
Dass man dieser Tage in der City gerne mal von shoppenden Menschenmassen erdrückt wird – keine Frage. Dass man bei gefühlten minus 20 Grad auf dem abendlichen Schlossplatz erfriert – keine Frage. Dass man in diversen Schlangen – ob vor dem Kino oder in der Shoppingmall – beim Warten hungers stirbt – keine Frage.
Aber niemand konnte ahnen, dass nun selbst von unserem schicken, angesagten, seriösen Kunstmuseum eine Gefahr ausgeht. Darauf weist jedenfalls dieser Tage ein rot-weißes Absperrband samt selbstausgedrucktem DIN-A4-Zettel hin: “Achtung, Gefahrenbereich. Kein Durchgang”. Leider gibt es keinen Hinweis darauf, welcher Art die Gefahr sein könnte. Wir fordern deshalb an dieser Stelle Aufklärung. Und spekulieren so lange mal, was am Rande der Königstraße Lebensbedrohliches lauern könnte.
- Herabstürzende Eiszapfen könnten die Museumsbesucher erschlagen.
- Der Boden könnte sich auftun und die Kunstinteressierten in den Museumkeller hinabreißen.
- Das ganze ist eine ironische Installation des wahnsinnig angesagten tibetanischen Aktionskünstlers Ei-Jei-Jei.
- Die Absperrung ist Teil der städtischen Sparmaßnahmen: in den nächsten Jahren werden regelmäßig Teile der Innenstadt abgesperrt, um den Straßenbelag zu schonen.
- Die Glasscheiben der Fensterfront stehen mal wieder kurz davor, zu zerbrechen, weil sich a) der Statiker ein bissle verrechnet hatte oder b) Rainer Calmund den Ausgang nicht erwischt hat.
- Roland Emmerich dreht in Stuttgart gerade seinen neuesten Katastrophenfilm – das Kunstmuseum wird dabei leider in einer gewaltigen Erdspalte versinken.
- In der neuen Eventgastronomie ist vor dem Kunstmuseum ist leider etwas in der Nummer mit der Tigerdressur schiefgelaufen.
- Beim Versuch, in Konkurrenz zum “Wintertraum” auf dem Schlossplatz eine eigene Schlittschuhbahn vor dem Kunstmuseum aufzubauen, wurden leider sämtliche wichtigen Werke des Früh-, Spät-. und mittleren Ex- und Impressionismus auf Eis gelegt.
- Die Museumsleitung hat die Schnauze voll von Passanten aus WN, LB, GP und BB, die immer nur die Museumstoilette benutzen wollen – und setzt auf Abschreckung.
- Es hat irgendetwas mit dem neuesten Ausraster von Jens Lehmann zu tun.
UPDATE (12. Januar 2009): Die Kollegen von der Stuttgarter Zeitung haben des Rätsels Lösung. So viel vorab: es ist eine Mischung aus Grund Nr.1 und Grund Nr. 5…
Tags: Die City, Keine Kunst, Touristen


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