Mit ‘Brezel.me’ getaggte Artikel

31. März 2010

Offener Brezel-Fanbrief von OB Schuster

von Ingmar Volkmann

Liebe Brezelianerinnen und Brezelianer,

in diesen dunklen Tagen, Wochen, Monaten – manche sprechen bereits von Jahren – hat man es als Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart wahrlich nicht leicht. Woche für Woche die selben leeren Gesichter, die gleichen gelangweilten Bürger, Tag ein, Tag aus die immer gleiche Taktung. Ohne brezel.me würde ich Wochen wie diese nicht durchstehen:

Montags nerven die Kopflosbahnhofs-Anhänger mit ihren lauten Trillerpfeifen, ihrer Polemik und ihren bissigen Kommentaren.

Dienstags werde ich ganz grün im Gesicht, wenn ich den Wölfle und seine grüne Truppe im Rathaus herumturnen sehe, als würde es ihnen gehören.

Mittwochs die ganzen Langweiler aus der Stabsabteilung, die mich immer mit ihrem E-Mobility-Zeugs nerven. Jetzt muss ich schon mit dem Pedelec ins Rathaus fahren, weil das die besten Bilder liefert, sagen meine Berater.

Donnerstags dann die Pappenheimer, die mir eingeredet haben, dass ich Stuttgart zur kinderfreundlichsten Stadt machen soll. Schrecklich, diese jungen Eltern mit ihren Bälgern in den Besprechungen, da versteht man ja vor lauter Gekreische sein eigenes Wort nicht.

Und freitags wie immer Strategiebesprechung mit den Knalltüten von der Bahn, die so kommunizieren, dass ich immer nur Bahnhof verstehe.

Ohne meine täglichen Brezel.me-Pausen wäre ich schon längst zurückgetreten. Was die kleinen Racker sich aber auch immer erlauben, köstlich. Mindestens einmal am Tag ziehe ich mich an meinen Bürgermeister-Breitbild-Rechner zurück und ballere mir die flotten Sprüche, Geschichten und Videos der Bande rein. „Jetzt nicht, Frau Klett-Eininger, ich bin in einer Besprechung“, bügle ich dann alle Anrufe ab.

Amüsant, diese Hornauer-Anekdoten. Herrlich, dieser Ditschi, der aus dem Nachtleben erzählt, vielleicht könnte ich dieses Jahr ja beim Kreistag der CDU auch ein paar heiße Scheiben zwirbeln. Und dann diese Materialien zur Mittagspause, wenn ich nur nicht immer in unserer Rathaus-Kantine spachteln müsste.

Meine Frau teilt meine Begeisterung für diesen fröhlichen Internetblog mittlerweile auch. „Immer wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendeinem Rechner brezel.me daher“, pflegt sie nach einem ermüdenden Arbeitstag voller Empfänge zu sagen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns reichlich launiges Laugengebäck am Laptop, dicke Eier an Ostern und weiterhin viel Durchhaltevermögen in diesen dunklen Tagen, Wochen, Monaten – ja vielleicht Jahren.

Laugig verbunden,

Ihr Wolfgang Schuster.

25. Januar 2010

Wie es dazu kam (1)

von Martin Elbert

Jede Brezel hat ihren Ursprung. Die einen werden nach schwäbischer Tradition gebacken, die anderen kommen tiefgefroren aus Slowenien und die dritten werden im Waldheim Heslach gegründet. So wie diese hier. Inklusive echten Revoluzzer-Gefühlen, zumindest unter den Älteren.

Somit hat dieser Blog auch ein Gründungsdatum, denn genau genommen war das der 19. August. Da wurde zumindest mal der Name festgelegt und eine, sagen wir, Richtung.

Ein paar Wochen zuvor fühlte Kollege Köhler schon mal im Oblomow vor, ob ich prinzipiell Bock hätte, mich in ein weiteres Blog-Abenteuer zu stürzen. Dabei trank er massig viel Bier und aß einen Salat. Ich kippte glaub Ramazotti, warum auch immer, und sagte ja, weil ich auch nie nein sagen kann.

Köhli meinte, Kollege Xinge und Mr. Right wären außerdem noch die richtigen Mitstreiter. Auch da konnte ich wieder nicht nein sagen. Immerhin ist der Xinge mein Wohni auf Lebzeiten, mein Außenreporter bei kessel.tv und überhaupt einer dieser Jahrhunderttypen, die alles können.

Und der Eric, ja, den kannte ich so ein bisschen, auch ein cooler Typ. Zwar nicht ganz so cool wie Xinge und ich, aber dieses, unseres, Niveau zu erreichen ist natürlich auch recht schwer.

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