Vielleicht muss ich kurz vorausschicken: Ich wohne im Erdgeschoss. Und wenn ich morgens ins Büro komme, steige ich prinzipiell in den Fahrstuhl, um in den zweiten Stock zu kommen. Kurzum: was Treppensteigen betrifft, bin ich nicht ganz objektiv.
Deshalb empfinde ich es als impertinent und rücksichtslos, was der Stuttgarter Thomas Dold so treibt. Er läuft – praktisch hauptberuflich – durch die Treppenhäuser von Hochhäusern irgendwo auf der Welt. Und zwar immer nur aufwärts. So schnell wie möglich. In Taipeh, New York, Wagdugu.
Gestern ist er die 1576 Stufen im Empire State Building in 10 Minuten 16 Sekunden hochgerannt – und als Erster angekommen. Um danach umgehend zusammenzubrechen (siehe dpa-Foto). Dass er auf dem besten Weg ist, ein großer Sportler zu werden, zeigt sich an den weitgehend sinnfreien Zitaten nach dem Zieleinlauf: „Es ist unglaublich! Ich habe aber auch alles drangesetzt und bin so schnell gerannt, wie meine Füße mich nur tragen konnten.“ Ach so.
Die Meldungen von Dolds neuen Rekorden und Siegen verbreiten die Nachrichtenagenturen mit entnervender Regelmäßigkeit. Als würde das jemanden interessieren.
Was ich vielleicht dazu sagen muss: Ich nehme natürlich auch runterwärts den Aufzug aus dem zweiten Stock.
Tags: Fernsehturm



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cool, hat mir der thorsten auch gerade geschickt…
Noch krasser: Wie der einfach so in seine Webseite reinläuft. Bei dem geht wohl einiges.
http://www.thomasdold.com/
Da find ich das Aufzug- Abwärtsfahren
doch wesentlich spannender!
Da gabs doch mal in den 80ern ein Film mit Götz George zu dem Thema. (Abwärts hieß der glaub ich)
ja, sportlich ist er, der Götz George
Der leichtfüssige Hoppser auf der Website ist wirklich der Abschuss, scheint ein tolles Kerlchen zu sein.
Mir dünkt als verteidigten die Herren Marathonläufer Ihren ehrenwerten Sport gegen zugegebenermaßen schräge (Achtung Wortspiel) Emporkömmlinge!
Was die Nachrichtenagenturen übrigens auch verbreiten und jeder nachschreibt, ist, dass Thomas Dold Stutgarter ist. Das stimmt so eigentlich nicht. Er wohnt halt da, zum Studieren. Eigentlich ist er Badner und kommt aus der Nähe von Offenburg. ^^
Ich wohn auch nur hier, fühle mich aber trotzdem als Stuttgarterin.
Thomas Dold wohnt übrigens nicht mal mehr in Stuttgart, sondern ist ins badische Hinterland zurückgekehrt.
Aber als Stuttgarter lässt er sich eben besser vermarkten als als badischer Hinterwäldler.