28. Januar 2010, in: Der StZ-Lauf, Sportive Manöver

Noch 21 km: Es geht

von Martin Elbert

(Was die jüngeren Leser nicht wissen können: Auch im Jahr 2000 gab es schon strenge Winter in Stuttgart!)

Im “Eisschrank Deutschland” (wahlweise Gefriertruhe, wir brauchen unbedingt neue Wörter) stellen sich die Tage essentielle Fragen, wie man gestern z.B. auch auf BILD-Online lesen konnte. “Kann eigentlich auch mein Handy einfrieren? Und was ist mit dem besten Stück des Mannes…?”

Die letzte Frage kann ich fast beantworten: Mein Schniedel ist mir gestern Abend fast abgefallen. Denn ich war laufen. Zwar in einer etwas dickeren Lauftight, aber mein Zipfel fühlte sich schnell relativ leblos an.

Aber wie es sich für einen echten Läufer gehört, der langsam aber sicher sein Pensum steigern sollte, möchte er denn Ende April beim Hamburg Marathon starten und im Juni beim StZ-Lauf Pacemaker für Tobias K. (Zielzeit 2:00 h) spielen, muss man raus – bei jedem Wind und Wetter.

Als Angeber-Läufer wie ich es einer bin, der sich quasi seine Lauf-Urkunden um den Hals hängt, bekommt man von anderen Läufern oder Interessierten oft jede Menge fachkundige Fragen gestellt, auf die ich meist fachunkundige Antworten gebe, weil ich seit 10 Jahren einfach schmerzfrei laufe ohne mir groß darüber Gedanken zu machen. Vielleicht bin ich auch einfach nur ein Glückspilz.

Also zum Beispiel: “Waldboden ist schon besser als Asphalt oder?” (Scheißegal);  “Sollte man sich Laufschuhe anpassen lassen?” (Ich kauf reduzierte Nike Pegasus); “Oh mein Gott, du rauchst?” (Ja und pass auf, ich sauf auch nicht schlecht);  “Klebst du dir bei einem Marathon die Nippel ab?” (Nein) und die momentane Fragen aller Fragen: “Bei dem Wetter gehste aber nicht laufen oder? Weil ich hab gehört ab Minus 2 Grad friert es die Lungen zu und das ist sowieso alles gar nicht gut bei der Kälte!”

Gut, es gibt sicherlich Schöneres als bei Minus 5 Grad im Dunkeln loszuziehen, aber sollte einen echten Läufer nicht abschrecken. Einen Drei-Stunden-Lauf, den man ein paar Mal vor einem Marathon machen sollte, würde ich zwar derzeit nicht angehen, schnelle Tempo-Läufe aufgrund der eisigen und verschneiten Bodensituation (Verletzungsgefahr!) ebenso wenig, aber ein Stündchen oder Anderthalb ist auch bei eisigen Temperaturen locker drin. Bis auf die Wutz wird dein Körper ja doch recht schnell warm.

Und als weiteres Argument möchte ich noch anmerken: Der famose VfB-Innenverteidiger Serdar Tasci ist am Samstag, 20. Dezember 2009 gegen Hoffenheim (3:1) bei Minus 17 Grad im Stadion im KURZEM Trikot aufgelaufen! Dann kann man auch bei Minus 5 Grad locker in Thermokleidung eine Stunde joggen gehen.

Zur Info: am 19./20. Juni 2010 findet der Stuttgarter-Zeitung-Lauf statt. Bis zum Startschuss werden die Halbmarathon-Heroen Martin (rennt wie ein Leopard), Erik (läuft wie eine Gazelle) und Tobias (das Rennschwein im Team) ab und an mal unter der Überschrift “Noch 21 km” durchsagen, wie’s um ihre sportliche und seelische Verfassung steht.

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