Reichwerdetipps geben ist eine Sache, reich werden eine andere, bessere. Dacht’ ich mir und hab ‘ne Geschäftsidee ausbaldowert. Stets gefragt und gut bezahlt: Beratung, Lebenshilfe, Coaching. Leider ist da fast alles schon abgegrast. Doch womit kenn ich mich aus und wo ist der Bedarf am größten?
Lebenslügen. Jeder lügt sich gerne in die Tasche. Schließlich sind wir Herr unserer Realität. Doch bin ich immer wieder erschrocken wie nachlässig viele mit dieser Macht umgehen. Ich kann da helfen.
Ich hab dann gleich mal Werbung an einschlägigen Orte gehängt. Und siehe da: Sofort waren alle Kontaktstreifchen abgerissen. Der Bedarf scheint riesig zu sein! Dummerweise ist mir dann aber aufgefallen, dass die Emailadresse inclusive Tippfehler war. Was nützt eine gute Geschäftsidee, wenn ich zu doof bin einen Zettel aufzuhängen?
Also, nochmal ein Versuch:
Erfahrene Lügnerin bietet:
Lebenslügen
Für jeden Zweck. Ich überarbeite auch Ihre alten Lebenslügen und geb‘ Tipps, wie Sie sich besser in die Tasche lügen können. Warum eine unschöne oder bittere Lebenslüge leben, wenn es auch viel schöner geht? Auf Wunsch verpack ich Ihnen die Lügen auch als Wahrheit. Jetzt im Angebot: Notlügen, Ausreden und Rechtfertigungen.
Und jetzt richtig, ohne Fehler:
Dora Asemwald
dora@doraa.de
www.dora-asemwald.de
asemwald.wordpress.com
Tags: Dora, Lebenslügen, Reich werden



Beiträge
Dora, da prescht du mit Vollgas in eine Marktlücke. Lebenslügen aufbauen und glaubhaft nach außen zu transportieren, ist sicherlich eine Kunst. Doch sich selbst, der eigenen
Lebenslüge aufsitzen lassen, ein noch viel Größere. Da ist kompetente Beratung vonnöten.
Dein Angbot, Lebenslügen in Wahrheit zu verpacken, ist ein überzeugendes Argument
für deine Leistungen. Künftig braucht sich niemand mehr durch Selbstreflexion behindern lassen. Lebenskunst 003
[...] Zuerst erschienen auf brezel.me [...]
Ich hab zum Thema Lebenslüge schon mal was geschrieben:
http://asemwald.wordpress.com/2009/09/10/besser-leben-mit-positiver-lebensluge/
Ich jammer jetzt mal über das größte Übel der Menschheit: Das Jammern! Wie es scheint gibt es immer was zu jammern, egal auf welchem Niveau. Die Schlechtheit der Welt und der Menschen, außer einem selbst natürlich, sind schuld: Krise, Krieg, Not, Herzschmerz, Geldmangel, allgemeine Verrohung der Sitten. Man selbst ist Opfer. Wer der Welten Schlechtheit nicht sofort zustimmt ist oberflächlich, nimmt den Ernst der Lage nicht ernst. Weltschmerz bindet man sich ans Bein und lässt sich in den Tiefgang ziehen. Zu dumm, dass es nur an der Oberfläche Luft gibt. Anderen geht es ja eh besser, die kriegen es ja in den Arsch geschoben. Tipp: Nimm mal den Korken aus dem Arsch, dann schiebt dir vielleicht auch einer was rein.
Durchsage im Verkehrsfunk: „Vorsicht, auf der A81 befindet sich ein Geisterfahrer“.
Darauf der Fahrer:“Einer? Hunderte!“
Wenn die Welt zum Feind wird, sollte man sich mal Fragen: Sind alle anderen verrückt, oder bin ich es? Wer ersteres glaubt hat noch einen langen Weg vor sich.
Diagnose: Falsche Lebenslüge.
Jeder ist selbst für jene Lebenslüge verantwortlich, die er aus der Summe des Wahrgenommenen herausinterpretiert. Wer seine Lebenslüge aus allem negativ wahrgenommenen zusammenbaut hat den zweifelhaften Luxus sich aus der Eigenverantwortung stehlen und gemütlich im Selbstmitleid suhlen zu können. Glücklich wird man so nicht.
Nun gut, ab und wann darf man schon mal jammern und leiden, ein bisschen Opfer spielen. Der Spaß hört auf, wenn man das eigene Jammern ernst nimmt.
Negativlinge leben in einer Parallelwelt des Leids und Elends. Schuld ist das Maß, in dem sie die Welt vermessen. Hauptaufgabe ist, Schuld abzuwehren und auf andere abzuwälzen.
Sie mögen es nicht, wenn man Situationen, Menschen oder Dingen etwas Gutes abgewinnt. Sie suchen andere negative Mitleider oder versuchen Positivlinge in ihre düstere Welt zu ziehen. Wenn ich nicht aufpasse, kann mir ein schwarzer Vogel in fünf jämmerlichen Minuten den Tag verderben. Ich halte mir Jammerer so gut es geht vom Leib. Die sollten mal lieber an ihrer Lebenslüge arbeiten. Oder sich dabei helfen lassen. Wer den Psychologen scheut, kann sich ja von mir eine gute Lebenslüge andichten lassen. Ich bin da gut drin, denn:
Meine Lebenslüge ist eine schöne. Ich werde sie nicht von Negativlingen zerstören lassen. Sollen die doch alleine leiden, ich hab Spaß.
[...] This post was mentioned on Twitter by Stuttgart Newsbot, Brezel.me. Brezel.me said: Neuer Blogeintrag: Reich werden (10): Reichwerdetipps geben ist eine Sache, reich werden eine andere, bessere. Dac… http://bit.ly/9A3gqX [...]
Tja, durch Jammern wird der Fokus gezielt aufs Negative gelenkt. Da dadurch jedoch keine konstruktiven Veränderungen bewirkt werden, ist es schlauer, diese Energie in lösungsorientiertes Denken zu investieren.
Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben. Epiktet
Na klar, wir nehmen ja auch nicht Dinge an sich war sondern nur sehr beschränkte Interpretation dessen, was wir an Sinneseindrücken in den Schädel bekommen. Da es eh keine wahre Interpretation gibt kann ich entscheiden was für mich wahr wird.
Ich ärgere mich oft wenn andere ihre subjektive Wahrheit für eine objektive halten und erwarten, dass man sie mit ihnen teilt. Am schlimmste ist’s, wenn sie eine negative Wahrheit verbreiten. Die ist zwar genau so wahr oder unwahr wie eine positive, macht die Welt aber hässlicher. Soll doch mal jeder die Subjektivität seines Weltbildes akzeptieren. Klar, jeder ist das Zentrum seines Universums, aber viele glauben sie seien das Zentrum des Universums an sich. Das nervt.
Genau Dora! Zu diesem Thema hab ich vor Jahren
das Buch von Paul Watzlawick: “Wie wirklich ist die Wirklichkeit?” gelesen.
Heinz von Foerster, Bernhard Pörksen:
Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners.
Gespräche für Skeptiker
Großartiges Buch. Ich bin Fan von Heinz von Foerster und den ganzen radikalen Konstruktivisten. Ich hab auch eine Facebookfangruppe gegründet: http://www.facebook.com/radikaler.konstruktivismus
Das Buch ist beim Carl Auer Verlag erschienen. Ich bewundere auch Carl Auer, den Gründer des Verlages über den ich derzeit das Buch „Carl Auer: Geist or Ghost“ lese. Viele schlaue Denker haben über Auer geschrieben, auch Watzlawick. Das besondere an Carl: Er ist virtuell. Kein Fleisch und Blut, nur eine Idee. So wie ich! Ich habe mir in den Kopf gesetzt den mittlerweile 110-Jährigen zu finden, der laut Aussage des Verlages nicht auffindbar sei und nur noch per Email kommuniziere. Und da kann man ja auch nicht genau sagen, ob er es wirklich ist.
Wer mehr über den Verbleib von Carl Auer weiß, darf mir gerne schreiben: dora@doraa.de
Auch zu empfehlen, von Carl Auer: Einführung in die eigenen Gedanken. Tolles Buch!
http://www.carl-auer.de/aktuelles/2009/06/25/carl-auers-einfhrung-in-die-eigenen-gedanken/
Danke für die Buchtipps, sie passen genau in mein Interessensgebiet. Bei der Suche nach Carl wünsch ich dir viel Erfolg, er ist ja ein Seelenverwandter von dir.
Noch was Dora, können wir zwischendurch wieder etwas albern sein?
Mach dir da mal keine Sorgen, liebe Lesende. Wer Klugscheißen kann muss auch ab und an den Ernst in den Keller schicken.
Gut liebe Dora, hatte schon Sorge aus der Balance zu kommen.