Habe das Video heute Morgen im Newsroom über die Lautsprecher abgespielt. Das Bild konnten die Kollegen allerdings nicht sehen.
Seitdem stehe ich unter Porno-Verdacht. Aber damit kann ich leben
Habe das Video heute Morgen im Newsroom über die Lautsprecher abgespielt. Das Bild konnten die Kollegen allerdings nicht sehen.
Seitdem stehe ich unter Porno-Verdacht. Aber damit kann ich leben
Bevor hier irgendjemand auf die Idee kommt, dass wir uns über Leute lustig machen, deren Haushaltskasse es nicht zu lässt, beim eher noblen Brunnenhannes in der Geißstraße (vorhin erst zwei attraktive Damen reingehen sehen, die sich wohl noch schnell fürs Frühlingsfest einkleiden müssen) ihre Tracht zu erwerben, sondern eben z.B. im Norma, täuscht sich gewaltig. Jeder wie er kann, kein Thema.
Hierbei geht es mehr um den Trachten-Overkill-Wahnsinn, den ich sowieso noch nie verstanden habe, und der nun auch pünktlich zum Ersten-Mal-im-Jahr-richtig-lustig-sein den Norma erreicht hat.
Warum die Stuttgarterin und der Stuttgarter diesen Wiesn-Trend in den letzten zwei, drei Jahren so adaptiert haben, wirkt auf mich immer noch ziemlich befremdlich. Gut, ich verstehe prinzipiell auch nicht, warum man auf den Wasen bzw. ins Zelt geht, aber das ist ein anderes Thema.
Auch wenn der Norma damit wohl die Masse mit Trachten versorgen will, war mein erster Gedanke bei dem Anblick des leicht bizarren Prospektles war (man beachte auch diese wunderschönen Herzen in blauweiß): Fette Einweg-Uniform für die ganzen Halbhöhenlagen-Koma-Kids, die sich gerne in Wilhelmers Schwabenwelt (feat. Aer Club Bar), hemmungslos den Champus über das Dirndl oder die Lederhose jagen (und natürlich eine Anstandsmass).
“49,99 Euro das Dirndl, scheiß drauf, für morgen Abend hol ich mir halt ein Neues. Bestell mir lieber mal noch eine Flasche Champagner,” hört man die Damen fast schon gackern.
Man sollte sich gerade mal vor den Norma stellen und die SUVs zählen.
Letztes Jahr hat der Mann einen neuen Weltrekord aufgestellt: 20 Schläge hat Michael Föll gebraucht, bis das Fass beim Frühlingsfest angezapft war. Eine Leistung, nach der man nur hinter den Kulissen zusammenbrechen und mehrere Tage demütig als ehrenamtlicher Erschrecker in der Geisterbahn arbeiten kann. Zum Vergleich: OB Schuster hat als Bestleistung beim Volksfest zwei Schläge auf der Liste stehen.
Weil Stuttgarts Erster Bürgermeister ehrgeizig ist, hat Michael Föll wohl heimlich geübt – kein Wunder, dass die Etats fast aller Ressorts in den letzten Monaten weichgeklopft wurden. Heute floss das Bier beim Fassanstich nach akzeptablen sechs Schlägen (Foto: Markus Palmer). Und bis zu den nächsten OB-Wahlen hat er noch ein bisschen Zeit: 2012 geht’s – wahrscheinlich – um die Nachfolge von Wolfgang Schuster.
Und wenn wir noch einen Wunsch fürs Wahlprogramm äußern dürften: Es wäre wünschenswert, dass von 2013 an kein Stuttgarter Bier mehr auf dem Volks- und Frühlingsfest ausgeschenkt werden darf…