19. Januar 2010, in: Mein digitales Leben

Liebeserklärung an die Packstation

von Tobias Köhler

Es gibt nicht sehr viele Dinge auf der Welt, von denen man sagen würde, dass sie die Menschheit einen Schritt weiter bringen. Ich finde ja, die Packstation gehört ganz klar dazu. Bevor es die knallgelben Paket-Container gegeben hat, kamen Leute, die sich wie ich überwiegend bei Amazon, E-Bay & Co. mit den Dingen des täglichen Lebens eindecken (gerade heute ein neues Bügeleisen bestellt!), abends nach der Arbeit nach Hause – und fanden einen orangeroten Zettel vom Paketdienst im Briefkasten. Und mussten dann am nächsten Tag zur Post gehen und das Paket abholen. Was bei den Öffnungszeiten auch nicht immer ganz einfach ist. So viel zum Thema Online-Shoppen – da hätte man das Zeug auch gleich selbst in der City kaufen können.

Die segensreiche Erfindung der Packstation hat das geändert: Die Pakete werden vom Paketboten in die Boxen gesteckt, das System verschickt eine SMS oder Mail (“Guten Tag Herr Köhler, Ihre Sendung liegt in der PACKSTATION 116 in Stuttgart”) und man kann die Sachen gemütlich zu jeder Tag- und Nachtzeit abholen. Perfekt.

Leider finden das offensichtlich auch ziemlich viele andere Leute. Weshalb ich seit Herbst vergangenen Jahres bei jeder zweiten Sendung die SMS bekommen: “Ihre Sendung wurde in die Filiale umgeleitet”. Bedeutet: die Packstation war mal wieder überfüllt, mein Paket hat nicht mehr reingepasst. Und ich muss es am nächsten Tag in der Postfiliale abholen.

Damit sind wir irgendwie so weit wie vor fünf Jahren. Immerhin: Gestern hat die Deutsche Post bekannt gegeben, dass es mindestens 150 weitere Packstationen gebaut werden sollen (bisher gibt es deutschlandweit 2500 Stück).

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11 Antworten zu “Liebeserklärung an die Packstation”

  1. Marc sagt:

    Was auch nicht zu vernachlässigen ist:
    Online frankieren und per Packstation versenden!

    Gerade oben in Stuttgart-Vaihingen ist es Tagsüber fast unmöglich einen Parkplatz bei der Post zu bekommen. Es existiert zwar einer, doch selbst wenn nur 2 Leute bei der Post warten ist der Parkplatz voll…

    Mein gestriger Abend:
    21.00 Uhr: ebay Auktion beendet, Geld per Paypal bekommen
    21.05 Uhr: Online frankierung von DHL genutzt und ausgedruckt
    21.15 Quasi direkt vor der Post geparkt und Paket in die Packstation gesteckt
    21.20 Uhr: Kurz noch zum Kaufland und einkaufen
    22.00 Uhr: Wieder daheim :)

    Alles reibungslos… Willkommen in der Zukunft ;)

  2. Simon sagt:

    Super Ding, nur optisch nicht so reitzvoll!?

  3. Oder gleich bei dem Anbieter mit den geflügelten Füßen Päckchen verschicken und bringen lassen. Die Deutsche Post ist mir zu anachronistisch…

  4. Exilstuttgarter sagt:

    Wie kommt man denn an das Paket? Gibt es einen Code? Ich kenne diese wunderbare Erfindung nicht, lebe hier in einer technologisch nicht ganz so fortschrittlichen Ecke der Welt (Washington D.C.). Super Blog, BTW!

  5. Sabrina sagt:

    Ich kenne die Packstationen auch nur vom Hörensagen (hier in Wellington gibt es zwar in der ganzen Stadt keine Parkplätze, aber dafür alle paar Meter ne Postfiliale, die man bequem zu Fuß erreichen kann, von daher hat sich das Problem erledigt)… erzählt mal, was geschieht mit dem Paket? Woher weiß die Packstation, welches mir gehört?

  6. Tobias Köhler sagt:

    Wow, Brezel.me-Leser aus Neuseeland und den USA! Herzlich willkommen. Die Sache mit der Packstation erkläre ich gerne.

    Es gibt zwei Möglichkeiten, sie zu benutzen.

    1.) ohne Anmeldung. Wenn die nächste Packstation näher ist als die nächste Postfiliale, liefert der Paketbote, wenn er niemanden antrifft, die Sendung in die Packstation ein. Im Briefkasten findet man dann eine blaue Postkarte mit einem Barcode. Den hält man unter den Scanner der Packstation, dann muss man mit dem Finger auf dem Touchscreen unterschreiben (etwas albern) und kann sein Paket dort abholen. Auch frankieren und losschicken kann man ohne Anmeldung.

    2.) mit Anmeldung. Dazu muss man sich auf einer Website anmelden und bekommt eine ID-Nummer. Dann lässt man die Pakete nicht mehr an die Heimadresse, sondern an eine beliebige Packstation in Deutschland schicken. Die Adresse besteht dann aus Name, ID-Nummer, Nummer der Packstation, Postleitzahl. Mit einer kleinen Scheckkarte samt PIN kann man die Pakete dann rausholen.

    Noch Fragen? ;-)

  7. Marco sagt:

    Möglichkeit 1 wäre mir auch sehr lieb, wenn die Packstation GENAUSO weit weg ist, wie die Filiale (bei mit in Cannstatt der Fall). Aber nein, bitte schön in der Filiale abgeben, damit ich wieder mal ne Stunde eher von der Arbeit nach Hause muss, um mein Paket abzuholen. Naja, mit Registrierung klappts immerhin. ;)

  8. volker sagt:

    schon mal darüber nachgedacht wieviel geld die entsprechenden Unternehmen dadurch (zusätzlich) verdienen ?

    diese Einbindung des (eigentlichen) Kunden in den Bereitstellung-/Herstellungsprozess des Gutes/Services bringt vor allem einem Vorteile
    —>den Unternehmen

    auch das will ich nicht beurteilen

    persönlich bin ich vorsichtig geworden – wenn ein Unternehmen mir flexibilität/kosteneinsparung/etc. verspricht – ich dafür aber mich 1h lang durchklicken/einlernen/informieren muss wie es überhaupt funktioniert

  9. Lieblingsnachbar sagt:

    Stoßzeiten…..das Stichwort fällt mir zu meiner letzten PS-Erfahrung ein. Im Wishnachstress kurz vorher noch Geschenke geordert! Alles läuft wie immer: Suchen, klicken, zahlen…und warten. Denn wenn die PS voll ist, dann gehen die Pakete drei Tage lang hintereinander zurück ins Verteilerzentrum, dann zurück zum Absender und keine Sau sagt Dir was!
    Aber gut, Weihnachten ist ja auch das Fest der Liebe, nicht der Geschenke!

  10. Exilstuttgarter sagt:

    Subber, vielen Dank fuer die Erklaerungen und Gruessle aus D.C. !

  11. Chris sagt:

    Ich war damals auch begeistert von den Packstationen.
    Aber jeder sollte bedenken, dass er bei der Nutzung für viele weitere Arbeitslose verantwortlich ist. Jedes Paket, dass ICH selber abhole, braucht keinen Paketboten.

    Und wenn der Service der Post ein guter wäre (Zustellzeiten Abends, vereinbare Zeiten, Öffnungszeiten der Filialen bis 22.00 Uhr) bräuchte es keine Stationen.

    Die sind also nur eine Antwort auf mangelhaften Setvice. In Zeiten von hoher Arbeitslosigkeit keine gute Idee.

    Zudem sind die Pakete keinen Cent billiger, auch wenn ich sie mir selber hole.

    Gruß
    chris