Junger Spitz, war das ein Kracher gestern Abend. 1:1 endete das Stadtderby Kickers gegen VfB, ein wunderbarer Anlass, um zu testen, wie viele Fußball-Phrasen man in elf Zeilen unterbringen kann: Ein Klassenunterschied war nicht zu erkennen. Tempofußball hüben wie drüben – um es mit meinem großen Idol Heribert Faßbender zu sagen. Ein frühes Tor hätte dem Spiel gut getan, Enzo Marchese erzielte die Führung der Kickers mit einem fulminanten Sonntagsschuss (an einem Mittwochabend!) in der 37. Spielminute, im direkten Gegenzug erzielte Patrik Funck mit einem abgefälschten Schuss den Ausgleich. Für kurze Zeit verwandelte sich das Schafskäse-Stadion in einen Hexenkessel. Die Zuschauer sahen anschließend viel Leerlauf im Spiel des VfB, die Spieler hatten wohl Felix-Magath-Gedächtnis-Beine, also bollenschwere Stampfer vom Trainingslager.
Einziger Höhepunkt in der zweiten Halbzeit war die Durchsage von Stadionsprecher Frank Pfauth, Polizei und Feuerwehr hätten Starkregen, Starkhagel, Starkwind und sonstige biblische Plagen angekündigt, man solle ich bitte gefälligst entsprechend verhalten. Und während wir auf der Gegengerade noch grübelten, wie entsprechend verhalten bei Hagel genau ausschaut (Hinter Joe Bauer verstecken? Einen VfB-Fan aufspannen? Mit Karl-Heinz Ratzer gemeinsam den Regen verlachen?), flüchtete die halbe Haupttribüne bereits. Selbstverständlich nicht, um Frauchen ins Trockene zu bringen, sondern um den Cayenne noch schnell in die Garage zu fahren.
Alles in allem war es ein herrlicher Abend voll Grasnarben-Fußi, Stadionwurst, ehrlichen Bieren und einem ordentlichen Gewitter. Ich freu mich schon auf nächstes Jahr.
Tags: Fußball, Kicker, Stadtderby, VfB



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… hätte zur Nennung der Phrasen nicht auch noch der “Hexenkessel” gehört? Das war’s zumindest für die Zuschauer, die sich in den Blöcken drängten. Aber so ist es halt, wenn man den Hals nicht vollkriegen kann und mehr Tickets verkauft als es Plätze gibt – und keine vernünftigen Ordner anstellt, die mit ein bisschen Mitdenken die Lage hätten entspannen können…
Der viel zitierte Hexenkessel findet sich in Zeile 11. In welchem Block war es denn so schlimm? Auf der Gegengerade im Block C ging es eigentlich.
Ja, herrlich war’s. Ordentlicher analog Fußball nach 4 Wochen Hightech-WM. Vielen Dank nochmal und was nehme ich als Lehre aus diesem Abend mit? Böse Lieder gegen Badner kann man auch problemlos auf “Blauer” absingen.
Stimmt, Fußballhasslieder sind multifunktional, scheiß drauf, ob es gegen Degerlocher oder Karlsruher Zecken geht. Hauptsache, der Beat stimmt.