Mit ‘Bahnhof’ getaggte Artikel

29. Oktober 2010

Love is in the air

von Erik Raidt

In Stuttgart tagt heute wieder die Richterin Barbara Salesch im Rathaus. Erneut treffen sich jeweils sieben Ritter der Tafelrunde, das Catering hat Brezel.me persönlich übernommen. Wirtschaftsminister Ernst Pfister vertilgte schon vor dem Beginn der Liveübertragung heimlich drei Butterbrezeln, Tübingens OB Boris Palmer filmte mit seinem Smartphone. Das Video soll in die Beweismittel eingehen.

Vor dem Rathaus hat unterdessen eine ganze Kolonne von TV-Übertragungswagen Aufstellung genommen. Am Haupteingang kontrollieren Polizisten Passanten mit verdächtigen Jutetaschen. Da heute jedoch kein Markttag ist, gilt es derzeit als unwahrscheinlich, dass Kopfsalate als Wurfware in die Gerichtsshow eingeschmuggelt werden können.

26. Oktober 2010

Geld verbrennen leicht gemacht

von Dora Asemwald

Schon mal davon geträumt im Säulengang des Königsbau zu stehen, mit Geld beregnet zu werden und dieses dann verbrennen zu müssen, bevor es auf dem Boden aufkommt? Nein? Hab ich auch noch nicht. Wem diese Phantasie jedoch zusagt , der kann das jetzt im „Stuttgart 21“-Spiel auf den iPhone virtuell erleben. Aber Obacht: Es regnet auch „… es stimmt aber auch“-Flyer, doch die muss man verschonen, sonst verliert man eines seiner drei neuen Herzen Europas. Hat man keines mehr, dann hat man den Anschluss an die Zukunft, äh ne, das Spiel verloren. Leider kann man keine Abkratzprämie kassieren oder das Geld anstelle zu verbrennen in die eigene Tasche schieben. Für Version 2 ist noch Entwicklungspotenzial.

http://www.stuttgart21-game.de/

P.S.: Inkonsequenterweise gibt es das Spiel für lau.

23. Oktober 2010

Oben ohne im Leuze 21

von Dora Asemwald

Was tun, wenn der neue Bahnhof fertig unter die Erde gebracht ist, aber die bis dahin neuen Magnetschwebebahnen partout nicht unter die Erde wollen? Bauruine 21? Nein! Wir bauen endlich ein mit Bundesmittel finanziertes Spaßbad im Westen der Republik. Mineralwasser gibt es zur Genüge. Die zusammengerechnet 17 gefühlten oberirdischen Bahnen des alten Leuzes wird keiner vermissen, denn die acht neuen Durchgangsbahnen im Leuze 21 lassen ein Drittel mehr Schwimmer zu! Dank sechs Meter Höhenunterschied ist die Gegenstromanlage gleich eingebaut. Das schummrige unterirdische Licht sorgt für angenehme Grottenstimmung: Wellness pur! Im Kinderbereich “Aqua Fun” sorgen Wasserwerfer für knüppeldick Spaß. Im hinteren Teil bekommt das alte Motto “oben ohne” gleich eine ganz neue Bedeutung. Ich pack schon mal die Badehose ein.

Bild gefunden bei facebook, veröffentlicht von Fridunanth Nocnarat

15. Oktober 2010

Visionen im Nebel

von Christiane Wild

Ein paar Leute haben an der Kristallkugel gerieben. Heraus kam eine ganz schön düstere Zukunft (siehe unten) für Stuttgart. Gar nicht so wie oben auf dem Foto. Bei der trüben Nebelsuppe vor dem Fenster kann einem aber auch wirklich schwarz vor Augen werden, gerade auch humortechnisch.

Also Augen auf und durch.

YouTube Preview Image

10. September 2010

Frisch geduschtes Bier

von Dora Asemwald


Eine eigentlich nutzlose, aber boomende Branche: Geschenkküchengeräte. Die lebt vom Schenkzwang festlicher Anlässe. Man möchte ja nichts schenken, was der andere schon hat, es sollte aber trotzdem brauchbar sein. Essen muss jeder, also auch kochen. Ein gemeinsamer Nenner der Küchengeschenke so beliebt macht. Messer, Teller und Töpfe hat jeder schon, sind langweilig. Rettichschneider, Fritierlöffel, Fischgräten- und Gurkenzangen sind schon besser, aber höchstwahrscheinlich auch schon im Arsenal des zu Beschenkenden. Etwas wirklich Neues zu finden scheint da fast unmöglich zu sein.

Gestern Abend im Bahnhof auf dem Weg zum Spaziergang durch den bedrohten Teil des Stadtparks schaffte es der Bierdosenhändler meines Vertrauens mich eines Besseren zu belehren: Die Obstdusche. Schon wieder ein Trend, den ich verschlafen habe. Frisch geduschte Äpfel. Vielleicht mit Apfelshampoo gewaschen? Keine Ahnung. Ich hab mal meine Bierdose geduscht. Außer einem nassen Rock hat mir das nichts gebracht.

10. August 2010

Visionen gesucht!

von Dora Asemwald

Das Stuttgart eine Zukunftsstadt ist, haben auch die Kollegen vom norddeutschen Rundfunk erkannt und unser neustes Konzept präsentiert: Stuttgart22, die Tieferlegung des Flughafens. Nicht nur, dass dann auf den Fildern noch mehr Kraut angebaut werden kann, wir können uns sogar den Transrapid sparen! Dann starten Sie – nicht nur – im Grunde genommen am Hauptbahnhof Ihren Flug. Das bedeutet natürlich, dass der Hauptbahnhof im Grunde genommen näher an Baden-Würtemberg heranwächst. Oder so ähnlich.

Wem das zu viel Zukunft ist, kann bei der Hobbythek erfahren, wie man sich ein Stuttgart21 bastelt:

Mein Traum: Stuttgart23, die Tieferlegung des Fernsehturms und Stuttgart24, der Deckel auf dem Kessel. Unten bleiben! Und natürlich noch meine Alternative: Loch21, das tiefste Loch der Welt, mitten in Suttgart als Touristenattraktion. Der Aushub macht aus unserem Monte Scherbelino den Austragungsort zukünftiger Winterolympiaden. Grab mit!

Welche Visionen für unsere schöne Stadt habt ihr? Oder geht ihr wie Altkanzler Schmidt zum Arzt, wenn ihr Visionen habt?

13. Mai 2010

Reich werden (6)

von Tobias Köhler

Der Titel ist der absolute Hammer. “Reisendenlenker” (bitte draufklicken, um die ganze Stellenanzeige zu sehen) hört sich nach einem Job an, den einfach jeder machen will.

  1. Reisen ist immer gut.
  2. Lenken ist großartig. Das hört sich nach Einfluss an, nach Weltpolitik, nach “Yes we can”.

Und dann auch noch am Stuttgarter Hauptbahnhof. Dem – äh! – neuen Herz Europas!

Die Anforderungen sind hoch, aber Brezel.me-User gehören – sagen unsere Marktforscher – zu den absoluten Übercheckern der Gesellschaft. Also sollte “ein selbstsicheres, seriöses Auftreten, eine aufgeschlossene, wortgewandte Persönlichkeit” für euch kein Problem sein.

Reich werden tut man auch, man muss nur seinen Gehaltswunsch angeben.

Noch mehr Kohle wäre zu holen, wenn man für jeden gefundenen Grammatik- und Rechtschreibfehler in der Stellenanzeige einen Euro bekommen würde.

Wir aber entscheiden uns natürlich für unendlichen, onassisartigen Reichtum – und gründen eine Jobagentur, die ihren Kunden anbietet, auf solche hirnrissigen, dummbatzigen Stellenanzeigen zu verzichten.

(Thanx an Sylvi Brunner)

02. April 2010

Hands up in the air!

von Erik Raidt

Keine Ahnung, was mir dieser löffelohrige Osterhase dieses Jahr ins Nest legen wird. Aber im Schlossgarten hat er schon mal ein paar lustige Pappenheimer, nun ja, versteckt wäre in diesem Fall wohl nicht genau das richtige Wort.

Bockstark, was in der großen S 21-Schlacht in den vergangenen Tagen abgeht. Das Büro Drexler finanziert jedenfalls einen Sandburgenwettbewerb zum Städtebau (stand in der StZ) und viele Leser können das immer noch nicht glauben. Deshalb jetzt NOCH EIN LETZTES MAL: nein, das war kein Aprilscherz in der StZ, das war die schlichte Wirklichkeit, die ganz dicht der Realsatire auf den Fersen ist.

Jetzt schlagen die Gegner mit Politosterhasen zurück.

Was kommt als Nächstes? Die Rache der Riesenrammler vom Rosensteinpark?

12. Februar 2010

Der Winter und ich (II)

von Tobias Köhler

Habe das Telefon auf Lautsprecher gestellt. Eine Minute lang düdelt irgendeine Porno-Hintergrundmusik, dann sagt eine sehr nette Frau: “Im Moment haben wir sehr viele Kundenanfragen. Wir bitten Sie deshalb um etwas Geduld.Wir verbinden Sie mit dem nächsten freien Kundenberater.”

Leider nimmt noch immer niemand bei meiner Kfz-Versicherung ab. Da habe ich ja noch ein bisschen Zeit, weiter zu erzählen.

Nach der traumatisierenden Erfahrung von gestern Abend habe ich mein Auto heute Morgen zu Hause stehen lassen. Und mich entschlossen, zum ersten Mal seit gefühlten 40 Jahren öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Natürlich musste mir erst einmal mein Zivi erklären, wie die Sache mit dem Fahrkartenautomaten funktioniert. Nach ein paarmal üben hat das aber ganz gut geklappt, so dass ich im fünften Versuch tatsächlich geschafft habe, ein Ticket ins Pressehaus zu lösen.

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11. Januar 2010

Drama, Daisy, Drama

von Tobias Köhler

Stuttgart versinkt im Schneechaos, nur noch die Spitze des Fernsehturms guckt aus dem Kessel raus. Die Brezel.me-Redaktion hat – dicht vor dem Lagerfeuer im Schneebruch geschützten Kartoffelkeller gedrängt – die dramatischsten Amateurvideos vom Ausnahmezustand zusammengetragen. Schlimmer kommt’s – wie immer – nur bei Emmerich und The Day after Tomorrow.

17. Dezember 2009

Stuttgart von hinten

von Tobias Köhler

Tja, da hat Stuttgart Marketing irgendwie versagt. “katthegreek” hat mit ihrer Kamera gnadenlos festgehalten, was der Durchschnittstourist von Stuttgart mitbekommt, wenn er nicht aussteigt. Bilanz: ein paar mies angezogene Rucksacktouristen, viel Gestrüpp und ein bisschen vom Schlossgarten. Und das wird in den nächsten Jahren sicher nicht besser, wenn erst mal die Bagger für S21 anrollen. Vielleicht würden ja schon ein paar Pappkulissen (vgl. Potemkin) von blühenden Landschaften helfen.