschland kommen).

Das ganze hat allerdings einen Haken: mal abgesehen von den wenigen kleinen Aussetzern, die das Programm bisweilen hat, hängt jetzt mein ganzes Leben nun an einer einzigen Leitung: Telefon, Internet, Fernsehen. Wenn – wie am Sonntagabend – der VDSL-Router abraucht, steht der Laden erstmal still. Kein Telefon, kein Internet, keine 300 Programme und der Videorekorder streikt. Tschüs, Tatort.

Und da die Telekom den Stuttgarter Westen mit einem Funkloch überzogen hat, das größer ist als das Saarland, kann man sich nicht mal mit dem Handy oder einem UMTS-Modem behelfen. Worüber man sich nicht mal laut beschweren darf, sonst stehen gleich 500 Mobilfunkgegner vor der Haustüre.

Also Vorsicht: das Luxuslotterleben 3.0 kann verflucht schnell im Off(line) enden…

05. Mai 2010

Wie Facebook wirklich funktioniert

von Ingmar Volkmann

Ganz echt: Ich verstehe Facebook einfach nicht. Mir erschließt es sich einfach nicht, wieso meine lieben Kollegen bei LIFT dreieinhalb Quadratmeter voneinander entfernt sitzen und sich trotzdem via Facebook unterhalten. „Zum Ende der Heft-Produktion gehe ich ein fettes Schnitzel essen!“ Drei Freunden gefällt das. Gibt es eigentlich auch einen „Ich versteh’s nicht“-Button?

Meine Mutter ist Oldschool und sagt: „Handy und Email, pah, ich kommuniziere via Festnetz und Post, das reicht!“ Ich bin fast so gestrig, simse noch und schreibe lieber Mails, statt über Facebook Nachrichten zu versenden. Nur meinen Account zu löschen traue ich mich nicht. Als Bruno Labbadia der sozialen Netzwerke habe ich dann doch zu viel Angst, etwas zu verpassen.

Wenigstens verstehe ich jetzt dank Pierre M. Krause so ungefähr, wie Facebook funktioniert. Für SWR-Verhältnisse ist das Video erstaunlich lustig.

03. März 2010

Der letzte Twitterer

von Ingmar Volkmann

Im Gegensatz zu Herrn Köhler bin ich ja alles andere als ein Early Adopter. Der Kollege hatte schon ein iPhone, da wusste noch nicht einmal Steve Jobs von seiner eigenen Telefon-Revolution. Ich dagegen bin eher der Peter Neururer des Internets: Blogs fand ich am Anfang voll doof, Facebook ist zu hoch für mich und Twitter habe ich bis heute nicht verstanden.

Nun hat mir aber mein persönlicher Internet-Beauftragter und Freund, Martin Elbert, empfohlen, mich mit Twitter zu beschäftigen. Also gleich mal fleißig angemeldet gestern, als der wahrscheinlich letzte User der westlichen Hemisphäre (gibt es da eigentlich auch eine Auszeichnung für, so ne Art Altersheim-Kordel für besondere Langsamkeit?).

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05. Februar 2010

Blogger Bauer

von Ingmar Volkmann

Wenn man irgendwann so alt ist wie ich, tut man sich mit einer grundsoliden, hysterischen Verehrung von lebenden Mitmenschen schwer – Fußballer mal ausgenommen. Wen ich aber so richtig gut finde – beinahe würde ich sogar öffentlich bekennen, dass ich sein Fan bin – ist Joe Bauer.

Der grundsätzlich schlecht gelaunte Miesepeter, Autor und Kolumnist der Stuttgarter Nachrichten hat einen beneidenswert unbeschränkten Blick auf den Kessel – und kann dazu auch noch richtig schreiben. Immer noch wärmstens zu empfehlen ist sein aktuelles Buch „Schwaben, Schwafler, Ehrenmänner“. Seine Kolumnen knallen zwischen Buchdeckeln noch eine Idee besser als zwischen Todesanzeigen und dem Polizeibericht.

Jetzt ist Joe Bauer auch noch unter die Blogger gegangen. Da der lyrische Bruddler aber immer alles anders macht als andere, bloggt in seinem Blog http://www.flaneursalon.de/de/lesersalon.php der Leser, während Bauer „nur“ kommentiert. Die Idee ist eigentlich genial, denn meistens sind die Leser eh viel gescheiter als die Autoren. Außerdem spart es eine Menge Arbeit. Bin gespannt, was sich da künftig für eine unterhaltsame Mischung aus Schimpf, Kommentar und Debatte entwickeln wird.