Mit ‘Hunger’ getaggte Artikel

15. Juni 2010

Materialien zur Mittagspause X

von Ingmar Volkmann

Wir haben immer noch Hunger. Diese Woche ganz besonders, denn einer der besten asiatischen Vesper-Plätze im Städtle feiert Fünfjähriges: das Noodle No. 1 am Wilhelmsplatz.

Ich bin in Sachen Gastronomie ja etwas schwierig. Wo bei anderen nur das Auge mitisst (tut das eigentlich weh, so eine Ente süß-sauer durchs Auge?), isst bei immer die Sympathie mit dem Gastronom mit. Wenn ich den Wirt mag, geh ich lieber hin, als wenn der Wirt ne Schabrake ist.

Klingt einfach, macht bestimmt jeder so, bei mir ist es aber so neurotisch, dass ich in bestimmte Läden nicht gehen kann, obwohl Kaffee, Kuchen, Pizza, Rotwein, Gin Tonic und Schnäpse astrein sind, aus biologischem Anbau, artgerechter Kurzen-Haltung und vom einzigen Gin-Brenner, der seinen Gin in einer vom Vatikan geweihten Badewanne brennt. Wenn der Wirt ein Schmock ist und mit seinem Gelaber nervt, kann ich nicht hin. Schlechtes Karma schlägt großen Hunger und Durst.

Ins Noodle gehe ich deshalb extra gerne, weil die Wirtin Fanny ziemlich zauberhaft ist, immer nett, immer ein ehrliches Lächeln am Start, ihr Ingwer-Tee macht mich stark und je nach Wetterlage bade ich in Entensuppe (Nummer 13) oder der Singapur-Platte.

Zum Fünfjährigen am 17.6. hat sich Fanny was Besonderes ausgedacht: Es gibt ein spezielles Menü und ein Teil der Einnahmen geht direkt an ein Waisenhaus, das sie regelmässig in ihrer vietnamesischen Heimat besucht. Spachtel ordentlich und tue Gutes dabei, was willste mehr?

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21. März 2010

1:0 für den Kardoffäll-Mann

von Christiane Wild

Samstagmorgen, halb neun, irgendwo im Stuttgarter Süden. Das Viertel schaltet einen Gang zurück. Alle, außer einem. „Kardofflääää, Äpfällllll!“, ruft der Kardoffäll-Mann. Wir vergraben uns unter Decken und Kissen. Der Kardoffäll-Mann setzt einen drauf und läutet eine Glocke. Wir stopfen uns Ohropax in die Ohren. Der Kardoffäll-Mann steht vor unserem Haus. Wir fangen an zu meditieren. Der Kardoffäll-Mann sitzt jetzt direkt in unserem Ohr. Der Schlaf, dieser sensible Kollege, macht sich unauffällig aus dem Staub. „Kardoffälllll! Äpfällll!“ Wir werfen die Decke von uns. Der Kardofäll-Mann hat gewonnen.

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19. März 2010

Materialien zur Mittagspause VIII

von Ingmar Volkmann

Grundsätzlich essen wir ja alles: Nr. 45 scharf in der Sonne, Currywurst, sogar Italienisch, wenn zwischen zwei Rügen vor dem Presserat genügend Zeit bleibt. Blei mit Bratkartoffeln haben wir uns dann aber doch nicht getraut. War nämlich gar nicht in Stuttgart, sondern in unserem letzten Urlaub an der Ostsee, Achtung, Wortspiel, in der Nähe von Rügen. Und mit Ossis ist so gar nicht zu spaßen – nicht nur kulinarisch.

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18. März 2010

Materialien zur Mittagspause VII

von Tobias Köhler

Was der Kachelmann für die ARD ist, ist Brezel.me für S-City: die finale Autorität in Sachen Wetterberichterstattung. Wir berichten über jede Wolke. Kein Regentropfen ist uns für ne Meldung zu gering.

Also kommt hier die Pflichtmitteilung: am Samstag geht – laut Kalender – der Frühling los. Heute ist er – laut Wetterbericht – zumindest einen Tag lang auch wirklich da.

Die Begeisterung in der Brezel.me-Redaktion war so groß, dass wir die Kantine geschwänzt haben. Die Kollegin hat eine Tüte mit Essen vom Asiaten mitgebracht (Nr. 40, Nr. 26 und Nr. 55), ich habe Ikea-Besteck und -Geschirr gekauft. Und der Praktikant hat das Zeug an die Parkbank hinterm Pressehaus geschleppt.

Und dann: Picknick in der Sonne. Herrlich.

Verbesserungswürdig ist allein der Rücktransport des gebrauchten Geschirrs. Schließlich kann einem jederzeit im Fahrstuhl irgendein Chefredakteur oder Verlagsboss begegnen… Das siffige Zeug in der Hand ruiniert ratzfatz auch noch die hoffnungsvollste Karriere. Wir haben das für den Moment gelöst, in dem der Praktikant den Lastenaufzug nehmen musste.

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15. März 2010

Die schwangere Brezel

von Erik Raidt

Unsere Wissenschaftsredaktion ist einer Sensation auf der Spur. In einem Brötchenlabor im Heusteigviertel gelang es dem Bäcker kürzlich, nach monatelangen Versuchsreihen ein heimisches Laugengebäck künstlich zu befruchten. Wir meinen: das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ersten Meldungen zufolge ist die Brezel im fünften Monat, auf Ultraschallaufnahmen sind beim Nachwuchs die Ärmchen bereits deutlich zu erkennen. Das Geschlecht der Babybrezel ist unterdessen noch nicht eindeutig feststellbar.

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10. März 2010

Materialien zur Mittagspause VI

von Ingmar Volkmann

So ein Besuch im Gartencenter macht ja unglaublich hungrig. Hat man sich ausreichend eingedeckt mit Bio-Erde, Bio-Kräutern und Bio-Alleinunterhalter-Sound, braucht man etwas ähnlich Nahrhaftes zwischen die Zähne. Ideal für kleine Obst-und Gemüsebauer: Die wahrscheinlich gesündeste Speise der deutschen Küche, eine ehrliche Curry-Wurst.

Die Würstchen-Bude vor Pflanzen-Kölle haut dabei werbetechnisch ordentlich auf die Kacke. Da waren Jung von Matt, Scholz and Curryfriends und Fischer Appelt gemeinsam am Werk, bis dieser Killer-Claim fertig war. Mahlzeit!

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25. Februar 2010

Materialien zur Mittagspause V

von Ingmar Volkmann

Passend zur späten Mittagspause mal wieder eine fröhliche Portion Zwangsironie. Weil ich Fan von exotischen Fasten-Kuren bin, experimentiere ich derzeit mit Eiern: Wie viel Eier kann man über den Tag verteilt essen? Minimum sieben. Ab wann haben in Stuttgart Ostereier Saison? Bereits seit kurz nach Weihnachten. In welcher Form führt man sich seine Mittagspausen-Eier am besten zu, wenn man bereits zum Frühstück derbe viel Rührei verputzt hat? Im Glas, so wie hier im bezaubernden Café Herbertz in der Immenhofer Straße zu sehen.

Man beachte auch die wie zufällig hindrapierte Stuttgarter Zeitung. Im Herbertz findet sich übrigens neben diversen Tageszeitungen und Monatsmagazinen noch mehr Lesestoff: Passend zu einer Eier-Kur kann man sich hier etwa hervorragend folgendem Standardwerk widmen. Liest sich weg wie nichts, der literarische Eiertanz!

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18. Februar 2010

Materialien zur Mittagspause IV

von Ingmar Volkmann

Die Mittagspause ist bekanntlich die schönste Zeit des Arbeitstages. Sitzt man nicht gerade in Möhringen, sondern wie ich als Brezel-Außenstelle im hippen Heusteigviertel, hat man die Qual der Wahl zwischen Pasta vom Tortellino (Backstein-im-Bauch-Gefühl um spätestens 14:15 Uhr), beste Döner von Stadt beim Alaturka (schlecht für den Termin zum Hintergrundgespräch im Rathaus um 14 Uhr), einem bezauberndem Vorspeisenteller in der Zauberküche (schlecht für den Termin zum Hintergrundgespräch im Rathaus um 14 Uhr, Teil II – „Achtung, da kommt wieder der Schmierfink mit der Knoblauchfahne“) oder einer herzhaften Metzger-Mahlzeit, nach der man eine Woche Urlaub zum Verdauen nehmen muss.

Wichtig in einem sensiblen Bürogefüge: das korrekte Abmelden zum Mittagsmahl. Man sollte den Kollegen immer Bescheid geben, dass Westerwelle wegen des neuesten Hartz-IV-Bashings bitte auf dem goldenen iPhone durch klingeln möge – man speise die nächsten vier Stunden wie immer zu Mittag bei Vincent Klink.

Unsereins meldet sich also per Mail oder Telefon ab. Wenn der eigene Arbeitsplatz aber ein fetter Gelenkbus ist, kann man das Päuschen auch schon mal über die Anzeigentafel kommunizieren. Mach ich ab jetzt auch. Zwischen 12 und 14 Uhr trage ich immer eine Leuchtschrift mit mir herum. „Pause! Nicht ansprechen: Schreiberling verdaut gerade Schnitzelchen.“

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