21. Mai 2010, in: Der StZ-Lauf, Sportive Manöver

Angeschossener Erpel

von Tobias Köhler

Wer wie ich ca. 400 Kilometer pro Woche um die Bärenseen trabt, hat viel Zeit zum Nachdenken. Und vor allem zum Beobachten anderer Menschen.

Augenfällig ist, wie unterschiedlich die Leute durch den Wald laufen. Einige (wenige) haben einen Laufstil, der aus irgendso einem 80er-Jahre Sportheldenfilm (“Chariots of Fire”, o.ä.) stammen könnte – ich hab’ dann immer gleich diesen heroischen Vangelis-Sound im Ohr.

Die meisten joggenden Menschen geben ästhetisch aber nicht so viel her. Entweder wackeln sie mit dem Hintern, sie fuchteln wild mit den Armen durch die Waldluft oder ihre Beine machen Verrenkungen, die sie als Staatssekretäre im “Ministry of Silly Walks” qualifizieren würden.

Und ich wäre der Minister.

Nachdem mich mehrere Menschen auf meine Art zu laufen angesprochen hatten, entschloss ich mich unlängst zu einer non-invasiven Schönheitsoperation. Es sieht nämlich schlichtweg lachhaft aus, wenn so eine 120-Kilo-Type wie ich durch den Wald stampft und dabei die Hände baumeln lässt wie ein angeschossener Erpel (dpa-Foto).

Irgendwie Elefant-im-Tütü-mäßig.

Deshalb konzentriere ich mich inzwischen beim Laufen darauf, dass meine Daumen immer nach oben zeigen. Dann schlampern die Hände nicht so in der Gegend herum. Und es wirkt wahnsinnig optimistisch – ich fühle mich beim Laufen inzwischen ein bisschen wie das Michelin-Männchen mit Dauergrinsen.

Unvorstellbar, wieviele Probleme es vielleicht nicht gäbe, wenn alle mit hochgerecktem Daumen durch die Welt liefen.

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3 Antworten zu “Angeschossener Erpel”

  1. ram sagt:

    warst du wieder schnell gestern

  2. Lesende sagt:

    Das hat sowas Siegessicheres, ich mach das jetzt mal im Sitzen.

  3. Da sag ich mal in Facebookdeutsch: Gefällt mir.