16. April 2010, in: Stuttgarter Legenden, Vesperzeit

Trauerklöße im Römerhof

von Ariane Holzhausen

Wenn’s im Römerhof mal wieder Schnitzel mit Spätzle und Soß’ gab, sitzt man danach normalerweise mit einem satten Grinsen und einem spannenden Ranzen am Tisch. Hier, zwischen Omis Häkeldeckchen und den zweihundert bis fünftausend Engelchen ist die Welt in Ordnung, so sieht der Gastrohimmel aus. Dachten wir.

Aber beim letzten Mal passierte was, das wir bis heute nicht verdaut haben: Der nette Kellner Niko sagte ganz beiläufig den unglaublichen Satz: “Das Lokal gibt es bald nicht mehr.” Nie wieder Kartoffelsalat aus der Gemeinschaftsschüssel? Das Schnitzel ist uns im Hals steckengeblieben – gleich neben dem dicken Kloß. Mit erstickter Stimme können wir nur noch in die Küche winseln: “Liebe Eva, das kann doch bitte nicht Dein Ernst sein…”

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2 Antworten zu “Trauerklöße im Römerhof”

  1. Niko hat schon seinen eigenen Laden aufgemacht, er ist nicht mehr da. Wer stellt einem jetzt noch schnell einen Schnaps an die Theke, wenn Eva grad nicht guckt?

  2. Ein echter Trauerfall. Ich will mein Putencordonbleu und ein zwei drei Krusocice vom Fass. Und den von Dora erwähnten Schnaps.