23. Juni 2010, in: Kurz kluggeschissen, Vesperzeit

Wurstgrilltruppe

von Dora Asemwald

Fußballgucken und Grillen sind gute Freunde. Damit ich das potenzielle Endspiel der deutschen Nationalelf nicht auf leeren Magen verkraften muss hab ich mich bei einem befreundeten Großgrillbesitzer eingeladen. Bei der Wurstaquise bin ich über oben dargestellte Exemplare gestoßen, Modell „Viel totes Tier für wenig Geld“.  Der zweite Blick auf den militaristischen Markenname aus dem Hause Lidl machte mich aber stutzig: Gebirgsjäger. Für heerestechnisch unbewanderte: Gebirgsjäger sind die leichte Infanterie der Gebirgstruppe unseres Landes. Ein Haufen hartgesottener Jungs die sich ihrer Namenspatenschaft von Wurstwaren vielleicht gar nicht bewusst sind. Ich hab mal weiter geguckt, vielleicht steckt ja System dahinter: Dosengemüse aus dem Hause Panzergrenadier, Prepaid-Karten von Fernmeldetruppe oder Hygieneartikel von ABC-Abwehrtruppe hab ich aber nicht gefunden.

Ich hab mir dann doch einen toten Fisch von der Spanierin um die Ecke geholt, der hat keinen Markenname der mich verwirren könnte.

16 Antworten zu “Wurstgrilltruppe”

  1. Lesende sagt:

    Das ist vorweggenommene Nostalgie. Die Würste bleiben, die Bundeswehr vielleicht nicht.

  2. Thorsten sagt:

    …na, solange die Gesichtswurst keinen Scheitel und Bart hat… ;-)

  3. Werden die Würste auch nach Afghanistan geschickt?

  4. [...] in der Wursttheke Posted on 23. Juni 2010 by Dora Asemwald Mal wieder was bei der Brezel geschrieben, aber ohne Stuttgartbezug. Ich find so was lustig, zweifel aber daran dass ich diesen [...]

  5. Lesende sagt:

    Ja, wenn man sie zum Jagen tragen muss.

  6. Leider werden sie wohl nicht mehr zurückkommen. Keine kriegstraumatisierten Veteranenwürste.

  7. Lesende sagt:

    Lieber kurz und schmerzlos vernichtet, als lange leidend.

  8. Das sag ich den Würsten auch bevor ich sie in die Höllenglut des Grills werfe.

  9. Lesende sagt:

    Wie schön Dora, du hast ein Herz für Würste!

  10. Danke, so ein schönes Kompliment hab ich schon lange nicht mehr bekommen!

  11. bine sagt:

    Heute morgen las ich diesen interessanten Beitrag über die Gebirgsjäger. Heute abend schaute ich in meinen Kühlschrank – und was fand ich da? Genau! Gebirgsjäger. Aber keine Würstchen, nein, sondern einen laut Packungsangaben “in 12 Wochen gereiften Bauernschinken”.

    Nach meiner Lektüre über die Marke “Gebirgsjäger” war ich etwas unsicher darüber, ob ich meiner Tochter heute abend wirklich noch guten Gewissens ein Vollkornbrot mit Schinken kredenzen kann.

    Wer weiß, ob es nicht vielleicht arme Bergbauern waren, die für den Schinken herhalten mussten…

  12. Lesende sagt:

    Da würde ich mir nur über die kurze Reifezeit Gedanken machen.

  13. Kolateralschaden nennt man das. Afganischer Bergbauernschinken.

  14. Lesende sagt:

    Wenn man das alles ausblendet, schmeckt’s.

  15. Den Kommentar kannste auch einen Artikel weiter abgeben. Hier gehts grad gerne mal um Kanibalismus und Wurstware. Da lob ich mir die Brezel!

  16. Lesende sagt:

    Da lob ich mit. Wurst predigen und Brezel essen.