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30. Juni 2010

Ice Ice Baby

von Tobias Köhler


Es gibt Dinge, ohne die man sich sein Leben nicht vorstellen kann. Der legendary Eismann ist einer davon. Wenn wir wochenends in unserem Schrebergärtchen vor den Toren der Stadt herumfläzen, wartet die ganze Bande nur auf eines: dass der Eismann zweimal klingelt.

Wenn er das denn tut, naht sich wenig später ein Gefährt, das schon alt war, als wir noch jung waren. Ein VW-Bus, geschätzt Baujahr 1960. Vorne fährt der Meister selbst. Hinten drinne thront eine praktisch durchweg übellaunige Matrone über einer sehr überschaubaren Anzahl von Eiscontainern aus dem Großmarkt. Mehr als sechs Sorten sind meistens nicht zu haben. Wie lange die da schon herumkutschiert werden, weiß auch keiner. Wir haben die Karre deshalb früher die “Salmonellenschleuder” genannt. Und trotzdem immer ordentlich zugelangt.

Denn die Eiskugeln sind für heutige Verhältnisse sensationell billig: 60 Cent pro Stück.

Und wie das an den dieser Tage plötzlich wieder gehäuft auftretenden Sonnentagen so ist – da sind uns die jämmerlichen Böbbel vom fahrenden Eismann im Gärtle tausend Mal lieber als die – zugegeben sehr leckeren – Designerkugel vom “Old Bridge” in der Bolzstraße.

Wir wünschen uns, dass es dem fahrenden Eismann noch lange so geht wie dem VW Käfer: er läuft und läuft und läuft…