Mit ‘Der Westen’ getaggte Artikel

18. Oktober 2010

Pizza automatika

von Tobias Köhler

In der DVD-Automatenvideothek bei mir ums Eck gibt’ neuerdings den angeblich ersten Pizza-Automaten der Republik. Digital gemanagt – und garantiert ohne Analogkäse.

Der Hammer. Der Traum. Die Sensation.

Ausprobieren mag ich ihn aber nicht als erster. Ich fürchte mich ein bisschen vor Automaten, die Essen kochen. In der Brezel.me-Betriebskantine gibt es zum Beispiel ein Gerät, das selber Schweineschnitzel, Spaghetti bolognese oder Ratatouille herstellt.

Das macht mir Angst.

Mir ist dieses Automatenwesen nicht ganz geheuer. Neben den DVD- und Pizzaautomaten gibt’s in der Videothek auch Snack- und Getränkeautomaten.

Was kommt als nächstes? Ich bitte um Vorschläge!

09. August 2010

Das Brezel.me-Montagsrätsel

von Tobias Köhler

Seit Jahren jogge ich regelmäßig durch diese idyllische Unterführung, die meine Bärenseen-Hood mit dem Stuttgarter Westen verbindet.

Und seit Jahren lesen ich jedes Mal diese Botschaft:

“Sti cât de mult te iubesc?”

Und seit Jahren frage ich mich jedes Mal: Was, zum Teufel, bedeutet das?

Ist das vielleicht…

  • …der Aufruf zum Schwaben-Dschihad?
  • …eine Auseinandersetzung mit der Konsumgesellschaft?
  • …einer dieser biblischen Sinnsprüche?
  • …die Botschaft von netten Außerirdischen?
  • …die Antwort auf die letzten Fragen des Lebens?
  • …der Spruch, mit dem man Rumpelstilzchen fertig macht?
  • …ein Aufruf zur Rettung des Stuttgarter Hauptbahnhofs?

Nein, isses nicht. Habe lange daran herumgetüftelt – und weiß jetzt Bescheid.

Wer kriegt’s noch raus? Bitte kommentieren?

04. August 2010

Pay per View

von Tobias Köhler

Ob Springer, Gruner und Jahr oder Holtzbrink – alle Medienkonzerne diskutieren darüber: Wir können unsere wertvollen Texte, Bildle und so weiter nicht länger im Internet verschenken.

Das Problem ist uns von Brezel.me natürlich nur allzu gut bekannt: Irgendwie müssen wir unsere 300-köpfige Redaktion, die 1000 Hektar große Serverfarm und die Escort-Services für die Redaktionsleitung schließlich finanzieren.

Deshalb wird Brezel.me ab sofort kostenpflichtig. Nicht auf freiwilliger flattr-Basis, wie das die Kollegen von Kessel.tv machen, sondern so richtig.

Natürlich ist uns klar, dass kein Mensch bereit wäre, für die haarsträubenden Textfragmente und halbslustigen Denksportaufgaben, aus denen dieses Blog überwiegend besteht, auch nur einen Cent zu blechen.

Doch für eines sind wir von Brezel.me wirklich berühmt: für unsere Usernähe und Serviceorientierung. Ja, B.me bietet Lebenshilfe im besten und in jedem Sinne.

Und der kostet – ätsch! – ab sofort Geld.

Damit ihr’s checkt, fangen wir heute mit was ganz Exklusiven, Einzigartigen, Begehrenswerten an: einem Parkplatz im Stuttgarter Westen. Eine etwas verhuschte mittelalte Dame hat den halben Stadtteil mit den kleinen gelben Zetteln vollgekleistert. Unverständlicherweise hatte sie’s besonders auf Altglascontainer abgesehen.

Wir sind ihr gefolgt – und haben alle Kleber wieder runtergemacht und verbrannt. Bis auf einen. Den haben wir bei uns im Panzerschrank deponiert.

Das Brezel.me-Bezahlsystem funktioniert nun ganz einfach: ihr bringt uns einen Fünf-Euro-Schein in der Redaktion vorbei – und kriegt einen Ausdruck des Fotos mit der KOMPLETTEN NUMMER drauf. Wer als erster kommt, hat natürlich die besten Chancen, bei der Zettel-Lady erfolgreich zu sein. Fünf Euro für einen Parkplatz im Westen, der mehr Wert ist, als man in Euro, Dollar oder Yen ausdrücken kann. Wenn das mal nicht ein geiles Einstiegsangebot ist.

Also, wir von Brezel.me raten: Sofort zuschlagen!

24. Juni 2010

Hallo Männer!

von Tobias Köhler

Beinahe hätte ich dieses Juwel zeitgenössischer viraler Werbung direkt in die Mülltonne befördert. Es steckte unter meinem Scheibenwischer, Schrift nach unten. Und eigentlich konnte es nur die ca. 280. Visitenkarte irgendeines vertrauenswürdigen Autoschiebers sein, der mir 50.000 Euro für meinen ollen Smart versprechen würde.

Was soll ich sagen. Ich habe dann doch einen Blick darauf geworfen. Und die Jungs wollen nicht mein Auto. Sie wollen mich. Und die Besitzer all der anderen schönen Wagen in meiner Straße.

Offenbar haben jetzt schon die Underground-Poppschuppen in der Nachbarschaft ein Nachwuchsproblem. Und nicht nur die etablierten Kollegen.

Kurzum, ich habe den Zettel meinem sehr weltoffenen, 96-jährigen Nachbarn in den Briefkasten geworfen. Wird sich freuen, der Gute.

07. Mai 2010

Zwergenstark

von Christiane Wild

Die Wohnung ist gefunden, der Umzug geschafft: jetzt wohnt man also zusammen. Fluchtmöglichkeiten gibt’s nicht mehr. Zeit die Hüllen endgültig fallen zu lassen und dem anderen die Wahrheit zu sagen:

Sie: Ich muss dir was sagen…

Er: Hmm?

Sie: Es gibt nen anderen.

Er: Hmm. Äh – was?????

Sie: Ja also, ähm, er würde gern bei uns einziehen…

Er: WAS???

Sie: Jetzt sei doch nicht so! Ihr werdet euch gut verstehen.

Er: Kannst ihn ja mal zum Essen mitbringen.

Hat super geklappt. Wir haben jetzt einen neuen Mitbewohner: Er ist 30 cm groß, trägt Zipfelmütze und heißt Pepe.

27. April 2010

S-West, mi Corazón (4)

von Tobias Köhler

Warum wir den Stuttgarter Westen lieben?

Weil hier – sobald sich die Sonne zum ersten Mal im Jahr zeigt – auch der letzte zusammengequetschte Quadratmeter auf dem Gehweg für Freiluftgastronomie genutzt wird. Ohne Rücksicht auf Verluste. Es ist ein bisschen wie beim Parken: Hauptsache, die Passanten können sich noch irgendwie an den Tischen und Stühlen vorbeiquetschen.

Nur Kleinstädter gehen in Biergärten mit echten Bäumen und Natur drumherum. Wir brauchen unseren Smog.

Ob unser Lieblingsspanier “Er Vaquita”, das “Seyffer’s” ein paar hundert Meter weiter oder die zahllosen wirklich fiesen Spelunken an wirklich verkehrsreichen Hauptstraßen:

Platz ist noch am letzten Eck:
Mittendrin im Feinstaubdreck
speist und trinkst du hier im Westen -
denn so schmeckt’s am Allerbesten.

So, jetzt isses so weit. Wir haben wirklich ein Gedicht veröffentlicht. Der Schwelle zum Wahnsinn ist endgültig überschritten. Im Prinzip müssen wir Brezel.me jetzt dicht machen.

25. April 2010

S-West, mi Corazón (3)

von Tobias Köhler

Warum wir den Stuttgarter Westen lieben?

Weil es nirgendwo so schöne Wochenmärkte gibt wie hier. Nehmen wir doch mal den auf dem Bismarckplatz.

Am Samstag muss man sich als Familienvater im Stuttgarter Westen nicht ums Essen seiner Kinder kümmern. Es genügt völlig, seine Mädels morgens einigermaßen adrett herzurichten und ihnen ans Herz zu legen, besonders putzig dreinzuschauen.

Der Rest läuft von alleine: Am Obststand gibt es einen Apfel für jeden, nebenan bei den Käsefrauen stauben wir ein bisschen Gouda ab, beim Metzger eine Scheibe Lyoner – und beim Bäcker, mit ein bisschen Glück und bei einem entsprechenden Großeinkauf, holen wir noch für jeden eine Brezel raus.

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20. April 2010

S-West, mi Corazón (2)

von Tobias Köhler

Warum wir den Stuttgarter Westen lieben?

Weil parken hier keine Alltagsbeschäftigung, sondern ebenso Leistungssport wie Leidenschaft ist.

Parken im Stuttgarter Westen, das lässt keinen kalt.

  • Wildfremde fallen einander in die Arme, wenn sie ihr Auto unverhofft am Straßenrand untergebracht haben.
  • Freunde fallen einander in den Rücken, wenn sie um die selben 3.15 Meter Parkraum konkurrieren.
  • Und wenn sich Eheleute nach 20 Jahren nichts mehr zu sagen haben, heizt die Debatte um den Stellplatz die Beziehung wieder an.

Und während die braven Münchener – etwa in Haidhausen – an ihrer Anständigkeit verzweifeln, weil sie ebenso wenige Parkplätze wie Mumm zum Falschparken haben, gilt in Stuttgart unter Gentlemen und -women eigentlich nur eine Regel: erlaubt ist alles, was dem anderen einigermaßen Platz zum Durchkommen lässt. In weiten Teilen hat sich die Polizei dem angeschlossen.

Hier ist uns übrigens ein schöner Schnappschuss einer sehenswerten Choreografie gelungen (siehe Fotos). An der Ecke Vogelsang-/Rückertstraße parken die Autos in sechster Reihe (okay, einer ist heimlich ausgeschert).

19. April 2010

Letzte Hilfe

von Tobias Köhler

Jeden Morgen, wenn ich ins Büro fahre, schaut mich in der Ludwigstraße dieses Mädel von oben herab an. So eine Art Heidi Klum in Schwesterntracht.

Da wird jeder Junge gerne bewusstlos.

Wir alle wissen natürlich, was wirklich passiert, wenn es uns mal umhaut.

Ein übergewichtiger, unrasierter Mittfünfziger mit Vollbart, der Gyros mit Tsatsiki zum Mittagessen verspeist und seinen Erste-Hilfe-Kurs zuletzt 1978 aufgefrischt hat, beugt sich über uns – und versucht sich in Wiederbelebung, indem er uns feuchte Küsse gibt und mit den Händen auf dem Brustkorb herumquetscht. Dabei bricht er uns drei Rippen, das Schlüsselbein und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch den Lebenswillen.

Aber hey, ich mag die Werbung wirklich.

18. April 2010

S-West, mi Corazón (1)

von Tobias Köhler

Warum wir den Stuttgarter Westen lieben?

Hier gibt es noch Bäckerläden, die aussehen wie vor 30 Jahren – und ihre Brezeln, Laugenweckle und Bauernbrote selber backen. Zum Beispiel die Bäckerei Kratz in der Johannesstraße – mein Pflichttermin am Sonntagmorgen.

Keine Website, keine Deko, keine Zugeständnisse ans 21. Jahrhundert. Das Mobiliar sieht aus, als würde es jeden Moment zusammenkrachen. Herrlich.

Und wenn – wie neulich – der Ofen verreckt, dann macht der Laden halt mal ein paar Tage zu. Das könnte bei Bäcker Lang und Bäcker Kamps nicht passieren – da kommt das Brötle nicht aus dem Ofen, sondern aus dem Lastwagen.

12. April 2010

Die Bahn kommt. Fragt sich nur wann.

von Tobias Köhler

Drei, vier Grad am Morgen: Die Temperaturen passen ja schon. Jetzt fehlen nur noch ein paar Tannenzweige, ein bisschen Zimtgeruch und einige Lichterketten. Und schon ist sie wieder da, die feierlichste aller Jahreszeiten. Weihnachten!

Mitten im April!

Die Stuttgarter Straßenbahnen machen’s möglich – zumindest im Stuttgarter Westen.

Offenbar funktioniert die Werbung bei den Jungs und Mädels genauso wie der Fahrplan: Die Bahn kommt. Fragt sich nur wann.

Die Christenheit ist dagegen zumindest in solchen Sachen immer auf der Höhe der Zeit (siehe unten).

Ob zu Weihnachten oder Ostern, die Parole des Tages lautet: Frohlocket!

12. März 2010

Gelbe Dinger, abserviert

von Tobias Köhler

Oh no! Vor nicht mal zwei Wochen haben wir an dieser Stelle über zwei Überbleibsel aus der guten alten Zeit berichtet. Wir wussten nicht mehr so recht, zu was sie wohl sein gut sein könnten. Offensichtlich ging es den Besitzern der gelben Dinger ganz ähnlich. Denn heute sind böse Männer gekommen, um die Kisten wegzubringen.

Leider war ich nicht schnell genug, um mich festzuketten. Seitdem frisst der Gedanke an mir, dass erst der Beitrag auf Brezel.me die Gelbe-Kisten-Männer daran erinnert haben könnte, dass am Bismarck-Platz noch zwei Exemplare stehen.

Deshalb will ich was tun. In mir keimt der revolutionäre Gedanke, eine wöchentliche Demo zu organisieren. Zur Rettung der gelben Kisten. Jeden Montag, 18 Uhr. Am Fuß des Fernsehturm, vielleicht.

11. März 2010

4:2 für den Winter…

von Tobias Köhler

…und jetzt auch noch Kehrwoche. Ich dreh durch!

Da war die Winterdienst-Bilanz der Kollegen wohl etwas verfrüht. Ich zitiere nur mal die Bildunterschrift: “Der lange Winter ist wohl vorüber – was er die Stadt gekostet hat, steht allerdings noch nicht fest.:-)

02. März 2010

Mord in der Muckibude

von Tobias Köhler

Endlich isses raus: am 29. April spielt die Soko Stuttgart (18 Uhr, ZDF) in meinem Fitnessstudio. Es geht wohl um einen Mord im Bodybuilder-Milieu.

Das ist einigermaßen überraschend, denn in der Move Factory im Stuttgarter Westen hampeln – zumindest nach meinen Beobachtungen – vor allem pummelige Bürohocker wie ich (die sich beim Friseur immer mit den vielen Sixpacks in “Men’s Health” herumquälen) und fitnessbegeisterte Ladies aller Altersklassen herum. Ergänzt natürlich um das übliche Kontingent an brutal durchtrainierten TeilnehmerINNEn an diversen kreislaufzerfetzenden Body-Pump-Jump-Yoga-Pilates-Cycling-Kursen.

Keiner hier scheint mir von Mordgedanken besessen. Aber man täuscht sich ja immer wieder in seinen Mitmenschen.

28. Februar 2010

Gelbe Dinger

von Tobias Köhler

Heute habe ich zufällig – gar nicht weit vom Bismarckplatz entfernt – diese beiden gelben Boxen entdeckt. Diejenigen, die wie ich vor vielen hundert Jahren geboren worden sind, halten jetzt mal bitte die Klappe. Den jungen Leute stellt sich aber die Frage: Was in drei Teufels Namen sind das für Dinger?

Ganz klar, das

  1. ist die Wohnung, in der DJ Pate No. 1 aufgewachsen ist.
  2. ist das ehemalige Rathaus von Bad Cannstatt.
  3. sind die Vorgänger der Dixi-Klos.
  4. war die Brezel.me-Redaktion vor dem sensationellen Durchbruch.
  5. ist die einzige In-Kneipe in S-Zuffenhausen.
  6. sind die ersten Baucontainer für S21.
  7. ist die Loft, in der der Kollege Raidt (bekannt durch Miet-Striptease und die Immo-Oma) schließlich untergekommen ist.
  8. ist ein Fahrstuhl zum Erdmittelpunkt (dort wartet TV-Guru Hornauer, um den Weg zu den Sternen zu weisen).
  9. ist die Zentrale der LBBW nach der Finanzkrise.
  10. ist ein von einer indischen Großfamilie betriebener Telefonshop.

Noch was?