Mit ‘Freibad’ getaggte Artikel

11. Juli 2010

Ein kleines bisschen Horrorshow

von Tobias Köhler

Hurra! Es ist Sommer! 35 Grad – Zeit fürs Freibad!

Ein wunderbares, uraltes Ritual.

  • Eine dreiviertel Stunde nach einem Parkplatz suchen, inklusive Hupen, Fluchen, Fingerzeigen
  • Drei Kilometer entfernt das Auto abstellen, natürlich illegal.
  • Drei Kilometer ins Freibad laufen, nach 500 Metern weigern sich die Kinder unter Tränen, auch nur einen weiteren Schritt zu machen.
  • Die restlichen 2,5 Kilometer mit einem Kind auf den, zwei Taschen (Inhalt: jeweils ca. 20 Handtücher, Badematten, Sandeimer, Schaufeln, Baggern, Ersatzkinderbadeanzüge, Kindersonnencremesprays, Schwimmflügel, gekühlte Sprudelflaschen, etc.) über den Schultern weiterwackeln.
  • 45 Minuten anstehen, weil nur eine Kasse offen hat.
  • Weitere 20 Minuten laufen, bis man ca. 500 Meter vom Kinderbecken entfernt einen Platz mit wenigsten ein bisschen Schatten gefunden hat.
  • Nach zehn Minuten erste Verluste: die Crocs von Kind 1 sind nicht mehr auffindbar, Kind 1 weigert sich anschließend, barfuß über den stacheligen Rasen zu laufen.
  • Kind 2 weigert sich aus Prinzip auch zu laufen, also müssen alle ins Kinderbecken getragen werden. (weiterlesen…)

06. Juni 2010

Pfeif’ dir was rein!

von Tobias Köhler

Das Verbot erstreckt sich darüberhinaus auf das Mitbringen und Betreiben von:

  • Panzerfäusten
  • Schaufelbaggern
  • Mannshohen Dildos
  • Freiheitsstatuen im Maßstab 1:1
  • ICE-Triebköpfen
  • Sattelschleppern
  • Ameisenbären
  • Bienenstöcken
  • Kommunalpolitikern
  • Horst Köhlern
  • Flugzeugträgern
  • Fußballstadion mit mehr als 10.000 Zuschauerplätzen.

Sonst noch was?

Thanx an Christian Orschmann!

24. Mai 2010

Reich werden (7)

von Tobias Köhler

Diesen Tonfall kann sie sich nur aus irgendeinem amerikanischen Wir-drillen-die-Rekruten-bis-sie-bluten-Film abgehört haben.

“NUMMER DREI! RAUS!” “NUMMER EINS! ABMARSCH!” “VIER UND ZWEI – NOCH EINE MINUTE!”

Ja, das nette Frauchen mit der Schirmmütze auf und dem Schirm über dem Kopf ist so eine Art Feldwebel des Freibads.

Höllenhundartig bewacht sie den Eingang zu den sechs ausgeleierten Trampolins, wacht mit Hilfe von sechs Digitalstoppuhren über die Einhaltung der Hüpfzeiten und expediert die Kinder nach deren Ablauf gnadenlos – genauer gesagt mit einer gewissen Schadenfreude – hinaus.

Ihr fragt euch: sehr putzig – aber was hat das mit Geld verdienen zu tun?

Ganz einfach: drei Minuten kosten 50 Cent, sechs Minuten einen Euro. Mal sechs Trampolins. Die Schlange springwütiger Kinder reißt an Sommertagen im Freibad niemals ab. Bei einer Minuteneinnahme von einem Euro, also Einnahmen von 60 Euro pro Stunde, kommt man -  mit einem Sechs-Stunden-Freibadtag und Vollauslastung gerechnet – auf 360 Euro. Hochgerechnet auf nur vier schöne Wochenenden im Monat sind wir schon bei fast 3000 Euro. Nicht auszudenken, wenn irgendwann Sommerferien sind und es tatsächlich noch Sommer würde.

Instandhaltungskosten fallen erkennbar nicht an, abgeschrieben ist das Ding seit Jahren (wenn nicht sowieso geklaut).

Und das schönste an der Sache: Man kann im Dienst gnadenlos Kinder anblöken – ohne dass sie auch nur mit der Wimper zucken…