18. Januar 2010, in: Mord und Totschlag

Leo P. Ard

von Ingmar Volkmann

tatort

Heiligsblechle, was war denn das für ein Tatort gestern Abend? Deutsch-schweizerische Verbrüderungsszenen auf dem Bodensee (völlig unrealistisch!), ein Waffenhändler, dessen bester Kumpel eine Art Untersee-Antwort im Pelzmantel auf amerikanische Gangster sein soll (mit weißem iPhone!!), und der heimliche Obergangster ein Stuttgarter LKA-Beamter, dessen schauspielerische Leistung aus einer Mischung aus Vollbart und irrem Blick besteht. Steile Kiste!

Dazu eine abstruse Flucht in einem alten Motorrad samt Beiwagen, ein spektakulärer Auto-Überschlag in Zeitlupe und eine total typische Soziologie-Studentin, die – wie Soziologie-Studenten halt so sind –, nicht weiß, was sie will. Wieso der Krimi so krude war? Der Drehbuch-Schreiber hieß laut Vorspann Leo P. Ard.

Ist wahrscheinlich der Cousin von K. Bel-Eins und hat zu viel Alarm für Cobra 11 gesehen.

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19 Antworten zu “Leo P. Ard”

  1. Tobias Köhler sagt:

    Was hast du gegen Leute mit einem weißen iPhone? Ich finde das absolut unsachlich!

  2. Weißes iPhone ist schon sehr an der Grenze des guten Geschmacks, ist aber nicht so schlimm wie weißes iPhone mit neongrüner Outdoor-Schutzhülle, wie es so mancher Online-Chef benutzt!

  3. Baranek sagt:

    Weißes Eifönle, das ist doch ein absolutes Nein-Nein, tss. Da kann man nicht sachlich bleiben.

  4. Tobias Köhler sagt:

    Ich habe keine neongrüne Outdoor-Schützhülle, sondern ein hochseriöses Nylon-Case in der Farbe “Espresso” (so nennt es der Hersteller).

  5. ich fands spannend. nur schräge vögel und geile typen. der cobra 11 überschlag war brillant. nicht zu vergessen die knisternde errodigg zwischen klara und ihrem schweizer kollegen, eine mischung aus james bond und macgyver. ein tatort der einfach alles hatte.

  6. Tobias Köhler sagt:

    Naja, so ein bisschen mehr Logik hätte ihm schon gut getan.

  7. michael lang sagt:

    … mal ganz ehrlich: der deutsch-schweizerische “bodensee”-tatort gestern abend war saugeil!!! iphone-hin, cobra-11-überschlag her.
    was allerdings der “bodensee”-tatort mit “stuttgart” zu tun haben will, weiß nur der autor dieses beitrags selbst. nur weil ein dubioser stuttgarter lka-beamter in einer nebenrolle vorkommt ist das KEIN “stuttgarter” tatort. mit der gleichen argumentation könnte beispielsweise “oberndorf” behaupten es wäre ein “oberndorfner” tatort, denn die dienstwaffe der deutschen kommisarin stammt von heckler & koch aus oberndorf. … der “echte” stuttgarter tatort mit den kommissaren lannert und bootz muss sich nicht verstecken. freuen wir uns deshalb über zwei baden-württembergische tatort-regionen.

  8. Ingmar Volkmann sagt:

    Ganz Baden-Württemberg ist eigentlich nicht viel mehr als eine Vorstadt von Stuttgart, der Bodensee so etwas wie der große Bruder des Feuersees. Selbstverständlich ist der Bodensee ein heimlicher Stuttgart-Tatort, sobald der Oberbösewicht aus Stuttgart in die Provinz geschickt wird.
    Und wenn man ganz großzügig sein will und Mannheim ausnahmsweise zu Baden-Württemberg zählt, haben wir sogar drei dufte Ba-Wü-Tatort-Regionen mit der toughen Lena Odenthal und dem fantastischen Coppa als Pasta-Connaisseur.

  9. beurteiler sagt:

    immerhin waren die außenszenen diesmal größtenteils aus konstanz und nicht aus baden-baden und sogar der “webersteig” war richtig.

    leo p. ard hat natürlich nichts mit k. bel-eins zu tung sondern ist der lange verschollene zwillingsbrurder von leo p. zdf. ist doch klar.

    alles in allem war der plot aber wieder dermaßen an den haaren herbeigezogen, dass ich zur mitte des films aus versehen umgeschaltet habe.

    ein weißes iphone ist spätestens dann pflicht, wenn es mehrere geräte im haushalt gibt und sonst meine frau immer das falsche mitnimmt ^^

  10. Moe sagt:

    Auffällig auch der geniale Klingelton des Iphons.. Synchronität hätte in der einen oder anderen Szene ebenso gut getan.
    Ich hatte lange keinen Western mehr gesehen..

  11. DIPLOMJODLER sagt:

    ECHT KLASSE. Hier fährt die Oma nicht nur im Hühnerstall Motorrad. Cowbowspielerei wie beim Kinderfasching. ECHT SUPER. LKA und Staatsanwalt nehmen gerne. Da ist nichts erfunden. Das ist so wie im echten Leben. ECHT GEIL. Ist Leo P. ARD ein Hinweis, dass ( beim NDR war das was ) einer bei der ARD im Dunkeln auch etwas nimmt, was ihm nach dem Gesetz nicht unbedingt zusteht.

  12. Sunday-Couchpotatoe sagt:

    Unglaublich konstruiert

    Was macht eigentlich einen guten Tatort aus?
    Dickgewordene Fassbinder-Musen bestimmt nicht. Auch nicht, wenn sie sich ein wenig schwerfällig auf ebenso ältlichen Beifahrersitzmopeds beschleunigen lassen. Was für ein unsäglich konstruierter Quatsch war das eigentlich, den man uns da bei besten Einschaltquoten gestern an die Couch servierte? Waffenhändler aus Konstanz mit einem Landespolitiker im Bunde – aus Stuttgart nadierlich! – man hält sich am Bodensee ja doch vorwiegend im Badischen auf – verständlich also die Klatsche in Richtung Cleverlecity. Und der Staatsanwalt hängt auch noch mit drin. Das wird ja immer krimineller im Ländle. Ja gibt’s denn so was – will ich gar nicht fragen. Und dann muss noch der Tierarzt herhalten, um dem Waffenhändler die Kugel aus dem Bein zu puhlen- ja, das ist wahrer wilder Westen! Warum rufen die eigentlich nicht den Krankenwagen? Ach so ja: Wir befinden uns ja im strukturschwachen Grenzgebiet zur Schwyz mit ihren attraktiven Kriminalern. Da lässt es sich auch in Funklöchern ganz unbeobachtet von Google und Co. noch über die grüne Grenze fahren. Aber schöööön am Ende: Der Waffenhändler geläutert und mit der alleingelassenen Tochter wieder glücklich vereint: Er sagt aus gegen die wirklichen Schurken aus Brezelcity. Dankeschön.

  13. Marco sagt:

    Das beste am Tatort ist ja eigentlich immer, dass man sich hinterher beschweren kann, wie doof der eigentlich war. Sowas wie die schlechten Sendungen im Privatfernsehen, nur dass hier auch die Leute aus bürgerlichem Hause zugeben können, dass sie es gesehen haben. Cool.

  14. Schoengeist sagt:

    Solch augenzwinkernd erzählte Fernsehkost habe ich lange nicht mehr gesehen. Was haben wir gelacht!

  15. Dennis sagt:

    @couchpotato: Waffenhändler mit Landespolitikern in einem Bunde…nein, das ist wirklich konstruiert.
    Karl-Heinz Schreiber war ja auch gleich bei den Bundespolitikern!
    Der Tatort war gut, und wem die Logik fehlt, dem müssen ja ausländische Produktionen sehr übel aufstoßen.

  16. J.Hahn sagt:

    … also “Born to be wild” am Sonntagabend auf Pro 7 war echt lustig. :-P

  17. Ingmar Volkmann sagt:

    Der Schluss von Born to be wild war aber etwas enttäuschend, oder? Müde Nummer, dass der Papa der Rocker die Bengel zur Ordnung ruft. Bis dahin aber geiler Klamauk und sensationelle Schauspielkunst von Scientology-Travolta.

  18. J.Hahn sagt:

    @Ingmar: … äh, ja, nun, also… um mir mon- und dienstags genau solche Diskussionen zu ersparen, schau ich ja sonntagabends Pro7 ;-) (PS: ja, ich hab auch etwas nen “Auffe Fresse”-Schluss im Vim Diesel Style vermisst).